Das Geheimnis eines positiven Arbeitsklimas
Kommentare

Was macht eine positive Firmenkultur aus und wie kann man sie beeinflussen? Mit diesen Fragen befasst sich Eamon Leonard in seinem aktuellen Artikel. Beruhend auf seinen eigenen Erfahrungen in der IT-Branche versucht er zu definieren, wie ein positives Arbeitsklima entsteht und welche Faktoren es aufrecht erhalten. Um es vorweg zu nehmen: auch, wenn Tischtennisplatten und kostenloses Mittagessen am Arbeitsplatz Spaß machen – das ist es nicht.

Insofern ist der Facebook-Campus im Silicon Valley mit seinen vielen Freizeiteinrichtungen für die Angestellten zwar beeindruckend; er kann aber nur schwer als Beispiel für eine positive Firmenkultur nach den Maßstäben Leonards herangezogen werden. Das Wildtiergehege auf dem Campus sagt nämlich noch lange nichts über den Umgang der Mitarbeiter miteinander aus. Genau darum geht es Leonard aber.

Auf den Einzelnen kommt es an

Eine Firmenkultur ist für ihn etwas natürliches, das immer entsteht wenn Menschen miteinander arbeiten. Ob sie positiv oder negativ ist, hängt dabei vornehmlich vom Verhalten des Einzelnen ab. Und das macht eine Firmenkultur im Ganzen schwer zu beeinflussen.

Zu einer positiven Firmenkultur gehört eine vertrauensvolle Atmosphäre; die Mitarbeiter sollen außerdem glücklich mit ihren Jobs sein und stolz darauf – sie sollen gerne zur Arbeit gehen. Offenheit für Kritik ist für Leonard genau so wichtig wie Kollegialität, Respekt und gutes Teamwork.

Wenn das alles vorhanden ist, steigt die Produktivität, erläutert Leonard weiter – und das ist etwas, was sich jeder Chef wünscht. Es gibt jedoch schlechte Nachrichten, denn ein einfacher Weg zu einem guten Arbeitsklima existiert nicht. Eine positive Firmenkultur entsteht mit der Zeit und nicht plötzlich; eine einzelne Maßnahme hilft noch lange nicht.

Identifikationsobjekte

Wichtig für die Firmenkultur ist laut Leonard allerdings, dass die Mitarbeiter sich mit etwas identifizieren können – mit Werten, die gemeinsam festgelegt wurden oder Standards, auf die man sich geeinigt hat. Und mit dem Produkt, dem Unternehmen für das sie arbeiten. Wenn dann auch noch neue Mitarbeiter gleich mit diesen Standards vertraut gemacht werden, ist das Unternehmen auf dem richtigen Weg.

Und Facebook?

Identifikation mit dem Unternehmen und das Arbeiten an einem gemeinsamen Ziel als wichtige Einflussfaktoren auf das Firmenklima lassen nun aber doch wieder an Facebook denken. Wer in seiner Freizeit das Produkt nutzt, an dem er auch arbeitet; wer seine Zeit in Mitten bunter, herausragender Bonusangebote des Arbeitgebers verbringt, wird eine gewisse Identifikation damit entwickeln. Und das spricht, von außen betrachtet und nach Leonards Maßstäben, durchaus für eine positive Firmenkultur.

Schattenseiten

Andererseits geht die von Leonard gewünschte Identifikation mit dem Unternehmen sehr weit. Kultartige Züge solle sie annehmen, dann sei eine Grundlage für eine gute Firmenkultur vorhanden – eine nicht unproblematisch Sichtweise. Gerade kultartige Strukturen schaffen nämlich gleichzeitig eine Atmosphäre, die es schwierig macht, an den Identifikationsinhalten Kritik zu äußern. Auch neuen Mitarbeitern dürfte der Einstieg in eine so enge Struktur nicht unbedingt leicht fallen. Das sind nun allerdings schon wieder um Faktoren, die Leonard selbst als problematisch für eine positive Firmenkultur ansieht.

Insofern wäre vielleicht zu überdenken, ob Unternehmen nicht doch erst einmal eine Tischtennisplatte aufstellen möchten, bevor sie ihre Angestellten zu einer so weitgehenden Identifikation animieren. Grundlegend falsch sind Leonards Überlegungen deshalb jedoch noch lange nicht. Dass besser arbeitet, wer sich am Arbeitsplatz wohl fühlt und gut mit seinen Kollegen versteht, lässt sich nämlich kaum bestreiten.

Aufmacherbild: Image of office workers during their work via Shutterstock.com / Urheberrecht: Photographee.eu

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -