So gelingt das mit dem Sport – oder dem besseren HTML

Gute Vorsätze für Entwickler: Agil umsetzen
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Der Januar ist die Zeit der guten Vorsätze. Abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport und weniger Arbeit gehören zu den häufigsten Vorsätzen, die wir alle so mit ins neue Jahr nehmen. Aber auch auf die Webentwicklung bezogen gibt es so manches, das im neuen Jahr eigentlich mal auf den Prüfstand gehören würde. Leider gehen die guten Vorsätze aber meist genau so schnell wieder verloren, wie sie gefasst wurden. An dieser Stelle können agile Methoden weiterhelfen, damit wir alle bald kein veraltetes HTML mehr lesen müssen.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und das gilt auch für Entwickler. Einmal angeeignet, legen wir unsere Eigenarten nicht mehr so gerne wieder ab. Es ist einfach anstrengend, etwas zu verändern, während das Gewohnte, Vertraute sich bequem fortsetzen lässt. Nun gibt es aber doch Dinge, die einfach nicht gut für uns sind. Oder, um in der Webentwicklung zu bleiben, inzwischen total veraltet. Manche der neuen Alternativen könnten sogar Arbeit sparen! Trotzdem bleibt es häufig beim Vorhaben, diese Neuerung nun doch endlich umzusetzen. Warum also nicht jetzt direkt damit anfangen?

Was leichtes für den Einstieg: HTML

Eine gute Idee könnte es zum Beispiel sein, endlich die eigenen HTML-Kenntnisse auf Vordermann zu bringen. Immerhin schreiben wir inzwischen das Jahr 2016. Wer immer noch den HTML-Tag <table> verwendet um Layout-Elemente darzustellen, muss dringend noch einmal die Schulbank drücken. Heutzutage wird dieses Element nur noch für echte, richtige Tabellen im Inhalt einer Website genutzt; für das Layout gibt es inzwischen viel bessere CSS Optionen.

Eine weitere schlechte Angewohnheit ist die Aussage, dass eine Seite aber im eigenen Browser richtig angezeigt wird. Sind wir mal ehrlich: Diese Ausrede zieht einfach nicht mehr. Wer heute ein Webdesign erstellt, das nicht in allen Browsern funktioniert, die nach dem IE8 erschienen sind, hat etwas falsch gemacht. Michael Palermo weist zu Recht darauf hin, dass es reichlich Tools und Websites gibt, um ganz einfach zu testen, wie das eigene Projekt sich verhalten wird.

Global denken!

Weiter machen wir mit der ganz blöden Sache mit den Formularen. Die allgemeine Annahme lautet hier, dass schon kein Asiate seinen Namen in ein Formular aus Deutschland eintragen möchte. Oder kein Deutscher in eines aus Spanien (wo zwei Nachnamen verwendet werden). Denn bereits dann versagen die meisten Formular-Designs – und das sind nicht einmal seltene Fälle! Für diesen Fehler bietet das W3C eine Reihe von Lösungsvorschlägen an, die sich der ein oder andere Entwickler einmal ansehen sollte.

Auch das Webdesign an sich ist ein spannendes Thema für gute Vorsätze. Erst waren zahlreiche Beschwerden darüber zu hören, dass alle Websites aussehen wie der Bootstrap-Standard, nun wird dem Material Design das gleiche vorgeworfen. Muss das wirklich sein? All diese vorgefertigten Design-Richtungen sind tolle Grundlagen, aber doch kein fertiges Design!

Vor- und Nachteile von Frameworks

Allerdings helfen Frameworks, die bedauerlicherweise zu leicht zum grafischen Einheitsbrei führen, durchaus gegen einen anderen häufigen Fehler: Das Thema der Responsiveness. Es ist ja auch kompliziert mit all diesen Mobilgeräten – aber manches ist doch wirklich vorhersehbar. Dass große Bilder keine gute Idee auf einem kleinen Smartphone mit langsamer Datenverbindung sind, ergibt sich von selbst. Leider mangelt es doch häufig immer noch an guten Umsetzungen von Websites für das mobile Web, obwohl genug Optionen zur Verfügung stehen. So können Bilder beispielsweise erst einmal in kleiner Auflösung geladen werden und es gibt ganz viele Optionen für responsive Images.

Verbesserungsmöglichkeiten: Überall

Aber auch auf anderer Ebene passieren Fehler. Wer agile als Allheilmittel versteht, ist genau so auf dem Holzweg wie diejenigen, die krampfhaft am alten Wasserfall-Modell festhalten. Agile muss zum Projekt passen, zur Firmenstruktur und zu den Mitarbeitern, sonst wird das nichts!

Und auch bei der Programmierung selbst passieren viele Fehler, die vermeidbar wären. So beschwert sich Jason Lengstorf beispielsweise darüber, dass PHP-Code zu häufig nicht kommentiert wird. Das macht die Pflege des Codes langfristig echt kompliziert! Und das gilt wohl nicht nur für PHP, sondern auch für andere Sprachen. Genau so wie die Aufforderung, dass Entwickler sich wirklich mehr an die Coding-Standards halten sollten!

Agile Ansätze: Hier sind sie wirklich nützlich

Aber was tut man nun, damit all diese guten Ideen nicht übermorgen schon wieder untergegangen sind? Ein Ansatz ist die Adaption agiler Methoden. Zuerst wird entschieden, welcher Vorsatz der dringlichste ist. Dieser wird zum Thema des ersten Sprints gemacht. Statt aber gleich alle Schritte auf einmal gehen zu wollen, wird der Vorsatz nun in viele kleine Teile zerlegt.

Im ersten Sprint lautet das Vorhaben also nicht mehr, die eigenen HTML-Kenntnisse insgesamt zu verbessern, sondern nur noch, in der kommenden Woche drei Artikel zu diesem Thema zu lesen. Ob das geklappt hat, wird dann in der Retrospektive betrachtet. Wenn nicht, wird nach den Ursachen gefragt. Lag vielleicht ein anderes Projekt an, könnte geschaut werden, ob es einen Vorsatz gibt, der zu diesem Projekt passt. So wird dann der nächste Sprint geplant.

Bei der dauerhaften Umsetzung guter Vorsäte geht es nicht darum, von heute auf morgen etwas zu verändern, weil eben Januar ist und somit die angeblich richtige Zeit dafür. Gewohnheiten, die lange aufgebaut wurden, brauchen Zeit um sich zu verändern. Damit das Ganze nicht in Stress endet, ist es hier wichtig, kleine Schritte zu gehen. Die Prüfung von Relevanz und Unterteilung in kleine Iterationen von ein bis zwei Wochen eignet sich dazu wunderbar. Dann klappt es auch mit dem Anpassen der eigenen Gewohnheiten, egal ob in der Webentwicklung oder beim Sport!

Aufmacherbild: new year’s resolutions via Shutterstock / Urheberrecht: bahri altay

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