„Internet für alle“ oder „Internet der Einflussreichen“? – Der Web-Index-Report 2014
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Das Internet hat einen unbestreitbar hohen Einfluss auf das tägliche Leben. Dabei lässt sich dieser Effekt nicht getrennt von der Kultur und der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Situation betrachten. Dadurch werden vor allem die Unterschiede im Umgang mit dem Web und dem Einfluss des Internets in verschiedenen Ländern deutlich.

Genau diese Auswirkungen des Internet fasst die World Wide Web Foundation jährlich in einem Web-Index-Report zusammen. Der Report für 2014 zeigt dabei vor allem eins: dass das Internet beim Kampf gegen Ungleichheit eine wichtige Rolle spielen kann und muss.

Das Internet am Scheideweg?

Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist die wachsende Ungleichheit. Das Internet kann im Kampf dagegen eine wichtige Rolle spielen – immerhin erweitert es den Zugriff auf Wissen, Information und Fähigkeiten, ermöglicht eine größere politische Beteiligung und verringert die Hindernisse für Klein- und Micro-Unternehmen am hart umkämpften Markt.

Allerdings, so erklären die Verfasser des Web-Index-Reports 2014, stünde man derzeit am Scheideweg zwischen einem „Internet für alle“ und einem „Winner takes it all“-Web. Faktoren wie Netzneutralität oder die Zensur politisch- und sozial-sensibler Themen sind dabei nur zwei Aspekte, die darauf Einfluss nehmen könnten.

Gleichzeitig zeigt der Report auch, dass nach wie vor Länder mit einem hohen Pro-Kopf-Einkommen besser im Web-Index-Ranking abschneiden, während immer noch circa 4,4 Milliarden Menschen keinen Zugriff auf das Internet haben. Allerdings gibt es auch in den einzelnen Ländern eine Art digitale Teilung, die sich zum Beispiel dadurch zeigt, dass einige Gruppen keinen oder nur eingeschränkten Zugriff auf das Web haben, während Machthaber in Staat und Wirtschaft immer mehr Kontrolle über das Netz gewinnen.

Empfehlungen der World Wide Web Foundation

Das Internet sollte ein Grundmenschenrecht sein, erklärt die World Wide Web Foundation, doch dafür muss sichergestellt werden, dass noch mehr Menschen Zugriff auf das Internet erhalten. Dafür gibt sie fünf Empfehlungen, die die Policymacher beherzigen sollten:

  1. Prozess, jeden mit Internetzugang zu versorgen, beschleunigen
  2. Faire Bedingungen und Netzneutralität
  3. In hochwertige öffentliche Bildung für alle investieren
  4. Für Teilnahme an Demokratie werben und Meinungsfreiheit schützen
  5. Chancen für Randgruppen und Arme verbessern um Hindernisse bei der Gesundheit, Bildung und Geschlechtergerechtigkeit aus dem Weg zu räumen

Der Web-Index-Report 2014 beinhaltet zahlreiche Daten und Casestudies und bietet damit einen umfassenden Überblick darüber, wie das Internet das wirtschaftliche, soziale und politische Leben von Bürgern aller Kontinente beeinflusst. Zudem verdeutlichen verschiedene Grafiken die Daten aus den 84 erfassten Ländern.

Allerdings war deren visuelle Darstellung keine leichte Aufgabe, denn während zwar die Schlüsselthemen schnell identifiziert wurden, erforderte die Umwandlung der Datenmenge in Grafiken einige Experimente und Effekte, um die Daten ansprechend und gleichzeitig übersichtlich darzustellen. In einem Blogpost erklärt Derek Lieu das Vorgehen und zeigt dabei, dass es nicht immer eine Karte sein muss, um die Daten aus einzelnen Ländern zu vergleichen.

Aufmacherbild: The way forward railway von Shutterstock / Urheberrecht: hxdyl

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