5 Tipps zur Verbesserung des Prototyping-Prozesses
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Designer denken visuell. Darum fällt es ihnen meist nicht schwer, sich bei einem Platzhalter für Texte oder Bilder das fertige Ergebnis vorzustellen. Andere werden durch Platzhalter und Low-Fidelity-Wireframes dagegen oft vor eine Herausforderung gestellt, weil sie sich das finale Produkt nicht richtig vorstellen können.

Wie lässt sich also der Designprozess verbessern, um dieses Problem zu umgehen? Der Frage ist Clark Wimberly nachgegangen und nennt fünf Tipps, mit denen sich der Prototyping-Prozess vereinfachen lässt.

Darauf sollte man beim Prototyping-Prozess achten

Der erste Schritt zu einem möglichst reibungslosen Prototyping-Prozess ist die Frage, welches Fidelity-Level genutzt werden soll. Unterschieden wird dabei in Low-Fidelity, Mid-Fidelity und High-Fidelity. Der Trick dabei: man muss wissen, wann der richtige Zeitpunkt für die Präsentation eines High-Fidelity-Prototyps erreicht ist.

Das Geheimnis für ein besseres High-Fidelity-Prototyping ist die Planung in der Low-Fidelity-Phase. Wird der allgemeine Aufbau der Website bereits mit Sketchen und Wireframes möglichst akkurat abgebildet, kann später umso schneller an der tatsächlichen Umsetzung gearbeitet werden. Genauso wichtig ist es allerdings, bei der Präsentation des Prototyps klar zu sagen, welches Fidelity-Level der vorgestellte Prototyp hat. So werden die Erwartungen der Betrachter direkt in die richtigen Bahnen gelenkt und für ein konstruktiveres Feedback gesorgt.

Idealerweise werden Wireframes so früh und so oft wie möglich präsentiert. Allerdings sollte man sich dabei genau überlegen, wer in diesen Prozess mit eingebunden wird. Dazu sagt Clark Wimberly:

Constant collaboration during the design process is the key to launching a great product.

Es gibt eine ganze Reihe von Tools, mit denen sich die verschiedenen Meinungen zum Prototyp zu unterschiedlichen Phasen des Prozess sammeln und evaluieren lassen. So ist es auch kein Problem, Teammitglieder, denen vielleicht die Vorstellungskraft zwischen Prototyp und fertigem Produkt fehlt, erst zu einem späteren Zeitpunkt in den Prozess einzubinden.

5 Tipps für einen besseren Prototyping-Prozess

Wie lässt sich aber der Prototyping-Prozess vereinfachen? Clark Wimberly nennt zum Beispiel die folgenden fünf Tipps:

Tipp 1: der Prototyp muss „gut genug“ sein

Ein guter High-Fidelity-Prototyp muss nicht zwingend produktionsfertig sein – zumindest aber alle möglichen Ablenkungsfaktoren aus dem Prozess entfernen. Statt also übermäßig viel Mühe in das Erstellen des Prototyps zu stecken, sollte sie lieber in das finale Produkt gesteckt werden. Für den Prototyp reicht es meist, wenn er einfach nur gut genug für die Präsentation ist. Dafür sollte man sich vor der Präsentation Gedanken machen, welche Fragen möglicherweise gestellt werden und den Prototyp entsprechend vorbereiten.

Tipp 2: Lineare Arbeit vermeiden

Design-Prozesse sollten multi-threaded sein. Statt sich also immer nur auf eine Sache zu konzentrieren, sollte ein Design-System erstellt werden, bei dem man sich auf eine andere Aufgabe konzentrieren kann, wenn man bei der ursprünglichen Arbeit nicht weiterkommt.

Tipp 3: Wiederverwendbare Styles und Symbole erstellen

Will man mehrere Design-Elemente ändern, geht das am schnellsten, wenn sie alle gleichzeitig geändert werden. Viele Design-Tools rühmen sich mit wiederverwendbaren Styles und Symbolen, die einem beim Erstellen von Prototypen viel Zeit sparen können. Zudem kann man so auch leicht neue Ideen ausprobieren, ohne dass man viel Arbeit in Elemente steckt, die am Ende nicht übernommen werden.

Tipp 4: Realistische Assets verwenden

Mit dem richtigen Foto oder einer passenden Illustration kann ein Wireframe leicht zu einem High-Fidelity-Design befördert werden. Realistische Assets zu verwenden, kann auch dabei helfen, Verwirrung während der Präsentation des Prototyps zu vermeiden.

Tipp 5: Reale Devices nutzen

Was in einem Desktop-Emulator wie natives Design aussieht, ersetzt nicht die User Experience des Designs auf einem realen Device. Gerade für Mobile- und IoT-Designs spielt das Aussehen auf dem echten Gerät eine wichtige Rolle, darum sollte so viel wie möglich auf realen Devices getestet werden.

Eins zeigt sich dabei besonders, nämlich dass sich der Prototyping-Prozess mithilfe einiger Tipps und Tricks deutlich vereinfachen lässt. Wird bereits mit den Wireframes eine solide Basis des Designs geschaffen, kann später schneller iteriert werden, um ein möglichst gutes Produkt zu produzieren. Das heißt vor allem eins: der Fokus sollte auf dem liegen, was wirklich wichtig ist – auch wenn das bedeutet, die Struktur und Funktionalität des Prototyps getrennt von dessen Aussehen betrachten zu müssen.

Aufmacherbild: Bright idea on blackboard concept von Shutterstock / Urheberrecht: Ai825

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