Markus Wittwer Selbstständig

In agilen Teams kommen Konflikte direkt auf den Tisch und werden damit überhaupt erst bearbeitbar. Der Umgang mit diesen Konflikten erfordert Selbstwahrnehmung, Selbstregulation und Empathie.

Wie können Sie es schaffen, dass Ihr Unternehmen mutig mit den Ideen und Techniken aus New Work und Agilität experimentiert und zügig etabliert, was erfolgreich ist? Innere emotionale Kompetenzen bei möglichst vielen Mitarbeitern und Führungskräften sind entscheidend, um solche Veränderungen schnell und nachhaltig in der Organisation umzusetzen. Das bei Google entwickelte Seminarprogramm Search Inside Yourself bildet Teilnehmende in genau diesen Fähigkeiten aus.

Betrachtet man die Diskussion um New Work, so werden zum einen die treibenden Kräfte aufgezeigt, z. B. das Ende der Trennung von Handelnden (den Arbeitern) und Denkenden (dem Management), disruptive Veränderungen, Komplexität und Vernetzung im Markt und der Wertewandel der Generation Y. Zum anderen werden Antworten diskutiert: Der notwendige Kulturwandel, die Auswirkungen auf die Aufbau- und Ablauforganisation (z. B. Netzwerkorganisation, Holacracy) und die diversen Praktiken, die in agilen/New-Work-Organisationen gelebt werden.

Ich möchte hier einen seltener beleuchteten Aspekt dieses Veränderungsprozesses betrachten: Was kann ich als Individuum lernen, um in dieser sich verändernden Arbeitswelt erfolgreich zu sein und Zufriedenheit zu finden? Und wie kann eine Organisation dieses individuelle Lernen fördern, um so in der Konsequenz veränderungsbereiter zu werden?

Meine These: Neben neuen Organisationsformen und neuen sozialen Technologien der Zusammenarbeit braucht eine Veränderung hin zu New Work und Agilität auch die Weiterentwicklung persönlicher Kompetenzen. Erst wenn diese Kompetenzen bei einer kritischen Masse von Mitarbeitern entwickelt sind, kommt die Organisation über die Anwendung agiler Techniken und Praktiken von New Work hinaus und fängt an, Agilität zu leben. Erst so entstehen nachhaltig erfolgreiche, dynamikrobuste Unternehmen mit begeisterten Kunden und Mitarbeitern.

Die gute Nachricht: Diese persönlichen Kompetenzen sind erlernbar und zwar durch die Weiterentwicklung emotionaler Intelligenz. Obwohl das Konzept der emotionalen Intelligenz aus den 1990er-Jahren stammt, hat man erst in den letzten zehn Jahren verstärkt herausgefunden, wie diese basierend auf neurowissenschaftlichen Erkenntnissen systematisch entwickelt wird.

Was ist emotionale Intelligenz?

Wissenschaftlich wurde emotionale Intelligenz 1989 definiert, popularisiert hat das Konzept 1996 dann Daniel Goleman mit seinem Buch „Emotional Intelligence“. Goleman unterteilt emotionale Intelligenz in fünf Kompetenzen:

  • Selbstwahrnehmung: Meinen eigenen emotionalen Zustand, emotionale Muster und Präferenzen zu kennen und erkennen zu können. Diese Kompetenz ist der Schlüssel für die weiteren vier Kompetenzen.
  • Selbstregulation: Mit den eigenen Emotionen geschickt umgehen zu können, sie zu managen. Konkret bedeutet dies, den eigenen Gefühlen nicht ausgeliefert zu sein, sondern sie als Hinweisgeber auf unerfüllte Bedürfnisse und als Sprachrohr für Intuition zu nutzen.
  • Motivation: Anhand meiner Emotionen zu erkennen, wann mich etwas motiviert. Mit Erfolgen und Rückschlägen angemessen umgehen zu können.
  • Empathie: Vermuten und spüren können, wie es anderen Menschen geht.
  • Soziale Fähigkeiten: In sozialen Situationen mit eigenen und anderen Emotionen geschickt umzugehen, um z. B. Einfluss zu nehmen, schwierige Gespräche zu führen, Konflikte zu meistern und Vertrauen aufzubauen.

Doch warum ist emotionale Intelligenz in einem agilen Unternehmen nun besonders wichtig?

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

Business Technology 2.16 - "Digitale Disruption"

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