Metriken – Das zweischneidige Schwert der Projektkontrolle?
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Es könnte so einfach sein: Metriken sollen eigentlich dazu dienen, mit einfachen Mitteln den Erfolg eines Projektes zu überprüfen. Aber kann man wirklich sicher sein, dass die angewendeten Metriken

Es könnte so einfach sein: Metriken sollen eigentlich dazu dienen, mit einfachen Mitteln den Erfolg eines Projektes zu überprüfen. Aber kann man wirklich sicher sein, dass die angewendeten Metriken zuverlässige – und vor allem korrekte – Informationen über das Projekt ausgeben? In seinem Artikel Metrics: Good vs. Evil geht Gil Zilberfeld auf diese Frage ein und zeigt, dass manche Metriken mit Vorsicht behandelt werden sollten – aber auch, dass man sie nicht sofort verdammen sollte.

Was Metriken zur Fortschrittskontrolle gemeinsam haben

Eigentlich sind Metriken eine vereinfachte Darstellung von Projekt-Daten. Trotzdem benutzen viele sie als Richtungsweiser für den Erfolg eines Projekts, ohne auf die Hintergründe der Daten zu achten. Kein Wunder also, dass Metriken immer wieder für die Projektbeteiligten irreführend sind und von ihnen falsch interpretiert werden.

Vor allem Metriken wie Leistungswerte, Burn-Down-Charts und Testabdeckungs-Berichte treiben die Projektbeteiligten zur Verzweiflung. Was alle drei Metriken gemeinsam haben, ist, dass sie leicht zu messen und nachzuverfolgen sind und bereits anderen Projekt-Teams nützliche Informationen zum Erfolg ihrer Projekte geliefert haben – und trotzdem oft falsch gedeutet werden.

Metriken sind oft schnell falsch interpretiert

Genau genommen sind Metriken wie Leistungswerte, Burn-Down-Charts und Testabdeckung nützliche Helfer, um den Erfolg eines Projekts im Blick zu behalten. Wäre da nicht das Problem, dass sie mit ihren Daten Nutzer immer wieder in die Irre führen.

Die Leistungswerte vergeben Leistungswertpunkte für das Voranschreiten einer Aufgabe. So entsprechen beispielsweise 40 Leistungswertpunkte einem Projektabschluss von 40 Prozent. Problematisch wird diese Auswertung zum Beispiel, wenn ein Projekt bereits zu 90 Prozent fertiggestellt ist, aber noch kein Feedback von der Zielgruppe eingeholt wurde.

Oft genug kommt es vor, dass durch das Feedback grundlegende Änderungen am Projekt vorgenommen werden. Diese tauchen in der Leistungswertanalyse aber gar nicht auf und die Metrik zeigt dem Projektleiter, dass das Team in der Projektfertigstellung planmäßig unterwegs ist – auch, wenn es noch mal fast von vorne anfangen muss.

Ähnliche Probleme können bei der Auswertung von Burn-Down-Charts entstehen. Sie messen, wie viel Bemühung für die Fertigstellung des Projekts in Relation zur anvisierten Zeit bis zur Fertigstellung benötigt werden. Dabei unterscheiden sie aber nicht zwischen verschieden großen Projekten, sodass die Einschätzung des Burn-Down-Charts häufig fehlerbehaftet ist.

Auch die Daten der Testabdeckung sind häufig irreführend. Sie können zum Beispiel eine 100 prozentige Testabdeckung eines Codes anzeigen, der überhaupt nicht funktioniert. Das gibt den Projektbeteiligten ein falsches Gefühl der Sicherheit, was schnell zum Misserfolg des Projekts führen kann.

Das Problem mit den Metriken ist also nicht, dass die ausgegebenen Daten grundsätzlich falsch sind. Eher liegt die Schwierigkeit darin, sie unter Betrachtung der Umstände zu interpretieren. Die Metriken sind nur eine vereinfachte Darstellung und sollten als solche behandelt werden. Wenn man nicht vergisst, dass sie kein Abbild der Wirklichkeit sind, sind sie nützliche Helfer bei der Erfolgs- und Fortschrittskontrolle eines Projekts – zumindest, wenn man sie mit Vorsicht einsetzt.

Aufmacherbild: Measuring progress von Shutterstock / Urheberrecht: Pixelbliss

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