11 Karrieretipps: So schaffen Sie es zum Spitzenverdiener – dank Fear-Driven-Development!
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Die Angst hat viele Facetten. Doch auf dieser Tonleiter virtuos spielen zu können, ist die hohe Kunst des Career Building. Lernen Sie in der Angst einen treuen Begleiter kennen, den Sie je nach Situation verbreiten oder eindämmen, verstärken oder abschwächen können.

Um diese hohe Stufe der strategischen Angst-Proliferation zu erreichen, gilt es zunächst, die verschiedenen Formen der Angst zu verinnerlichen, um sie dann gezielt zu seinem Vorteil einsetzen zu können. Was hier deshalb folgt, ist eine kleine Typografie der Angst, wie sie Ihnen im Programmierer-Alltag vorkommen kann – quasi das 1×1 des Fear Driven Development:

  • Angst vor dem Code Angst vor dem Code tritt dann auf, wenn die Codebasis von allen als verehrungswürdiges, halbreligiöses Gebilde angesehen wird, an dem Veränderungen nur mit äußerster Vorsicht vorgenommen werden dürfen. Tipp: Verbreiten Sie selber Angst vor Ihrem Code, zeigen Sie sich hingegen angstfrei vor dem Code anderer.
  • Angst vor dem Rock-Star-Coder Jeder Code, der vom anerkannten Programmier-Rockstar im Team geschrieben wurde, ist unantastbar. Tipp: Wer diesen Rockstar-Code verändern will, fordert den Leitwolf offen zum Kampf heraus – was man ja durchaus mal versuchen kann.
  • Angst vor Legacy Ist eine Kombination der beiden ersten Formen der Angst. Legacy-Code ist funktionierende Magie, die bestimmt auch von Rockstar-Programmierern hergezaubert wurde. Tipp: Wer sich respektlos gegenüber Legacy-Code zeigt, sollte sich schon sehr sicher sein, den Kampf mit der Magie gewinnen zu können.
  • Angst vor dem Programmierfehler Wer Programmierfehler einbaut, wird an den Pranger gestellt. Man programmiert also so vorsichtig, dass das gesamte Projekt ins Stocken gerät. Einhergehen kann diese Form der Angst mit der Angst vor der Kontrolle: Diese tritt auf, wenn jede Zeile Code vom Vorgesetzten „gereviewed“ wird.
  • Angst vor dem bösen Architekten Zeigt sich darin, dass man nach jeder geschriebenen Codezeile auf den neben sich ausgedruckt liegenden Architekturplan schielt, um zu sehen, ob der Code auch wirklich den Vorgaben entspricht. Lieber auch nochmal die 5 UML-Diagramme und 6 Mockups checken, bevor man riskiert, eine Abweichung einzubauen.
  • Angst vor den bösen Testern Wer beim Coden nach jeder Zeile den Debugger anwirft, um zu checken, wie der Code sich verhält, leidet womöglich unter der Angst vor der QA-Abteilung. Tipp: TDD ist schön und gut – doch wozu gibt es eine Testabteilung?
  • Angst vor dem bösen Designer Pixelgenau. Wenn Ihnen jemand mit diesem Begriff kommt, war es bestimmt der böse Designer, der denkt, das Web verhalte sich genauso wie Photoshop. Tipp: Die Chef-Etage ist leider meist sehr „Photoshop-affin.“
  • Angst vor dem Hype Eine neue Technologie wird nur darum nicht eingesetzt, weil sich gerade ein Hype um sie herum gebildet hat. Alles, was in Mode ist, muss schlecht sein, oder? Beispiel: Wir nutzen Docker nicht, weil gerade jeder davon spricht….
  • Angst vor dem Anti-Hype Ist das Gegenteil von der Angst vor dem Hype. Sobald eine neue Technologie auftaucht, ist das schon Grund genug, sie auch einzusetzen. Wer jedes Jahr seine Codebasis mithilfe der aktuellen Hype-Technologie umschreibt, leidet wahrscheinlich an der Angst vor dem Anti-Hype.
  • Organisatorische Angst Kann dann auftreten, wenn jede noch so kleine Änderung am vorgesehenen Prozess garantiert laute Protestschreie von Kollegen, Managern, Kunden auslösen würde. Tipp: Die genialen Umstrukturierungsideen der Chefs lieber nicht in Frage stellen.

Sie sehen: Die Angst kann Ihrer Karriere durchaus im Weg stehen. Im Web kursieren unter dem Begriff „Fear Driven Development“ deshalb fast ausschließlich warnende Artikel und Blogbeiträge. Lernen Sie hingegen die Angst zu beherrschen und sie gezielt für Ihre Zwecke einzusetzen, stehen Ihnen alle Türen zu einem leitenden Manager-Posten offen!

Den Klassiker der Angst haben wir deshalb bis zum Schluss aufgehoben: die Angst vor dem Job-Verlust. Haben Sie es in Ihrer Karriere erst einmal geschafft, die Stufe des Managers zu erreichen, stehen Ihnen folgende und noch viel mehr Aussprüche zur Verfügung, um Angst und Schrecken zu verbreiten und Ihre Herrschaft auszubauen:

„Der Markt ist gesättigt. In Ihrem Alter noch ein Jobwechsel? Wer kündigt ist auf dem Markt verbrannt. Mit Ihrem Inselwissen wird es schwierig.“ Etc.

Welche Formen der Angst kennen Sie in Ihrem Entwickler-Alltag?

Aufmacherbild: Fear, fright, shadow on the wall von Shutterstock / Urheberrecht: Cranach

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