4 für ein Himmelfahrtskommando: Wenn die Cloud zur Sackgasse wird
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Zugegeben, Buzzwords waren schon immer ein Hinweis auf abenteuerliche Herausforderungen, die Cloud macht da keine Ausnahme. Nun hat sich das Konzept jedoch tapfer geschlagen und tatsächlich sind einige

Zugegeben, Buzzwords waren schon immer ein Hinweis auf abenteuerliche Herausforderungen, die Cloud macht da keine Ausnahme. Nun hat sich das Konzept jedoch tapfer geschlagen und tatsächlich sind einige Vorteile – als Schlagwörter seinen nur einmal Effizienz, Redundanz oder Skalierbarkeit genannt – nicht von der Hand zu weisen. Clouds eignen sich beispielsweise hervorragend, um SaaS- oder auch PaaS-Systeme dynamisch anbieten zu können, was in der Praxis die Möglichkeit erfordert, anfallende Workloads einfach vom Datacenter in die Cloud, oder auch von einer Cloud zur anderen transferieren zu können.

In der Praxis …

In der Praxis müssten Unternehmen hier zunächst zwei Herausforderungen meistern, wie beispielsweise James Whitehurst, CEO bei Red Hat kürzlich in einem Interview mit IDG/NetworkWorld formulierte. Zum einen sei dies die Wahl der richtigen APIs, was dieser Tage eine durchaus unübersichtliche Aufgabe sein dürfte. Ein noch viel wichtigerer Punkt sei es jedoch, auch ein Augenmerk auf die Performance bei Wechsel in die Cloud oder zwischen den Clouds untereinander zu haben. Unter den Cloud-Providern selbst hat man sich derzeit vor allem auf den ESX Hypervisor (VMware), Hyper-V (Microsoft) oder auch KVM (Red Hat) spezialisiert. Und als ob das nicht schon genug wäre, stellt sich für Unternehmen auch die Frage, wie es denn um Lizenzen und Support bestellt ist, wenn die genutzte Anwendung die Cloud wechselt.

4 Wege in die Sackgasse

Damit das Abenteuer Cloud nicht frühzeitig in einer Sackgasse endet, seien allerdings noch vier weitere Punkte zu beachten. Mark Hinkle von Zenoss (einem Anbieter für u.a. Open-Source-basierten Network-Monitoring-Lösungen) fasst die Gefahr zusammen: Cloud Lock-in.

Im Detail verstecken sich dahinter vier Gelegenheiten, sich in die Nesseln zu setzen. Zunächst nennt Hinkle das Application Lock-in, eine Gefahr, der man jedoch (ganz gleich auf welche Infrastruktur man setze) prinzipbedingt immer ausgesetzt sei. Bedrohlicher ist da schon das mögliche Platform Lock-in. Die virtuellen Maschinen der Cloud-Provider sind – im Interview wurde es angesprochen – hoch spezialisiert. Wer auf gleichbleibende Performance Wert legt, sollte sich die Plattformen also genauer ansehen.

Data Lock-in ist dann ein Punkt, der im Zusammenhang mit Cloud Computing immer wieder fällt. Um es auf einen Nenner zu bringen: Wem gehören die Daten?

Zu guter Letzt nennt Hinkle auch noch das Tool Lock-in. Von der Konfiguration über das Bereitstellen bis hin zum Monitoring cloudbasierter Anwendungen ist man auf eine ganze Reihe an Tools angewiesen, wobei Hardware und lokale Anwendungen ebenso bedacht sein wollen.

All die Aufregung

Wozu nun all die Aufregung? Cloud Computing bietet zahlreiche Chancen und die vier genannten Hürden sind beileibe keine Ausschlusskriterien für eine Entscheidung pro Cloud. Wie es Mark Hinkle treffend formuliert: Understand what you are commiting to. Denn wer weiß, wo er abbiegen kann, muss am Ende nicht in einer Sackgasse landen.

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