Nico Orschel AIT GmbH & Co. KG

 „TFS hat einiges an Ballast verloren. Auch wenn die Abkündigungen schmerzen, ist dieser Schmerz auch ein Zeichen für Erneuerungsstau.“

Thomas Rümmler AIT GmbH & Co. KG

„Microsoft wird TFS 2017 im Rahmen des regulären Supports noch mindestens fünf Jahre mit Updates versorgen. Neue Features werden dabei zwar nicht mehr für die 2017er Version entwickelt, Fehler in der Plattform werden aber weiterhin korrigiert.“

Haben wir uns „früher“ noch alle drei Jahre über eine neue TFS-Version und alle anderthalb Jahre über das passende Service Pack gefreut, sind mittlerweile jährliche Releases einer Software Standard geworden. Viele Teams haben agile Vorgehensweisen und kontinuierliche Auslieferungen in ihre Prozesse eingebaut. Auch Ende 2017 hat uns Microsoft wieder ein neues Major-Release seiner DevOps-/ALM–Plattform beschert.

Im Rahmen der Konferenz Microsoft Connect(); 2017 wurde die Verfügbarkeit der finalen Version von Team Foundation Servers 2018 (TFS 2018) offiziell angekündigt. Liest man sich in die Release Notes ein, wirkt es auf den ersten Blick so, als ob Verbesserungen nur im Detail erfolgt sind. Schaut man allerdings etwas genauer hin, sind in den An- oder besser Abkündigungen sehr subtil Bereiche mit Sprengstoffpotenzial versteckt.

Im Rahmen dieser Artikelserie werden sowohl die großen Abkündigungen als auch die neuen Features für den Nutzeralltag betrachtet werden. Der aktuelle Artikel wird sich primär um das große Thema der von Abkündigungen betroffenen Bereiche Build-Controller bzw. Agent, Test-Controller bzw. -Agent und Work Item Tracking drehen und sich mit den Hintergründen zu den Abkündigungen sowie möglichen Alternativen beschäftigen.

Artikelserie

  • Teil 1: Abkündigungen von TFS-2017-Features und ihre Alternativen in TFS 2018
  • Teil 2: Neuerungen in TFS 2018 – Build- und Releasemanagement, Work Item Tracking und Git

Die alten Zöpfe müssen ab

Als Nutzer gewöhnt man sich über die Jahre meistens an Eigenheiten, Lücken und fehlende Funktionalitäten bestimmter Systeme, und Microsoft Team Foundation Server ist hier keine Ausnahme. In der Regel ist das auch gar nicht schlimm, denn Hersteller legen ihre Systeme meistens so aus, dass diese erweiterbar bzw. anpassbar sind. Kein Hersteller kann eine Software für jeden Anwendungsfall vorkonfigurieren und für jeden Nutzer hundertprozentig passend veröffentlichen. Über die Jahre bauen also die Nutzer auf Basis von Erweiterungen ihre eigene individuelle Werkzeug- bzw. Erweiterungswelt auf, um etwaige Lücken zu schließen oder einfach Prozesse zu automatisieren oder zu verbessern. Als Hersteller scheint dies am Anfang recht charmant zu sein, wird aber über die Zeit auch zur Herausforderung. Alte Schnittstellen für existierende Erweiterungen gilt es bei jedem neuen Release möglichst stabil zu halten. Man möchte seinen Kunden nicht durch ein Update noch weitere zusätzliche Aufwände wie z. B. Neuschreiben und Testen von Erweiterungen bescheren. Gleichzeitig aber verursacht die Abwärtskompatibilität auch Probleme bei der Weiterentwicklung der eigentlichen Softwareplattform, da neue Features ggf. Rücksicht auf alte Funktionalitäten nehmen müssen. Es entsteht so über die Zeit eine Art Spirale, die im totalen Stopp von Neuentwicklungen enden kann. Als Hersteller muss man irgendwann die schmerzliche Entscheidung treffen, alte Zöpfe abzuschneiden.

Eine solche Situation ist jetzt genau mit TFS 2018 eingetreten. Microsoft wird einige alte Funktionen im Bereich Build, Test und Work Item Tracking abkündigen, um sich Raum für neue Innovationen zu verschaffen. Leicht ist diese Entscheidung sicherlich nicht gefallen. Doch was hat das Microsoft-TFS-/VSTS-Team dazu bewegt, gerade bei großen Nutzerkreisen verbreitete Funktionen abzukündigen?

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

Windows Developer 2.18 - "Microservices"

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579824460TFS-2018 Release Notes: Die Krux steckt im Detail
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