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Hast du auch mal daran gedacht, Zootool Open Source zu machen? Kann man sich an der Entwicklung beteiligen?
Ich habe daran gedacht, Teile davon als Open Source anzubieten. Es wäre bestimmt spannend das

Hast du auch mal daran gedacht, Zootool Open Source zu machen? Kann man sich an der Entwicklung beteiligen?

Ich habe daran gedacht, Teile davon als Open Source anzubieten. Es wäre bestimmt spannend das System, das die Einträge anhand des URLs erkennt und kategorisiert, mit anderen weiterzuentwickeln und zu verbessern. Leider fehlt mir dafür im Moment die Zeit, denn ich müsste einiges am Code ändern, um es als alleinstehende Version öffentlich machen zu können. Vielleicht irgendwann mal, aber bis dahin muss das API als Beteiligungsmöglichkeit ausreichen.

Gibt es einen besonderen Grund, warum du nicht auf ein MVC-Framework à la ZEND gesetzt hast?

Für mich zählt da irgendwie das Prinzip „less is more.“ Mit einem großen Framework im Rücken habe ich schon am Anfang eines Projekts immer das Gefühl, unendlich viel mit mir rumschleppen zu müssen.

Du hast vorhin gesagt, dass du die MySQL-Datenbank einsetzt. Momentan gibt es eine immer größer werdende, und teilweise falsch verstandene NoSQL-Bewegung. Wäre nicht eine dokumentbasierte Datenbank wie CouchDB oder MongoDB perfekt für eine Art von Webapplikation wie Zootool?

An einigen Stellen bestimmt. Ich bin auch am überlegen, Teile dahingehend umzubauen. Allerdings bin ich auch vorsichtig, was den Trend angeht. Wenn ich mir anschaue, was für gigantische Seiten auf MySQL oder PostgreSQL aufbauen, verstehe ich Leute nicht, die plötzlich behaupten, dass das nicht skalierbar wäre. Ich finde den Trend aber super spannend und an allen Stellen, an denen es sich lohnt, werde ich Zootool bestimmt auch umrüsten.

Nochmal zurück zu Kirby und PHP. Weshalb meinst du ist die Wahl, PHP für solche Webapplikationen zu nutzen, die richtige? Warum nicht Ruby oder Python?

Mit Sicherheit wäre Zootool auch in Ruby oder Python genauso gut oder aus der Sicht von manchen vielleicht sogar besser umsetzbar. Ich vertrete hier eher die Haltung, dass es wichtig ist, was für den User am Ende entsteht und dass es gut funktionieren muss. PHP war und ist die Sprache, mit der ich webentwicklungsmäßig aufgewachsen bin und von daher habe ich das Gefühl, damit am schnellsten all das erreichen zu können, was ich mir vorstelle. Ich glaube aber trotzdem, dass es keinen Sinn macht, an dieser Stelle irgendwie dogmatisch zu sein.

Basiert Zootool dann bereits auf PHP 5.3?

Nein, leider nicht. Als ich angefangen habe, war 5.3 noch nicht wirklich benutzbar und im Moment fehlt mir ehrlich gesagt die Zeit und der Anreiz, den Code mit 5.3 zu testen und die Server umzustellen.

Kommen wir zum Design von Zootool. Das extrem ansprechende User Interface von Zootool basiert also auf MooTools. Welche Vorteile hat für dich diese Library gegenüber jQuery, Dojo, YUI oder den anderen, die es gibt?

Ich finde die Erweiterbarkeit bei MooTools super gelöst und ich mag den Stil der ganzen Library. Ich habe bei MooTools immer das Gefühl, mit ganz wenigen Zeilen Code genau zu dem zu kommen, was ich möchte. Ich benutze nicht gerne Plug-ins, sondern schreibe meine eigenen und dafür ist es perfekt. Außerdem finde ich die Dokumentation und Demos auf der MooTools-Seite sehr gut.

Hast du für das Design irgendeine Vorlage im Kopf gehabt? Erinnert ziemlich an Mac OS, oder?

Das Design ist ganz gezielt an OS X angelehnt. Die Hauptzielgruppe von Zootool sind visuell orientierte Leute oder einfach nur Webjunkies und ich denke, dass in diesem Bereich der Mac eine immer wichtigere Rolle spielt. Es gibt meiner Meinung nach wenig daran zu rütteln, dass die meisten Programme für den Mac aus User-Interface-Sicht wesentlich intuitiver und attraktiver sind als Windows- oder Linux-Applikationen, auch wenn ich kein Apple-Hardliner bin. Ich wollte dem Ganzen trotzdem von Anfang an einen eigenen Charakter geben und nicht nur stupide eine Mac-App ins Web portieren. Daher stammt unter anderem auch der Gedanke, die Zoo-Metaphorik mit einzubauen und das mithilfe des Designs auch darzustellen.

Das ist dir auch sehr gut gelungen. Wird es dann auch noch ein Windows-Design geben?

Im Moment bin ich sehr zufrieden, auch wenn man natürlich immer etwas verbessern kann. Aber eine Windows-Adaption wird es mit Sicherheit nicht geben. Wer mag, darf aber gerne ein User-Style dafür schreiben und mir schicken 🙂

Vor Kurzem hast du ein API für Zootool bereitgestellt. Welche Key-Features bietet Zootool?

Das API ist noch in den Kinderschuhen, was die Funktionen angeht. Das Ziel ist, irgendwann alle wichtigen Features von Zootool auch über das API zu unterstützen. Im Moment kann man darüber vor allem Einträge abfragen und neue Einträge posten, was schon eine Menge Möglichkeiten bietet, um Mashups zu erstellen.

Zu den Key-Features von Zootool gehören vor allem das Sammeln von Bildern, Videos, Dokumenten und Links und das Organisieren über Tags und ein Ordnersystem, das sich „Packs“ nennt. Außerdem bietet Zootool Schnittstellen zu Twitter, Facebook, Tumblr, Friendfeed und Delicious, um Einträge möglichst einfach und schnell weitergeben zu können.

Gerade vor Kurzem ist zusätzlich ein Import hinzugekommen, mit dem man Bookmark-Sammlungen von Delicious, Mister Wong oder seinem Lieblingsbrowser importieren kann.

Wie hast du das API eigentlich gebaut? Ist das ein SOAP-Service, RPC oder RESTful?

Das API ist ein ziemlich simples REST-API. Zootool baut selbst auf unzähligen APIs auf und daher waren meine persönlichen Lieblings-APIs ein ungefährer Leitfaden. Dazu gehört vor allem das API von Flickr, Twitter und letzens das API von CloudApp.

Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, ein API anzubieten, für das man sich erst mehrere Stunden durch die Dokumentation wühlen muss, um die erste Abfrage machen zu können.

Reden wir übers Big Business. Momentan ist Zootool komplett kostenlos. Gibt es Ideen, mit dem Portal Geld zu verdienen? Was machst du, wenn Google kommt und sagt „Hey we wanna buy Zootool?“

Seit erstem Mai gehören wir zum Fusion-Netzwerk. Fusion gehört zu den erfolgreichsten Werbenetzwerken im Webdesignbereich. Das Schöne daran ist, dass die Anzeigen, die darüber bei uns geschaltet werden, extrem ansprechend sind, was natürlich perfekt passt. Zum anderen gibt es Pläne für eine Pro-Version, die es ermöglichen soll, im Team oder als Agentur Zootool nutzen zu können.

Die Frage, was wir machen würden, wenn Google kommt, ist zum Glück relativ hypothetisch. Aus dem Bauch heraus würde ich ablehnen, weil schon viele gute Seiten nach solchen Aufkäufen kaputt gegangen sind und das für mich eine schreckliche Vorstellung wäre, aber man kann nie wissen .

Das klingt ziemlich spannend und überzeugt. Welches sind jetzt die nächsten Schritte für Zootool? Zum einen aus der Sicht der Applikation und Features und zum anderen aus der Businesssicht.

Es gibt noch eine ganze Menge Ideen, Zootool weiter zu verbessern und mehr Inhalte zu unterstützen. Seit dem Relaunch hat sich außerdem eine ziemlich lange To-Do-Liste mit Featurewünschen und Verbesserungen angesammelt, die ich nach und nach abarbeiten will.

Und dann gibt es da noch streng geheime Pläne für iPhone- und iPad-Apps. Aus Businesssicht stehen aber vor allem die Pro-Version und mehr Wachstum im Vordergrund, um Zootool auf lange Sicht rentabel zu machen.

Bastian, ganz herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg mit Zootool!

Vielen Dank!

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