Der Wert der Entwickler-Arbeit – und wie er sich messen lässt
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Wie in nahezu jedem Geschäftsbereich wollen auch bei Software-Entwicklern die Auftraggeber und Sponsoren am Ende Zahlen sehen – und zwar, wie viel Arbeit erledigt wurde und wie wertvoll diese Arbeit für das Projekt tatsächlich ist.

Im Gegensatz zu anderen Bereichen lässt sich die Arbeit eines Software-Entwicklers allerdings nicht in klaren Zahlen wiedergeben. Wie aber lässt sich der Wert der Arbeit dann messen? Fredric Paul hat zu genau dieser Frage sechs Tipps zusammengefasst und erklärt damit nicht nur, wie sich die Arbeit eines Entwicklers messen lässt, sondern auch, warum man sie überhaupt messen sollte.

Arbeitsfortschritt und Performance messen

Obwohl es keine eindeutige Lösung zum Messen des Wertes der Arbeit eines Software-Entwicklers gibt, ist es dennoch wichtig, darüber Auskunft geben zu können – immerhin erhalten mögliche Auftraggeber so einen Überblick über die Performance, die Kommunikation und die Effizienz der Arbeit. Viele Entwickler haben allerdings Probleme, ihre Erfolge zu messen. Mithilfe dieser sechs Tipps soll es ihnen vereinfacht werden, den Wert ihrer Arbeit zu messen und zu kommunizieren.

Tipp 1: In Prozent denken Zwar können Entwickler ihre Auftraggeber und Stakeholder nicht immer auf die für sie wichtigen Zahlen wie Ertrag und Gewinn hinweisen, doch das heißt nicht, dass so keine Aussage zur Performance getroffen werden kann. Es kann dabei helfen, die Performance und ihre Veränderung während der Arbeit an dem Projekt – etwa eine Verbesserung der Performance – in Prozent anzugeben und so zu zeigen, welche Auswirkung die Arbeitsweise und Fähigkeiten des Entwicklers auf den Erfolg des Projekts genommen haben.

Tipp 2: An Open-Source-Projekten mitarbeiten Die Mitarbeit an Open-Source-Projekten bietet nicht nur viele Vorteile, was das Erlangen von marktfähigen Kenntnissen angeht, sondern auch, um eine messbare Erfolgsbilanz zu erreichen. Bei der Arbeit an Open-Source-Projekten stehen Entwickler nicht nur im Kontakt mit der Community und erhalten so Feedback für ihre Arbeit. Sie ermöglicht es Auftraggebern auch, die Coding-Fähigkeiten eines Entwicklers so besser zu evaluieren.

Tipp 3: Den Fortschritt und nicht nur die Produkte messen Angesichts der wachsenden Welt der DevOps und agilen Entwicklungsmethoden, bei denen Veränderung ein beständiger Faktor ist, ist es wichtig, nicht nur das fertige Produkt, sondern vor allem auch den Prozess auf dem Weg dorthin zu messen. Visuelle Probleme –also die, bei denen eine Codeänderung für sichtbare Frontend-Interface-Änderungen sorgt, sollten Priorität haben. So kann den Stakeholdern leichter gezeigt werden, wie viel Arbeit im Coding steckt.

Arbeitstagebuch, Kommunikation, Empfehlungen

Neben dem Messen der Performance und des Arbeitsfortschritts spielt auch die Kommunikation eine wichtige Rolle, wie die nächsten Tipps zeigen:

Tipp 4: Ein Arbeitstagebuch führen Um den Wert der Arbeit des Entwicklers widerzuspiegeln, bietet es sich an, den Arbeitseinsatz im Auge zu behalten. Besonders effektiv ist daher, ein Arbeitstagebuch zu führen, in dem festgehalten wird, was man zu welcher Zeit tut, um so leichter Statusupdates über den Fortschritt liefern zu können.

Tipp 5: Zweiteilige Kommunikation Die Kommunikation und das Übermitteln von Status-Updates findet meist per E-Mail statt. Gerade, wenn es sich bei den Empfängern auch um nicht-technisch-involvierte Manager handelt, bietet sich eine zweiteilige E-Mail an. Im ersten Teil werden die Erfolge und Updates möglichst ohne technische Erklärung abgeliefert; im zweiten Teil können diese dann für die diejenigen, die sie benötigen – und verstehen – aufgeführt werden.

Tipp 6: Empfehlungen sammeln Erfolge lassen sich auch anhand von Empfehlungen aus der Community messen. Wird man als Entwickler für bestimmte Fähigkeiten und Erfolge anerkannt, sollte dies in Empfehlungen, etwa auf Social-Media-Kanälen, widergespiegelt werden.

Es zeigt sich also, dass man als Entwickler einige Möglichkeiten hat, die eigene Arbeit und ihren Wert effektiv zu messen und so von Auftraggebern und Stakeholdern mehr Anerkennung zu erfahren. Doch dabei darf man eines nicht vergessen, erklärt Fredric Paul:

even the best numbers rarely capture the entire picture of a programmer’s professial value.

Viel mehr käme es auch auf die Persönlichkeit und die Frage, ob der Entwickler zum Projekt passt, an, wenn darüber entschieden wird, ob ein Entwickler ein Projekt übertragen bekommt – wenngleich es sicher nicht schadet, einige Zahlen zum Wert der eigenen Arbeit parat zu haben.

Aufmacherbild: General concept of value – Verneir caliper measuring „Value“ von Shutterstock / Urheberrecht: kenary820

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