Lars Imke Fiducia & GAD IT AG

Als wir uns die Zeit genommen haben, für alle Issues zu schätzen, wie viele Personenstunden sie uns kosten, haben wir festgestellt, dass viele der Issues noch weiter konkretisiert werden müssen.

Java Magazin: Ihr habt zu Beginn des Jahres damit begonnen, euch mit aim42 zu beschäftigen. Warum wolltet ihr euch damit auseinandersetzen?

Lars Imke: Aufgrund vieler Tickets und großer Wartungsaufwände hat das Management beschlossen, eine Qualitätsoffensive zu starten. Deshalb haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, die Qualität in unserer Anwendung zu verbessern.

JM: Was waren dann eure ersten Schritte?

Imke: Zuerst haben wir uns aim42 von Kollegen erklären lassen, die eine Schulung besucht hatten. Später haben wir dann neben dem normalen Tagesgeschäft den aim42 Method Guide angeschaut und Interviews mit dem Teamkollegen geführt, um die vorhandenen Probleme konkret festzuhalten.

JM: Welche Probleme habt ihr gefunden und wie habt ihr sie festgehalten?

Imke: Unsere Issues haben wir zunächst einfach in einem Textdokument gesammelt. Diese Issues haben Probleme auf ganz verschiedenen Ebenen beschrieben. Von unverständlichen Codestellen über unzulängliche Dokumentation bis hin zu Unstimmigkeiten bei festgelegten Prozessen war alles dabei. Da wirkte eine Liste von Issues unübersichtlich und wir konnten uns noch nicht vorstellen, wie wir eine solche ungeordnete Liste von Problemen sinnvoll nutzen könnten.

JM: Wie seid ihr mit dieser Schwierigkeit umgegangen?

Imke: Das Problem hat sich tatsächlich durch den nächsten Schritt selbst erledigt. Als wir uns die Zeit genommen haben, für alle Issues zu schätzen, wie viele Personenstunden sie uns kosten, haben wir festgestellt, dass viele der Issues noch weiter konkretisiert werden müssen. Dadurch, dass Issues wie „Schlechte Codequalität“ auf einzelne Codestellen runtergebrochen wurden, ergab sich ganz von alleine eine sinnvolle Struktur.

JM: Hattet ihr denn vor der Schätzung schon Schätzerfahrung, und wenn ja, wie waren eure Erfahrungen? Waren die Schätzungen am Ende treffend und haben sie etwas gebracht?

Imke: Da ich zu diesem Zeitpunkt gerade erst mein Studium beendet hatte, waren meine Erfahrungen im Schätzen sehr theoretischer Natur. Die Kollegen haben zumeist die Erfahrung gemacht, dass Schätzungen zwar einen guten Vergleichswert geben, in den meisten Fällen aber nicht genau zutreffen.

JM: aim42 sagt einiges über die Methodik beim Schätzen. Wie habt ihr euch an das Schätzen nach aim42 gewagt?

Imke: Zunächst wollte niemand viel Zeit in das Schätzen der Probleme investieren. Management und Team waren sich einig, dass eine Abstufung der Issues nach gering, mittel und schwer zur Priorisierung ausreichen würde. Dabei kam natürlich sofort die Frage auf: Wie viel Zeit kostet uns denn ein geringes Issue in einer Woche? Nachdem vorgeschlagen wurde, für jede Abstufung ein bestimmtes Stundenintervall festzulegen (z. B. 0,5 bis zwei Personentage pro Woche für mittel) wurde klar, dass eine genaue Schätzung der Issues am besten ist – für eine derartige Einstufung wäre das so oder so nötig gewesen.

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Java Magazin 3.18 - "20 Jahre Java Magazin"

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579827743„Es muss mehr Zeit in Schätzungen investiert werden“
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