Kein Aprilscherz

Chef wird Open Source: Ein Schritt in Richtung Zukunft für Infrastructure as Code
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Dass Open Source etwas Wünschenswertes und auch aus unternehmerischer Sicht etwas Profitables sein kann, haben mittlerweile viele Softwarefirmen verinnerlicht. Auch Chef Software zählt sich nun zu diesem illustren Kreis von Vordenkern. Das Unternehmen gab bekannt, künftig das gesamte Softwaresortiment Open Source zur Verfügung zu stellen.

Open Source ist, auch und vor allem für die Welt von DevOps keine Seltenheit mehr. Gerade die verbreitetsten, beliebtesten und (womöglich auch) besten Tools ihrer Zunft sind quelloffen verfügbar und werden von einer starken Community weiterentwickelt und verbessert – man denke hier an Tools wie Prometheus für das Monitoring, Kubernetes für die Orchestrierung von Containern oder Jenkins für Continuous Delivery bzw. Continuous Integration.

In Sachen Konfigurationsmanagement gibt es verschiedene Tools, von denen sich keins so richtig als „das beliebteste Tool“ bezeichnen lässt. Puppet, Ansible und Chef kämpfen um die Gunst der User, dabei greift das zuletzt Genannte nun auf die Mitarbeit selbiger zurück: Das Unternehmen hinter Chef hat sich dazu entschlossen, das Tool und sämtliche sonstige Software unter die Apache-2.0-Lizenz zu stellen.

Die Zukunft ist Open Source

Barry Crist, CEO von Chef Software, Inc., erklärte im Blogpost zu der Ankündigung, dass man bei Chef bereits etliche Modelle der Monetarisierung und der Lizensierung durchprobiert habe, allerdings nie die richtige Balance gefunden habe.

Over the years we have experimented with and learned from a variety of different open source, community and commercial models, in search of the right balance. We believe that this change, and the way we have made it, best aligns the objectives of our communities with our own business objectives. Now we can focus all of our investment and energy on building the best possible products in the best possible way for our community without having to choose between what is “proprietary” and what is “in the commons.”

–Barry Crist, CEO von Chef Software, Inc.

Der Fokus, so Crist, liege nun darauf, dass man gemeinsam mit der Community das bestmögliche Produkt erstellen könne. Für die Nutzer liegt dabei die Betonung auf „open“, denn das Unternehmen verspricht, zukünftig offener zu sein, was den Entwicklungsprozess angeht, gerade auch in Bezug auf Roadmaps. Kollaboration als Anreiz für die Community, Produkte zu nutzen, zu empfehlen und sich am Entwicklungsprozess aktiver zu beteiligen, kann viele Gründe haben. Bei Chef gibt man in den FAQ an, gerade das beste Quartal der Unternehmensgeschichte gefeiert zu haben, finanzielle Gründe scheinen es also nicht zu sein, jedenfalls keine finanziellen Engpässe. Offizieller Grund für den Shift zu Open Source ist allerdings unter anderem auch, ein besseres kommerzielles Modell für die Enterprise-Kunden bereitzustellen.

Für bestehende Kunden von Chef wird sich wohl wenig ändern, soll heißen: Wer heute für Chef bezahlt, der bekommt ein verbessertes Produkt zu den gleichen Konditionen. Neue User können sich entscheiden, ob sie die kommerzielle Distribution verwenden, das ganze Open Source nutzen oder eine ältere, kostenfreie Distribution weiternutzen möchten. Letzte Option ist allerdings etwas gewagt, da es keinen Long-Term-Support für ältere Versionen als Chef 15 geben wird. Die letzten Sicherheitsupdates und Bugfixes wird es nur noch bis zu einem Jahr nach Veröffentlichung von Chef 15 geben.

Chef Enterprise Automation Stack

Für Unternehmenskunden hat Chef ebenfalls etwas Neues parat, wie oben bereits angedeutet: Den Chef Enterprise Automation Stack. Dieses kommerzielle Paket soll die Kundenbedürfnisse in Sachen Support, Garantien und Schadensersatzleistungen abdecken. Die Kosten fallen allerdings nur für Unternehmen an, die Chef im kommerziellen Umfeld nutzen möchten, wer das nicht möchte, kann den Chef Enterprise Automation Stack kostenfrei nutzen. Dieses Modell kennt der ein oder andere vielleicht von Konkurrent Red Hat (Ansible).

Grundlage des Stacks ist die Chef Workstation, mit der sich Entwicklungsumgebungen schnell aufsetzen lassen, Chef Automate stellt die Observability- und Managementkonsole des Systems dar. Das „klassische“ Chef (jetzt als Chef Infra bezeichnet) ist für die Automatisierung der Infrastruktur verantwortlich, Chef InSpec für die Automatisierung von Security und Compliance sowie Chef Habitat für das automatisierte Deployment und die entsprechende Orchestrierung.

Weitere Informationen zu den Änderungen bei Chef gibt es im Blog-Beitrag von Chefs CEO Barry Crist.

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