Bernhard Löwenstein Lion Enterprises

Ob sich Scrum also als Fluch oder Segen herausstellt – das hat jeder selbst in der Hand!

Scrum hielt als Vorgehensmodell für das Projektmanagement in den letzten Jahren in vielen Unternehmen Einzug. Ganz so toll, wie von vielen propagiert, läuft es aber nicht immer damit. Das motivierte mich dazu, fünf Thesen zu formulieren, die in Folge von fünf Scrum-Experten auf Herz und Nieren geprüft werden.

Als Consultant und Trainer bin ich ein bisschen in der IT-Welt herumgekommen. Interessanterweise lernte ich dabei im letzten Jahrzehnt kaum mehr ein Unternehmen kennen, das in Sachen Projektmanagement auf ein klassisches Vorgehensmodell wie Unified Process setzt. Die meisten Firmen nutzten ein agiles Verfahren, vorrangig Scrum. Groß geworden bin ich dagegen mit den klassischen Vorgehensmodellen und konnte damit viele Projekte erfolgreich umsetzen, obwohl die meisten Kunden anfangs nicht wussten, was sie softwaremäßig eigentlich haben wollen. Die Bedeutung des Zitats „Walking on water and developing software from a specification are easy – if both are frozen“ lernte ich also von der Pike auf kennen.

Ich würde mich selbst als pragmatischen Programmierer bezeichnen, der mit den meisten Punkten aus „Clean Code“ (und ähnlichen Büchern) übereinstimmt, manches darin aber für übertrieben hält. Wichtig ist mir bei der Softwareentwicklung, dass das Rad nicht ein zweites Mal erfunden wird, sondern die bereitstehenden Technologien maximal ausgenutzt werden. Weiterhin halte ich die Softwareentwicklung für eine Ingenieursdisziplin, der man, vereinfacht gesprochen, gemäß der Devise „Spezifizieren – implementieren – testen“ nachgehen sollte. Leider stellte ich in den letzten Jahren aber fest, dass ich mit meinen Ansichten eher zu einer aussterbenden Art zu gehören scheine. Das Softwarebasteln ist unter dem Deckmantel, dass gemäß Scrum-Modell entwickelt wird, wieder stark in die Mode gekommen. Auch neue Technologien werden heute vielerorts ohne Evaluierung eingesetzt. Dazu halten sich gewisse Vorurteile beständig, z. B. „Java Enterprise ist umständlich“.

Wurde es früher teilweise mit der Dokumentation vollkommen übertrieben, findet man heute manchmal keinerlei Dokumentation mehr vor oder darf sich durch Wiki-Friedhöfe wühlen, um abschließend festzustellen, dass hier kaum mehr eine Seite up to date ist. Wie passend, wenn in einem solchen Moment auch noch der Song „Es lebe der Zentralfriedhof“ im Radio läuft.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch! Scrum ist meiner Meinung nach ein sehr durchdachtes, ausgereiftes und sinnvolles Vorgehensmodell für das Projektmanagement und eignet sich bei korrektem Einsatz bestens zur Umsetzung von Projekten auf ingenieursmäßige Weise. Ich kritisiere vielmehr, wie Scrum in vielen Unternehmen implementiert und genutzt wird. Das brachte mich dazu, die folgenden fünf Thesen zu formulieren. Zwecks Überprüfung dieser Behauptungen habe ich fünf Scrum-Experten um ihre Stellungnahmen dazu gebeten.

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Java Magazin 8.17 - "Agile und DevOps"

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579804071Scrum: Fluch oder Segen? Fünf Experten im Gespräch
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