Wolfgang Schmidt Selbstständig

Im Wesentlichen lässt sich die Ver- und Entschlüsselung mit 20 Zeilen JavaScript erledigen. Wir wollen das Ganze aber etwas anschaulicher machen und implementieren daher eine grafische Darstellung einer Chiffrierscheibe für die Caesar-Verschlüsselung.

Neben dem Umfang der Überwachung war ein wesentlicher Bestandteil von Snowdens Enthüllungen die Tatsache, wie viele bis dahin als sicher geltende Übermittlungsverfahren von der NSA ohne größere Schwierigkeiten mitgelesen werden konnten. So aktuell das Thema ist, ist es gleichzeitig schon sehr alt. Seit der Antike wurden Verfahren und Maschinen verwendet, um Nachrichten zu verschlüsseln. Diese Artikelserie implementiert zwei dieser Maschinen in JavaScript und beleuchtet gleichzeitig kryptografische Gesichtspunkte.

„Gallia est omnis divisa partes tres“ – „Gallien in seiner Gesamtheit zerfällt in drei Teile“. Das sind die berühmten Eingangsworte der Berichte über den gallischen Krieg, die vom römischen Feldherrn und Politiker Gaius Julius Caesar ungefähr 50 v. Chr. verfasst wurden. Caesars Berichte dienten im Wesentlichen propagandistischen Zwecken, um seine Taten in Gallien zu verherrlichen und sein Bild in der Öffentlichkeit zu verbessern. Caesars Stil in den scheinbar objektiven Berichten (er spricht etwa von sich selbst in der dritten Person) ist ein Musterbeispiel einfacher und klarer Sprache. Das entspricht der Absicht Caesars, der mit diesen Schriften einen möglichst weiten Leserkreis ansprechen und daher für alle verständlich schreiben wollte.

Während Caesar also hier an größtmöglicher Verständlichkeit für alle interessiert war, gab es Situationen, wo er als Militärchef Befehle an Untergebene übermitteln musste. Diese mussten meist von Boten überbracht werden, die abgefangen werden konnten. Wäre so etwa der Aufmarschplan einer Legion in feindliche Hände geraten, hätte das Abfangen der Nachricht katastrophale Folgen bis zur Vernichtung der Legion haben können.

Römische Verschleierungstaktiken

Der römische Schriftsteller Sueton beschreibt in seinem Werk über das Leben der Caesaren, wie Caesar in solchen Fällen vorging: „[…] Briefe sind vorhanden, […] in denen er, wenn er etwas geheim halten wollte, in einer Geheimschrift schrieb, das heißt mit veränderter Reihenfolge der Buchstaben, sodass man kein Wort lesen konnte: Wenn man sie entziffern will, muss man den vierten Buchstaben, das heißt das D für das A einsetzen und so weiter […]“.

Caesar verschob zum Verschlüsseln also einfach nur die Buchstaben des Alphabets um drei Stellen. Zum einfachen Ver- und Entschlüsseln kann man einfach zwei gegeneinander verschobene Alphabete untereinander schreiben.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

PHP Magazin 4.18 - "Packt mein Shop das?"

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579841236Verschlüsselungsmaschinen und JavaScript
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