Änderungen im .NET Core bringen Einheitlichkeit
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Microsoft hat neue Informationen zum Kern seiner Software-Entwicklungsplattform bekanntgegeben: .NET Core schließt nun einen neuen modularen Fork des .NET Frameworks sowie eine einheitliche Base Class Library (BCL) mit ein. Nachfolgend haben wir für Sie zusammengestellt, mit welchen Vor- und Nachteilen Entwickler rechnen müssen.

Als Lösung dieses Problems stellte das Unternehmen zu Beginn des Jahres sein Universal-Apps-Projekt vor. Dieses sieht vor, dass Entwickler Anwendungen für Windows Phone und Windows 8 mit einer einheitlichen Codebasis bauen können. Doch so sehr, wie es auf den ersten Blick erscheint, konnte das Projekt nicht überzeugen. Mit Univeral Apps kann Code zwar geteilt werden, aber an den Stellen, an denen es nötig ist, muss darüber hinaus noch immer Plattform-spezifischer Code geschrieben werden.

Einheitlicher Code für .NET Core

Um Einheitlichkeit zu bringen, hat Microsoft nun .NET Core mit einem neuen modularen Fork und einem einheitlichen Code ausgestattet. Zudem besitzt auch .NET Native, die Vorkompilierungstechnologie für die Erstellung und Bereitstellung von Windows Store Apps, ab sofort seine eigene Implementierung.

Die Änderungen in .NET Core schließen auch Neuerungen in der Struktur der bisherigen Bibliotheken mit ein. Sowohl ASP.NET also auch Windows Store Apps und .NET Code können ab sofort ein einheitliches Set an Klassenbibliotheken verwenden.

Neues App-Deployment-Modell

Mit .NET Core wird zudem ein neues Deployment-Modell eingeführt, das so genannte „App-Local Deployment“. Verteilt wird der neue Code über den Paketmanager NuGet, wobei jeder Bestandteil des von Microsoft selbst gepflegten Codes stark modularisiert ist, was kleinere und häufigere Updates erlaubt. Die Idee dahinter ist, dass Entwickler nur die Teile des .NET Core importieren, die sie für ihr Projekt benötigen.

Im Gegensatz zum originären .NET Framework wird also jede .NET-Core-Anwendung ihr eigenes, individuelles Framework erhalten. Der Vorteil: Bestehende Anwendungen kommen mit dem Update auf .NET Core nicht zu Schaden. Zudem muss das .NET Framework nun nicht mehr in der richtigen Version auf dem Zielsystem installiert werden, da es bereits Teil der Anwendungen selbst ist.

Der Nachteil: Jedes Mal, wenn .NET Core über ein NuGet Package heruntergeladen wird, besteht die Gefahr, dass Kompatibilitätsprobleme auftreten. „Since you’ll be able to mix-and-match NuGet packages there can obviously be cases where certain combinations of components don’t play well together“, kommentiert Immo Landwerth, Program Manager des .NET-Framework-Teams das Problem. Um dieses zu umgehen, plant Microsoft, viermal im Jahr „Distributions“ für .NET Core einzuführen, die zuvor in Hinblick auf die Kompatibilität getestet wurden.

Auch Security-Fixes müssen beim Update der .NET-Bibliotheken bedacht werden. Hierzu erläutert Landwerth: „Critical security fixes must be deployed quickly and holistically in order to be effective. We are fully committed to making security fixes as we always have for .NET.“

Aufmacherbild: famous Golden Gate Bridge von Shutterstock / Urheberrecht: ventdusud

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