Remote Working im Job: Freiheit oder grenzenloses Chaos?

Einstellungssache: Erfolg als Freelancer & Remote Worker
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Die Job-Beschreibung klingt verlockend: Der Chef schaut einem nicht mehr über die Schulter, man muss nicht früh aufstehen und Pausen finden immer dann statt, wenn man sie gerade machen möchte. Auch der Kaffee schmeckt gleich besser – nämlich dann, wenn man im Lieblingscafé arbeitet, statt im Büro zu sitzen. Und wenn man den Gedanken konsequent zu Ende führt, könnte man ja sogar Vollzeit am Strand sitzen und Geld verdienen!

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, ihr Geld per Remote Working oder als Freelancer zu verdienen und sind somit nicht mehr an die klassischen Büroumgebungen gebunden. Um damit in der Karriere erfolgreich zu sein, braucht es aber die richtige Einstellung.

Freelancer haben es einfacher bei der Jobsuche: Sie können tun und lassen, was sie wollen – und sind ganz alleine dafür verantwortlich, ihre Zeit auch gut zu nutzen. Das kann schnell zum zweischneidigen Schwert werden. Während feste Mitglieder verteilter Teams häufig noch gewissen Vorgaben und Kontrollen unterworfen sind, können Freelancer ihren Arbeitstag vollkommen selbstbestimmt im Chaos versinken lassen. Die große Freiheit ist nicht für jeden geeignet.

Remote Working – die Rundumlösung?

Ob ein Freelancer nun erst um 12 Uhr anfängt und bis in die Nacht hinein arbeitet, ob er Vollzeit arbeitet oder er das Wochenende durchmacht, ist ihm selbst überlassen. In verteilten Teams kann es in Jobs allerdings zu kritischen Situationen in puncto Time Management kommen. Sind die Zeitunterschiede zwischen zwei Teamkollegen zu groß, muss gut geplant werden, damit sie sinnvoll zusammenarbeiten können. Hier ist die richtige Kombination aus eigenen Vorlieben und Job wichtig: Unangenehme Arbeitszeiten können auch Freiberufler treffen – darum sollten Jobs gezielt ausgewählt werden.

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Arbeitet man nicht in einem Büro, das man irgendwann auch wieder verlässt, lassen sich viele Menschen außerdem schnell in den Kreislauf des „nur noch mal eben“ hineinziehen. Nur noch eine Aufgabe, nur noch schnell die Mail, während das Abendessen schon auf dem Herd steht, aber nach dem nächsten Bug ist wirklich Feierabend! Wer dieses Verhalten perfektioniert, bekommt schnell Probleme: Der Burnout droht – auch und gerade denjenigen, die selbst bestimmen können, wie viel sie tun. Das Arbeiten von zuhause garantiert nämlich noch lange keine gute Work-Life-Balance.

Gefahr Prokrastination

Zu sehr in Richtung der Freizeit darf das Barometer aber auch nicht ausschlagen; dann droht die elende Aufschieberei. Und schon ist die Deadline da und der Stress wird größer als nötig. Um die Prokrastination in den Griff und einen Überblick über anstehende Aufgaben zu bekommen, helfen Tools wie Trello. Auch die Pomodoro-Technik kann Freelancern bei der Selbstorganisation helfen. Dabei wird jeweils für 25 Minuten gearbeitet, bevor wieder fünf Minuten Pause eingelegt werden. Dazu müssen große, beängstigende Aufgaben natürlich in kleine Abschnitte unterteilt werden – und das hilft dabei, sie überhaupt anzugehen.

Gegen beide Extreme, sowohl die ausufernden Arbeitszeiten als auch die Prokrastinationsproblematik, helfen außerdem Jobs mit klar definierten Arbeitszeiten. Wer jeden Tag um 11 Uhr anfängt zu arbeiten, findet schnell zu einem festen Rhythmus. Wer immer um 19 Uhr Feierabend macht, kann Termine von Anfang an auf geeignete Zeiten legen. So lässt sich leichter ein Schlussstrich ziehen; auch Teamkollegen in verteilten Teams wissen auf diese Weise immer, wann sie jemanden erreichen können und wann nicht – selbst dann, wenn nur ein Teil der klassischen Arbeitszeiten abgedeckt wird.

Gewohnheitstiere

Wenn es doch mal früher wird, kann es allerdings verlockend sein, auch einmal vom Bett aus die erste Mail zu beantworten oder den (videofreien) Anruf anzunehmen. Das ist bequem und man kann sich danach gleich wieder umdrehen. Die Idee ist genau so verlockend wie die, nur mal eben während des Abendessens weiterzuarbeiten – und genau so schlecht!

Das Gehirn ist ein Gewohnheitstier. Es erinnert sich daran, wo es aktiv sein und wo es zur Ruhe kommen soll. Werden Couch und Bett zum Arbeitsplatz, fällt das entspannen also viel schwerer. Besser ist es, einen separaten Arbeitsplatz einzurichten. Wie dieser aussehen sollte, ist natürlich von individuellen Präferenzen abhängig. Aber genau das ist ja der Vorteil an Jobs im Home Office: Jeder kann sich das Büro (oder die Arbeitsecke) so einrichten, wie es ihm entgegenkommt.

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Pflanzen auf dem Schreibtisch sollen beispielsweise gut für die Kreativität sein. Das mag auf manche Menschen zutreffen, hilft aber nicht jedem. Wem Grünzeug in kürzester Zeit eingeht, möchte vielleicht doch nicht ständig das vertrocknete Gestrüpp im Blick haben. Aber wie wäre es mit einem Bild in Blickrichtung? Oder einer absolut ablenkungsfreien Umgebung? Wie auch immer der Schreibtisch am Ende aussieht – vor allem sollte er vorhanden sein.

Arbeitshaltung und Konzentration

Einer der großen Vorteile an Video-Konferenzen (und Bürojobs) ist, dass unsere gesellschaftlichen Konventionen festlegen, dass man sie bekleidet tätigt. Das ist zuhause erst einmal anders und ebenfalls eine große Falle für Menschen, die aus dem eigenen Wohnzimmer heraus arbeiten. Schlafanzüge, Jogginghosen, das T-Shirt mit dem Ketchup-Fleck von letzter Woche: Natürlich kann jeder vor seinem Computer sitzen, wie er möchte. Am Ende kann aber auch die eigene Kleidung einen Einfluss auf die Arbeitshaltung und Konzentration ausüben. Wer also zumindest Jeans und ein sauberes T-Shirt trägt, tut sich oft leichter daran, wirklich mit der Arbeit zu beginnen. Auch dann, wenn es keiner sieht.

Der Weg nach draußen lohnt sich ebenfalls. 30 Minuten Sport sollen die Konzentration für zwei bis drei Stunden verbessern; ein Spaziergang reicht oft schon, um zumindest einmal auf andere Gedanken zu kommen. Der könnte zum Beispiel in ein Café mit WLAN führen, um dort eine Weile zu arbeiten. Auch das liegt nicht jedem; einige Alternativen zum heimischen Schreibtisch sollten jedoch jedem Remote Worker bekannt sein. Was ist nämlich, wenn der Internetzugang nicht funktioniert oder die Baustelle unter dem Fenster zu laut ist? Ob es aber in die Bibliothek oder ins Café geht, ist jedem selbst überlassen. Ein wenig Tageslicht soll übrigens auch recht gesund sein, von Zeit zu Zeit zumindest – sogar für Menschen, die am liebsten in der Nacht arbeiten. Und von gesunder Ernährung fangen wir nun lieber gar nicht erst an … die ist nämlich für jeden wichtig, egal ob man im Büro oder im Café sitzt.

Freiheiten gezielt nutzen

Um erfolgreich von zuhause aus zu arbeiten, braucht es also deutlich mehr als einen Laptop und eine Couch. Das mag für manche Leute funktionieren, die Mehrheit wird aber auf Dauer daran scheitern. Zeitmanagement, ein geeigneter Arbeitsplatz und vor allem die richtige Einstellung sind wichtig, damit der Job auch von zuhause aus gelingt. Job und Freizeit sind nämlich auch dann noch zwei verschiedene Dinge, wenn der Job am gleichen Ort stattfindet wie das Privatleben. Zwar mag die Vereinbarkeit von beiden Lebensbereichen steigen, wenn der Chef keinen Nine-to-Five-Arbeitstag mehr vorgibt. Am Ende muss die Balance aber trotzdem selbst gehalten werden. Wer sich von der einen oder anderen Seite des Freelancer-Daseins vereinnahmen lässt, scheitert schnell daran. Wer aber die richtige Einstellung mitbringt, kann genauso gut vom Strand aus arbeiten. Allerdings dürfte das in Sachen Ablenkung gleich doppelt schwer fallen. Immerhin könnte man ja auch schwimmen gehen …

Aufmacherbild: office on the beach, computer and table via Shutterstock / Urheberrecht: Ditty_about_summer

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