Ärger mit dem neuen Chef (Teil 2)
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Jetzt gilt es, strukturiert statt kopflos an die Sache heranzugehen. Stellen Sie sicher, dass Sie den Kontakt zum alten Chef aufrecht halten. Wenn dieser Rettungsfallschirm sich nicht öffnet, dann werden

Jetzt gilt es, strukturiert statt kopflos an die Sache heranzugehen. Stellen Sie sicher, dass Sie den Kontakt zum alten Chef aufrecht halten. Wenn dieser Rettungsfallschirm sich nicht öffnet, dann werden Sie an anderen Stellen aktiv. Sind Sie prinzipiell weiterhin von Ihrem Arbeitgeber überzeugt, dann erkundigen Sie sich unternehmensintern nach offenen Positionen und sprechen Sie mit Kollegen aus anderen Abteilungen. Vermeiden Sie es jedoch, schlecht über den neuen Chef zu sprechen, sondern agieren Sie sachlich und professionell. Signalisieren Sie Motivation für neue Aufgaben in einer neuen Rolle und einer anderen Abteilung, anstatt wie ein „Flüchtling“ aufzutreten. Generell werden Sie mit einem professionellen Verhalten und einer positiven Einstellung Vorgesetzte anderer Abteilungen eher überzeugen, Sie für eine interessante offene Position in Erwägung zu ziehen, als wenn diese vielmehr wie eine Notlösung erscheinen.

Sollte es intern keine neuen Perspektiven geben und Sie auch bereits mehrfach erfolglos das Gespräch mit Ihrem neuen Chef gesucht haben, um gegenseitige Erwartungen abzuklären und doch noch einen Konsens zu finden, dann bleibt nur der Weg nach draußen. Aber auch dieser sollte wohlüberlegt sein. Suchen Sie gezielt nach einer Position und einem Unternehmen, das Ihren Vorstellungen und Ihrer persönlichen Kompetenz gerecht wird. Versuchen Sie, so viel wie möglich über die Inhalte der Arbeit, Ihre Rolle sowie die Werte und Führungsprinzipien des potenziellen neuen Arbeitgebers herauszufinden, bevor Sie einen neuen Arbeitsvertrag unterzeichnen. Machen Sie sich bewusst, dass Sie sich auch im neuen Job erst einmal wieder einen Namen machen müssen und nicht sofort mit Forderungen von sich reden machen können. Sehen Sie den neuen Job als Chance und gehen Sie offen an die neue Aufgabe heran. Lassen Sie das Alte hinter sich, trauern Sie nicht länger Ihrem alten Super-Boss nach und reden Sie auch hier nicht schlecht über ihren unerwünschten Vorgesetzten. Bleiben Sie in Kontakt mit den alten Kollegen und halten Sie sich gegenseitig auf dem neuesten Stand.

Egal, wie Sie das Problem letztlich lösen, denken Sie daran, dass Ihre weitere berufliche Laufbahn grundsätzlich im Wesentlichen von Ihnen abhängt und nicht von Ihrem Chef, Ihren Kollegen oder Ihrem Arbeitgeber. Sie haben das Ruder selbst in der Hand. Auch wenn Sie mal in einen Sturm oder eine Sackgasse geraten, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Karriere wieder auf Kurs zu bringen.

Yasmine Limberger ist Diplombetriebswirtin und arbeitet seit mehr als 12 Jahren in der IT-Beratung. Verantwortlich bei Avanade Deutschland GmbH u. a. für den Bereich Personalmarketing, hat sie langjährige Erfahrungen bei der Auswahl von IT-Fach- und Führungskräften. Vor Kurzem ist ihr erstes Buch mit dem Titel „IT Survival Guide“ bei entwickler.press erschienen. Yasmine Limberger ist erreichbar unter yasmine.limberger@avanade.com.

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