Diese Regeln sollte jeder Software-Entwickler beherzigen

11 Top-Tipps für Software-Entwickler
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Regeln, Richtlinien, Tipps – man kann es nennen, wie man will, am Ende sollen sie dabei helfen, produktiver zu sein und effizienter zu arbeiten. Neben den persönlichen Vorsätzen – etwa das regelmäßige Sport treiben oder für eine gesunde Ernährung zu sorgen – gibt es natürlich auch viele berufliche Regeln, die zu einem produktiveren Arbeitsalltag beitragen sollen.

John Sonmez hat darum elf Regeln entwickelt, die jeder Software-Entwickler beherzigen sollte.

11 Regeln für produktivere Software-Entwickler

Es gibt zahlreiche Tipps-und-Tricks-Listen, die Software-Entwicklern helfen sollen, produktiver und effizienter zu arbeiten. Dazu kommen eigene Regeln, die zu mehr Motivation anregen sollen. Dabei kommen natürlich zahlreiche verschiedene Richtlinien zusammen, aus denen man die wirklich hilfreichen Tipps herausfiltern muss. John Sonmez‘ Regelliste umfasst die folgenden elf Tipps, die sich jeder Software-Entwickler zu Herzen nehmen sollte.

1. Technologie ist nur das Tool, aber nicht die fertige Lösung

In regelmäßigen Abständen werden neue Frameworks, Programmiersprachen und Tools auf den Markt geworfen, die als die eierlegende Wollmilchsau zur Lösung aller Programmierprobleme angepriesen werden. Tatsächlich sind sie aber nur die Werkzeuge, um zu einer Lösung zu gelangen, nicht aber die Lösung selbst. Dazu kommt, dass sich meist nicht jedes Problem mit dem gleichen Tool lösen lässt und so die Bevorzugung eines bestimmten Hilfsmittels oft für neue Schwierigkeiten sorgt.

2. „Geschickt“ ist der Feind von „eindeutig“

Eines der obersten Ziele eines jeden Web-Entwicklers sollte es sein, eindeutigen und leicht verständlichen Code zu schreiben. Dabei ist sauberer und gut lesbarer Code deutlich wertvoller, als schwer verständlicher Code – egal, wie geschickt er geschrieben ist. Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, meist ist besonders clever geschriebener Code allerdings nicht wirklich eindeutig.

3. Nur dann Code schreiben, wenn es wirklich nötig ist

Auf den ersten Blick dürfte es zwar widersprüchlich anmuten, nur dann Code zu schreiben, wenn es wirklich sein muss – immerhin wird man als Software-Entwickler ja für das Schreiben von Code bezahlt – tatsächlich macht man sich selbst damit das Leben aber deutlich einfacher. Viele Entwickler lassen sich davon in Versuchung führen, Features zu ihrem Code hinzuzufügen, die über die erforderte Funktionalität hinausgehen, allerdings ist es meist genau dieser zusätzliche Code, der am Ende die Probleme verursacht. John Sonmez erklärt dazu:

Good software engineers don’t write code unless it’s absolutely necessary.

Great software engineers delete as much code as possible.

4. Kommentare sind meist „böse“

Kommentare im Code sind meist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits können so zwar Anmerkungen zum Code kommuniziert werden, die sich nicht eindeutig aus dem Code selbst herauslesen lassen, andererseits werden sie aber – im Gegensatz zum eigentlichen Code – nur selten mitüberarbeitet. Genau dabei liegt allerdings die Gefahr, denn so können sich leicht Fehler einschleichen, vor allem, wenn die Kommentare nicht mit dem Code überprüft werden. Darum sollte so weit wie möglich auf Kommentare verzichtet werden und diese immer mit überarbeitet werden, wenn der Code geändert wird.

5. Vor dem Code-Schreiben wissen, was der Code bewirken soll

Eigentlich sollte es logisch sein: wenn man nicht weiß, was der Code bewirken soll, kann man keinen guten Code schreiben. Darum sollte man sich im Klaren sein, was man mit dem Code erreichen will, bevor man ihn schreibt. Test-Driven-Development kann dabei helfen, ist aber auch kein Wundermittel um zu verhindern, dass man den falschen Code schreibt.

6. Code testen, bevor man ihn an das Qualitätsmanagement weitergibt

Ohne ausreichende Tests sollte kein Code veröffentlicht werden – und auch nicht an das Qualitätsmanagement weitergegeben werden. Einerseits verhindert man so die Flut an unweigerlich folgenden Bug-Reports, andererseits spart man sich die Verlegenheit, dass andere die peinlichen Fehler sehen, die jedem mal passieren. Zudem gilt, dass die Qualität des Codes nicht nur Aufgabe des Qualitätsmanagements ist, sondern Aufgabe jedes Teammitglieds.

7. Jeden Tag etwas neues lernen

Lesen bildet. Darum sollte man versuchen, sich jeden Tag Zeit zu nehmen, um zu lesen und so etwas Neues zu lernen. Gerade angesichts der sich schnell verändernden Technologien ist es wichtig, seine eigenen Kenntnisse stetig zu erweitern, um nicht den Anschluss zu verlieren.

8. Nicht vergessen: Code schreiben macht Spaß

Die meisten Entwickler dürften diesen Karriereweg eingeschlagen haben, weil ihnen das Schreiben von Code Spaß macht, nicht, weil man dabei gut bezahlt wird. Im Arbeitsalltag vergessen allerdings viele Entwickler, dass Programmieren ihnen Spaß macht. Ein neues Projekt in Angriff zu nehmen, kann dabei helfen, sie daran zu erinnern.

9. Man kann nicht alles wissen

Auch wenn man sich stetig weiterbildet, man kann nicht alles wissen. Und das ist okay. Genauso ist es okay, andere um Hilfe zu bitten und sich vor Augen zu halten, dass man die nötigen Kenntnisse automatisch erwirbt, wenn man sie braucht. Dazu sagt John Sonmez:

don’t get caught up in trying to learn it all, when that is an impossible task.

10. Best Practices hängen vom Kontext ab

Best Practices können dabei helfen, besseren Code zu schreiben – wenn der Kontext stimmt. Nicht für jedes Projekt lassen sich Best Practices problemlos anwenden, darum muss immer abgewogen werden, ob die angepriesenen Best Practices zur aktuellen Situation passen oder nicht.

11. Immer nach Vereinfachung streben

Jedes Problem lässt sich in kleinere Teile herunterbrechen und für jedes lässt sich eine Lösung finden. Dabei sind die besonders einfachen Lösungen meist gleichzeitig die besten, auch wenn sie häufig die  am schwierigsten zu erreichenden sind. Software-Entwickler sollten daher so viel Zeit wie nötig in Anspruch nehmen, um mit dem entsprechenden Einsatz möglichst vereinfachte Lösungen zu präsentieren.

Produktivität kommt nicht von ungefähr. Es gibt zahlreiche Tipps und Tricks, die für mehr Effizienz sorgen sollen. Die hier vorgestellten Richtlinien dürften allerdings schon mal ein guter Startpunkt sein, um Software-Entwicklern zu besseren Arbeitsergebnissen zu verhelfen.

Aufmacherbild: Chalk drawing – concept of tip von Shutterstock / Urheberrecht: Raywoo

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