Agile Development mit Scrum
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Scrum – eine agile Methode
Der Begriff Scrum kommt aus dem Rugby und bedeutet soviel wie „den Ball im Spiel halten“. Andrew Scotland, Head of Development bei der BBC New Media Division, hat Scrum auf der

Scrum – eine agile Methode

Der Begriff Scrum kommt aus dem Rugby und bedeutet soviel wie „den Ball im Spiel halten“. Andrew Scotland, Head of Development bei der BBC New Media Division, hat Scrum auf der JAOO 2005 in Aarhus, Dänemark, sehr treffend beschrieben:

Scrum is a simple ‚Inspect and Adapt‘ Framework that has three Roles, three Ceremonies, and three Artifacts designed to deliver working Software in Sprints, usually 30-day Iterations.

  • Roles: Product Owner, Scrum Master, Team
  • Ceremonies: Sprint Planning, Sprint Review and Daily Scrum Meeting
  • Artefacts: Product Backlog, Sprint Backlog and Burn-down Chart [3]

Andrew Scotland, 2005

Scrum ist ein iteratives und inkrementelles Vorgehen für die Produktentwicklung und die Organisation von Teams. Das so genannte Scrum Framework definiert eine Sammlung von Arbeitstechniken, Strukturen, Rollen und Methoden, mithilfe derer Aufgaben schneller und mit höherer Qualität erfüllt werden können. Dies gelingt zum einen durch sehr hohe Eigenmotivation – denn mit Scrum legt das Team selbst fest, welche Aufgaben auf welche Art und Weise erledigt werden -, zum anderen entstehen durch kontinuierliche Reflektionen optimale Arbeitsweisen, die es ermöglichen, Kundenanforderungen zu priorisieren und diese iterativ und schnell zu realisieren.

Scrum – in a Nutshell?

Wie schon erwähnt, beinhaltet Scrum drei direkt beteiligte Rollen:

  1. Der Product Owner erhebt die fachlichen Anforderungen, priorisiert sie und stellt sie dem Team vor.
  2. Der so genannte Scrum Master managt den Ablauf und sorgt dafür, dass das Team während einer Iteration (Sprint) ungestört arbeiten kann.
  3. Das Team, verantwortlich für die Entwicklung des Produkts, vervollständigt das Dreigestirn.

Anders als bei anderen Methoden, ist das Team bei Scrum aber nicht nur das ausführende Organ, sondern muss zunächst durch Fragen an den Product Owner genau herausfinden, was sich hinter den fachlichen Anforderungen verbirgt. Dem Team wird nicht vorgeschrieben, wie z.B. Features realisiert werden sollen, sondern es ist selbst, nachdem es die fachlichen Belange verstanden hat, für die richtige Umsetzung verantwortlich. Neben diesen drei Rollen gibt es noch weitere Stakeholder, die z.B. als Beobachter und Ratgeber dienen.

Die Anforderungen oder auch Requirements werden im Product Backlog niedergeschrieben, gepflegt, erweitert und vor allem auch priorisiert. Die jeweils am höchsten priorisierten Anforderungen werden im Sprint Planning Meeting, das zu Beginn der Iteration (Sprint) stattfindet, mit dem Team diskutiert. Hier findet das Team heraus, was sich hinter einer fachlichen Anforderung verbirgt und schätzt die notwendige Zeit für die Entwicklung. Alle Anforderungen, die nach dieser Schätzung in einem Sprint erledigt werden können, werden aus dem Product Backlog entfernt und vom Entwicklerteam während des Sprints realisiert. Dieses Arbeitspaket wird während der laufenden Iteration nicht durch Zusatzanforderungen modifiziert, um seine Fertigstellung nicht zu gefährden. Denn nur was am Ende fertig ist – und fertig heißt bei Scrum getestet und dokumentiert -, kann vom Product Owner im so genannten Review Meeting abgenommen werden. Bekannte Aussagen wie „. ich bin zu 80 Prozent fertig.“ gibt es nicht mehr. Alle anderen Anforderungen im Product Backlog werden vom Product Owner für den nachfolgenden Sprint vorbereitet, verändert oder auch neu priorisiert.

Die Tasks, aus dem Arbeitspaket heruntergebrochen, werden im Sprint Backlog festgehalten und täglich mit der Angabe über die Restaufwände versehen. So entsteht das immer aktuelle Burn-down Chart.

Abb. 2: Ein Sprint Burn-down Chart in Agilo for Scrum. Das Open-Source-Tool kann unter www.agile42.com kostenlos heruntergeladen werden.

Während des Sprints kann das Team konzentriert und ungestört die Tasks aus dem Sprint Backlog abarbeiten. Es trifft sich täglich zu einem Timeboxed Meeting von 15 Minuten, dem Daily Scrum Meeting, um auftretende Probleme zu klären und über Ergebnisse zu sprechen. Der Scrum Master sorgt während des gesamten Prozesses dafür, dass die Regeln eingehalten werden und dass keine Störungen von außen auftreten.

Am Ende des Sprints präsentiert das Team dem Product Owner und den Stakeholdern im Sprint Review Meeting die implementierten Funktionalitäten.

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