Agile Discovery für bessere Teamarbeit und Produkte

Agiles Arbeiten unter Zeitdruck
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Entwickler-Teams kennen das: Man würde gerne agil arbeiten, doch die Auftraggeber bestehen auf einen Festpreisvertrag, weil es anders nicht in das Budget passt. Gleichzeitig kommt das harte Timing für einen Livetermin um die Ecke.

Ist in solchen Situationen „agiles“ arbeiten noch möglich, geschweige denn angebracht?

Denn: Agile Methoden gehören inzwischen zum Mainstream. Doch ihre steigende Beliebtheit bringt auch Probleme mit sich. Projektleiter beschweren sich darüber, dass die agilen Vorgehensweisen nicht die Ergebnisse bringen, die man sich davon versprochen hat.

Judith Andresen, Organisationsentwicklerin und Agile Coach, veranschaulichte in ihrer Session „Agil unter Zeitdruck“ auf der International PHP Conference, wie Team und Auftraggeber zu einem effektiven Miteinander kommen können und wie man ein gutes Produkt zum definierten Termin abliefert.

Agil – aber wie?

Prinzipiell sind „agile Projekte“ und „Zeitdruck“ ein Widerspruch in sich. „Agile Projekte unter Zeitdruck“ ist ein Phänomen, das eigentlich gar nicht auftreten darf. Deswegen zunächst „back to the roots“ und damit zu den Grundlagen des Agilen Manifests. Was heißt eigentlich „agil“?

„Agil“ heißt auf jeden Fall nicht, dass alle Stakeholder happy und zufrieden sind oder sein sollten. Die 12 Prinzipien des Agilen Manifests sind vielmehr sehr hart und rigoros und nicht auf „happiness“ ausgerichtet. Ganz klar wird eine Haltung beschrieben, keine Projektmethoden. Und: Das Agile Manifest macht sehr feine Unterschiede zwischen dem Projekt- und dem Development-Team. Deshalb gilt für die Fachlichkeit als auch für die Technik: „Tue das richtige“ ist die Quintessenz von agil!

Simplicity – the art of maximizing the amount of work not done – is essential. (10. Prinzip des Agilen Manifests)

In der Praxis kommt es dann aber doch zu „Agil unter Zeitdruck“, und zwar aus einem simplen Grund: Projekte sind zeitlich begrenzt. Alles andere sind Vorhaben, Prozesse, Regelbetrieb oder wie auch immer man das nennen möchte.

Inwiefern ist eine solche Zusammenarbeit jenseits einer definierten agilen Projektmethode dann aber als agil zu verstehen?

Agile Discovery

Einen Lösungsansatz dieses Dilemmas bieten die Elemente der „Agile Discovery“. Sie lassen sich nutzen, um User Storys zu schreiben, die die Sache auf den Kern bringen. Allerdings muss in der „Agile Discovery“ die richtige „Triade“ gefunden werden! Eine geeignete Truppe aus drei Personen, die die Bereiche Technik, Fachlichkeit und Design vertreten und sich für das Produkt fragen: Was ist ein echte Nutzen? Am besten sogar zahlreiche W-Fragen stellen: Was ist der tatsächliche Nutzen? Was ist die bestehende Alternative? Wie macht die Lösung das Produkt einfacher/besser?

Die Triade setzt sich also schon im Grooming zusammen, und definiert: Was ist der Kern dessen, was wir erreichen wollen!

Kleine, veränderbare Systeme!

Welche Auswirkungen hat das auf das Produktteam? Wie sieht es aus? Wie sollte es arbeiten? Produktteams in der „Agile Discovery“ sollten kleine, schlanke Lösungen (modular, Kapselungen) bauen und gleichzeitig Systeme, die veränderbar sind. Veränderbar soll in diesem Fall aber nicht „flexibel“ bedeuten. Stattdessen zielt es vielmehr darauf ab in der Lage zu sein, das System schnell anpassen zu können und ist somit eine architektonische Anforderung. Kleine und veränderbare Lösungen und Systeme erhöhen die Chance, gut in den Sprint/die Sprints einzusteigen.

Doch wie wird am Ende dann auf den Punkt geliefert? Die an sich naheliegendste Idee ist es, ins Gespräch zu gehen, sich die Hand zu reichen. Das Problem, das dabei meistens auftritt: Der externe Auftraggeber muss in die Triade integriert werden! Weil jedoch Manager vor allem klassisch ausgebildet sind, fällt diese Integration nicht immer leicht. Sie müssen Schritt für Schritt an die Vorgehensweise herangeführt werden.

Abschließend lassen sich die Judith Andresens Praxistipps so zusammenfassen:

  • Es sollte immer definiert werden: Wer redet wann mit wem über was?
  • Beim Diskutieren mit externen Auftraggebern ist es sinnvoll, wichtige Punkte anhand von Beispielen zu erläutern. Alles sollte anschaulich und konkret sein!
  • Kurze Sprints. Viel sprechen!
  • Das Grooming sollte in einer Triade stattfinden!
  • Seid ein Team! Zusammen Ideen haben und sich immer wieder fragen: Was ist der Nutzen?

Befolgt man diese Tipps, stehen die Chancen gut für eine gute Zusammenarbeit, die für alle sinnstiftend und annehmbar ist.

ML Conference 2019

Workshop: Machine Learning 101++ using Python

mit Dr. Pieter Buteneers (Chatlayer.ai)

Honey Bee Conservation using Deep Learning

mit Thiago da Silva Alves, Jean Metz (JArchitects)

Aufmacherbild: Stopwatch squeezed in a clamp via Shutterstock / Urheberrecht: Slavoljub Pantelic

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