6 Fehler, die man dabei besser vermeidet

Einführung eines Qualitätsmanagements
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Dass Qualitätsmanagement bei der Gestaltung eines erfolgreichen Produkts nicht fehlen darf, dürfte sich eigentlich von selbst verstehen. Trotzdem sind sich viele Unternehmen unsicher, wie sie bei der Einbindung eines Qualitätsmanagements vorgehen sollen – und daraus resultieren typische Fehler, die man leicht vermeiden kann.

Nils Langer beschreibt, um welche Stolperfallen es sich dabei handelt und gibt einige Tipps, was man stattdessen besser machen könnte.

6 typische Fehler bei der Einführung von Qualitätsmanagement

Fehler passieren auch im durchdachtesten und bestorganisiertesten Projekt-Team. Idealerweise macht man einen Fehler aber nur einmal und lernt für die Zukunft daraus. Gerade bei der Einführung eines Qualitätsmanagements gibt es einige typische Stolpersteine und Fehlerquellen, die man besser vermeidet, um einen möglichst erfolgreichen Entwicklungsprozess durchführen zu können.

Doch was sind überhaupt typische Fehlerquellen, wenn man bei seinem Projekt ein Qualitätsmanagement mit an Bord holt? Nils Langner nennt aus langjähriger Erfahrung zum Beispiel die folgenden sechs Probleme:

Problem 1: der Zeitpunkt

Wie bei vielen anderen Produktionsschritten ist auch bei der Einführung des Qualitätsmanagements der richtige Zeitpunkt entscheidend. Viele Teams holen das QM-Team erst zu spät dazu, was oft dazu führt, dass das Entwicklerteam das Qualitätsmanagement nicht ernst nimmt. Auch das Gerücht, dass das Qualitätsmanagement in erster Linie Kosten verursacht – insbesondere, wenn es erst gegen Ende des Produktionszyklus ins Boot geholt wird –  hält sich hartnäckig. Um dem entgegenzuwirken, ist es also wichtig, das QM-Team von Anfang an in die Produktion zu involvieren.

Problem 2: das Team nicht genügend miteinzubeziehen

Immer mehr Teams arbeiten agile. Ein Qualitätsmanagement, das erst spät dazukommt, die Situation analysiert und dann mit gut gemeinten (und meist korrekten) Ratschlägen um sich wirft, wird dabei weder ernst genommen, noch erreicht es das Ziel, das Produkt und die Produktionsabläufe zu verbessern. Anstatt dem Team also einen Weg vorzugeben, sollte es in jeden Schritt miteinbezogen werden. Ein guter Startpunkt ist dabei zum Beispiel, die Risiken und möglichen Kosten gemeinsam mit dem Entwicklungsteam zu analysieren und ihnen Vorschläge für Problemlösungen oder nützliche Tools zu unterbreiten.

Problem 3: dem Team ihren Arbeitsprozess vorschreiben

Apropos Tools: für fast jedes Problem bietet der Software-Markt das passende Tool. Das weiß sicher auch das Entwicklerteam – und genau das probiert gerne auch neue Hilfsmittel aus. Dem sollte sich das Qualitätsmanagement nicht entgegenstellen und nicht ein oder zwei Tools vorschreiben. Stattdessen kann es auch für das QM-Team ratsam sein, sich auf Neuerungen einzulassen und so vielleicht selbst nützliche Tools zu entdecken.

Problem 4: Testen

Dass regelmäßiges Testing, etwa in Form von Unit Tests, durchgeführt werden sollte, versteht sich von selbst. Wichtig ist aber auch, die richtigen Komponenten zu testen – und zwar die, auf die sich das Projekt stützt und die einen hohen Businesswert mit sich bringen. Diese Bereiche sollten darum den Großteil der Testabdeckung einnehmen, alle anderen sind ein netter, aber nicht immer notwendiger Bonus.

Problem 5: das Entwicklerteam alles alleine machen lassen

Wie bereits unter Punkt eins erwähnt, ist es gut, wenn das Qualitätsmanagement bereits zu einem frühen Zeitpunkt involviert ist. Weniger sinnvoll ist es jedoch, wenn direkt am Anfang alle Prozesse spezifiziert und dann die ganze Arbeit auf das Entwicklerteam umgelegt wird. Gerade in agilen Prozessen funktioniert eine solche Arbeitsweise nicht, weil sich der Fokus verschiebt oder ursprünglich geplante Features nicht oder in anderer Form implementiert werden müssen. Dazu sagt Nils Langner:

Als QM sollte man davon ausgehen, dass alle Pläne, die man am Anfang macht über den Haufen geworfen werden können.

Problem 6: zu wenig Flexibilität zu zeigen

Ein gewisses Maß an Struktur und Formalität ist natürlich sinnvoll und wichtig. Zu formal darf es allerdings nicht sein, denn sonst gibt man Entwicklern schnell das Gefühl, dass man ihnen ihre Arbeit diktiert – und das mögen die meisten Entwicklerteams gar nicht. Stattdessen reicht es, wenn das QM-Team sich intern an formale Prozesse hält und dem Entwicklerteam so viel freie Hand lässt wie möglich.

Man kann also bei der Einführung eines Qualitätsmanagements einiges falsch machen. Die oben genannten Tipps dürften aber bereits dabei helfen, die typischsten Fehler zu vermeiden und so für ein erfolgreicheres Zusammenarbeiten von QM- und Entwicklerteam zu sorgen.
Aufmacherbild: office garbage near metal basket von Shutterstock / Urheberrecht: Smit

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