Wieso DevOps-Kultur so wichtig ist – und wie man sie am besten integriert

DevOps – mehr als nur Tools
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Seit 2009 zählt DevOps zu einem der meist diskutierten Themen auf IT-Konferenzen und bei der Frage nach der besten Arbeitsweise. Mittlerweile nutzen bereits viele große Unternehmen eine DevOps-Strategie, und während DevOps noch im Jahr 2011 von der Gartner Group als Technology Trigger bewertet wurde, ist es im Jahr 2015 fast zum Mainstream geworden.

In erster Linie sind es dabei die zahlreichen Tools, die zu einem Quasistandard geworden sind. Allerdings ist DevOps weit mehr als Tools – und die eigentlichen Vorteile werden erst deutlich, wenn DevOps-Struktur, Kultur und Organisation gemeinsam im Unternehmen integriert werden. Die Frage, die sich dabei jedoch stellt, ist wie sich diese drei Bereiche unter einen Hut bringen lassen – immerhin sind bei der Weiterentwicklung von DevOps vor allem die Kultur und das Organisationsdesign auf der Strecke geblieben, während der Fokus auf Automatisierung und Measurement liegt.

Überhaupt wird DevOps oft mit Automatisierung gleichgesetzt, doch auch das wird schnell zum Problem, denn der eigentliche Grundgedanke von DevOps ist das Einrichten einer Schnittstelle zwischen Operators, Developern und Quality Assurance – und nicht die Einrichtung einer gesonderten DevOps-Rolle. In seiner Session DevOps jenseits der Tools erklärte Johann-Peter Hartmann auf der diesjährigen International PHP Conference, was zur DevOps-Kultur gehört und zeigte, wie man diese am besten in bestehende Unternehmensstrukturen integrieren kann.

Was soll DevOps leisten?

DevOps hat eine ganze Reihe an Zielen, die den Entwicklungsprozess nicht nur verbessern, sondern auch beschleunigen sollen. So sollen die entwickelten Features schneller an den Kunden übergeben werden; gleichzeitig soll aber auch das User- und Performancefeedback schneller zurückgegeben werden.

Ebenso soll die Verlässlichkeit der Applikation sowie ihre Qualität erhöht werden – und zwar im Gesamtstack. Auch der Kostenfaktor spielt bei DevOps eine wichtige Rolle. So sollen die Kosten und der Aufwand beim Deployment deutlich reduziert werden.

Silo-Effekt und die Wall of Confusion

Ein großes Problem bei der Umsetzung von DevOps ist der Silo-Effekt – sprich die bestehenden Unternehmensstrukturen. Meist herrscht eine funktionale Trennung, und die sorgt für eine „Wall of Confusion“. Auf der einen Seite stehen dabei die Developer, auf der anderen die Operators – und beide verfolgen ihre eigenen Ziele. Der Grundgedanke des DevOps ist es jedoch nicht nur, Devs und Ops zu vereinen, sondern auch den globalen Prozess zu verbessern. Das klappt nicht, wenn jede Abteilung ihre eigenen Ziele und Verantwortungen hat. So erklärt Hartmann, dass es statt Abteilungsgrenzen direkte Kooperationen geben sollte – und Diskussionen und Debatten statt Handovers und Prozessen.

Die DevOps-Kultur besteht dabei zum Beispiel aus den folgenden Faktoren:

  • geteilten Zielen
  • geteilter Verantwortung
  • Respekt und Vertrauen
  • Automatisierung

Schaut man sich diese Liste an, wird schnell deutlich, wo sich DevOps und die klassische Struktur unterscheiden und wo die größten Problemstellen liegen. Dabei sind es nicht nur die jeweiligen Teams selbst, sondern auch das Management, das einer erfolgreichen Umsetzung von DevOps im Wege stehen kann.

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Die richtige Umsetzung

Wie setzt man DevOps also nun auch jenseits der gängigen Tools erfolgreich um? Zunächst gilt es, Anti-Pattern zu vermeiden. Funktionale Dev-Ops-Rollen oder Development-Teams, die DevOps-gemäß arbeiten sind zwar durchaus „irgendwie DevOps“, tatsächlich aber ein typisches Anti-Pattern, bei dem nach wie vor nicht die Verbesserung des Gesamtsystems im Fokus steht.

Für die Umsetzung von DevOps nennt Hartmann vor allem die folgenden drei Wege:

  1. Systems Thinking, bei dem das „große Ganze“ im Vordergrund steht
  2. Amplified Feedback Loops, mit denen die Rückkopplung beim Feedback zwischen den einzelnen Beteiligten beschleunigt werden kann, und
  3. Culture of Continual Experimentation and Fail, bei der nicht nur beim Gesamtprozess die Feedback-Loops verbessert werden, sondern auch bei Fehlern schneller agieren kann

Das Ergebnis ist dann die gewünschte DevOps-Kultur – und idealerweise ein erfolgreicher Produktionsprozess.

Aufmacherbild: clock mechanism gears and cogs macro von Shutterstock / Urheberrecht: Andrey_Kuzmin

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