Kommentar: Firefox, Internet Explorer und die Sache mit den Enterprise-Kunden
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Wir erinnern uns: Ed Bott, der vor einiger Zeit bereits orakelt hatte, die Tage des Firefox seien gezählt und der Internet Explorer würde als strahlender Sieger das Schlachtfeld verlassen, hatte vor

Wir erinnern uns: Ed Bott, der vor einiger Zeit bereits orakelt hatte, die Tage des Firefox seien gezählt und der Internet Explorer würde als strahlender Sieger das Schlachtfeld verlassen, hatte vor ein ca. einer Woche ein ganz neues Thema angeschnitten: Mozilla to enterprise customers: „Drop dead“.

Tom Wiesseckel Tom Wiesseckel PHP Magazin

Das Problem, das Ed Bott in seiner unverwechselbaren Art ans Tageslicht zerrt, ist das Folgende: Durch den neuen Release-Zyklus des Firefox – alle sechs Wochen ist mit einem Major-Update zu rechnen – geraten Unternehmen in die Bredouille. Niemand könne garantieren, dass mit jedem neuen Release alle Features exakt so funktionieren wie aus der Vorgängerversion gewohnt. Enterprise-Kunden mit zum Teil weit über 1.000 Arbeitsplätzen haben allerdings einen aufwändigen Freigabeprozess; einfach so eine neue Version Installieren ist da kaum möglich.

So schaukelt sich Botts Post immer weiter auf, und in gewissen Punkten kann man beide Seiten – die Admins von Enterprise-Kunden sowie die Seite des Firefox-Evangelisten Asa Dotzler – durchaus nachvollziehen. Eine Lektüre, die ich an dieser Stelle noch einmal allen ans Herz legen möchte.

Diese Diskussion hat Microsoft natürlich sofort für sich genutzt. In einem Blogpost von Ari Bixhorn, seines Zeichens Evangelist im Internet-Explorer-Team, richtet er mit einem dezenten Hinweis an die neun Gründe, warum der Internet Explorer die beste Lösung für Enterprise-Kunden sei, klare Worte an die Unternehmen: We Have a Solution to Your Firefox Deployment Problem.

1. Enterprises have always been, and will always be, an important focus of ours. 2. For corporate customers, we’ll support each version of Internet Explorer as long as the latest version of Windows that it runs on is supported. For example, Windows 7 Enterprise is supported through January 2020.  Internet Explorer 9 will therefore also be supported through January 2020.Ari Bixhorn, 2011

Nun hat sich gestern auch Mozillas Produktchef Jay Sullivan mit seinem Blogpost Firefox in the Enterprise in die Diskussion eingeschaltet. Man sei sich, obwohl man sich mit dem Firefox in erster Linie an Privatanwender richte, der Probleme durchaus bewusst: A key challenge for enterprises is that they need to certify their websites, apps and add-ons each time Firefox is updated. This can take weeks or months. Security is also paramount, enterprises need access to a version that includes all known security fixes. Allerdings mache man sich bereits Gedanken über mögliche Auswege aus der Misere.

Klingt nach Ärger an der Browserfront? Ein paar Fragen dürften sich mit Sicherheit einigen sofort stellen : Welche Rolle spielt diese Gruppe der Enterprise-Kunden in der Weiterentwicklung der Standards? Droht Microsoft mit der garantierten Abwärtskompatibilität in alte, noch aus den Zeiten des IE6 bekannte Verhaltensmuster zurückzufallen? Und wenn ja – stört das den Webentwickler, der seine Seiten für das große, freie Internet erstellt?

Man kommt unweigerlich zu dem Gefühl, dass hier eine vollkommen unnötige Schlacht ausgefochten wird. In erster Linie sollten alle am selben Strang ziehen und die Standards vorantreiben und zu implementieren – und sich nicht gegenseitig Steine in den Weg legen.

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