Mit diesen 3 Tipps raus aus der Prokrastination
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Studentenbuden sind immer dann am saubersten, wenn die Prüfungen kurz bevor stehen. Wenn nämlich eine wichtige Aufgabe anliegt, wirken alle anderen Tätigkeiten gleich viel attraktiver – selbst das leidige Putzen. Leider beschränkt sich dieses Verhalten aber nicht auf das Studium und gerade für Freelancer ist die elende Aufschieberei oft ein großes Problem.

Inzwischen gibt es sogar einen eigenen Namen dafür: Prokrastination. Ashod Nakashian berichtet aus eigener Erfahrung, warum wir prokrastinieren und was man dagegen tun kann.

Gründe für das Aufschieben

Komplexe Aufgabenstellungen sind oft unübersichtlich. Es fehlt der Anfangspunkt, die genaue Vorstellung davon, was alles zu tun ist. Das verunsichert und macht die Aufgabe unattraktiv. Wer möchte sich schon an eine Aufgabe setzen, ohne genau zu wissen, was zu tun ist?

Ähnliches gilt auch für kleinere Aufgaben. Egal wie trivial eine Arbeit eigentlich ist, solange das genaue Bild der anstehenden Tätigkeit fehlt, bleibt sie liegen – auch dann, wenn sie eigentlich schnell erledigt wäre. Und irgendwann ist es dann auch eigentlich schon zu spät. Aus dem Wissen, dass die Aufgabe nicht mehr in der noch vorhandenen Zeit zu schaffen ist, entstehen Druck und Angst, sodass die Aufgabe wieder lieber verdrängt wird, statt sich dem Problem zu stellen.

Alltägliche Aufgaben sind darüber hinaus häufig einfach langweilig. Einen Film zu schauen, macht mehr Spaß als die Wäsche zu waschen – die hat ja bestimmt noch einen Tag Zeit. Und noch einen. Und noch einen. Bis sie sich türmt, kaum noch saubere Kleidung da ist und allein die Masse an Schmutzwäsche erneut zu einer Überforderung führt …

Drei Tipps gegen die Aufschieberei

Es ist ein Teufelskreis. Natürlich müssen auch aufgeschobene Aufgaben irgendwann erledigt werden; von selbst lösen sich am Ende ja doch die wenigsten Probleme. Aber der Anfang fällt so schwer! Also werden unliebsame Pflichten so lange aufgeschoben, bis sie in maximalen Stress ausarten – obwohl sie eigentlich problemlos hätten erledigt werden können.

1. Listen machen

Das muss allerdings nicht passieren. Wichtig ist zuerst einmal, sich ein Bild der anliegenden Arbeit zu machen. Eine Liste kann dabei helfen, eine Aufgabe genau zu erfassen und eigene Unsicherheiten abzubauen. Dazu werden komplexe Aufgaben nicht als Oberbegriff notiert, sondern in kleine Schritte unterteilt. Wenn diese dann notiert werden, entsteht eine Idee davon, wie die Aufgabe angegangen werden kann. Der erste Schritt kristallisiert sich heraus, die notwendige Überwindung um ihn anzugehen wird kleiner.

Eine Liste muss dabei nicht sofort fertig werden. Es ist sogar sinnvoll, gerade komplexe Aufgaben nach und nach um weitere Arbeitsschritte zu ergänzen. Selbst, wenn der erste Entwurf am Ende verworfen wird, ist die Liste dabei hilfreich, überhaupt aktiv zu werden und die Aufgabe zu planen. Außerdem sind Listen gut dazu geeignet, den eigenen Fortschritt zu überwachen: Erledigtes wird durchgestrichen, sodass immer in Erinnerung bleibt, wie viel schon geschafft wurde.

2. Die 15-Minuten-Regel

Trotzdem bleibt es dabei, dass es angenehmer ist, ein Eis essen zu gehen, als Rechnungen zu bezahlen. Hier hilft es, sich bewusst nur kurze Zeiträume für unangenehme Aufgaben vorzunehmen: 15 Minuten am Stück, vielleicht 30, reichen völlig aus, um eine lange aufgeschobene Erledigung endlich anzugehen. Dadurch ist von Anfang an klar, dass nun nicht der ganze Tag für etwas Unangenehmes verwendet werden wird, sondern bald wieder Zeit für schöne Aktivitäten ist.

Wichtig ist dabei, den Druck herauszunehmen. Was seit Wochen (oder länger) unerledigt geblieben ist, muss nun nicht in einer Sitzung geschafft werden. Auch müssen nicht alle unerledigten Aufgaben an einem Tag angegangen werden. 15 Minuten können erst einmal ausreichend sein, um in einen Arbeitsfluss zu kommen – und vielleicht ist es dann ja auch einfacher, direkt weiter zu machen als wieder aufzuhören.

Aber Achtung! Wer sich vornimmt, 15 Minuten an etwas zu arbeiten, muss sich auch daran halten. Bis die Zeit abgelaufen ist, gibt es kein „kurz mal auf Facebook gucken“, und ob eine neue Mail angekommen ist, ist ebenfalls nicht relevant. Am besten ist es, einen Timer auf die geplante Arbeitszeit zu stellen und bis zu dessen Ablauf wirklich bei der Sache zu bleiben.

3. Zeitmanagement

Facebook ist außerdem ein gutes Stichwort. Wie viel Zeit pro Tag nimmt Facebook wohl in Anspruch? Die eigene Einschätzung wird meist weit an der Realität vorbei gehen. Zeit, die wir mit etwas Angenehmem verbringen, fühlt sich nämlich viel kürzer an als die Zeit, die für den Abwasch notwendig ist. Insofern ist es nicht sinnvoll, hier auf das eigene Gefühl zu vertrauen. Besser ist es, einmal bewusst zu messen, wie viel Zeit wofür notwendig ist. Wer nämlich weiß, dass es wirklich nur ein paar Minuten dauert, etwas Unangenehmes zu tun, kann sich besser dazu aufraffen.

Andererseits sind Spiele, Filme, Social-Media-Seiten und Co aber auch echte Zeitfresser. Zwar ist es nicht sehr motivierend, die damit verbrachte Zeit aktiv zu begrenzen – wer fängt schon gerne mit etwas Langweiligem an, wenn klar ist, dass er dafür dann nichts Schönes mehr tun darf? Ein bewusster Blick darauf lohnt sich aber dennoch. Denn am Ende könnte es gut sein, dass „keine Zeit“ plötzlich gar kein so gutes Argument mehr ist, etwas nicht zu erledigen. Wenn nämlich die Zeit für angenehme Aktivitäten doch überhandgenommen hat, kann ein etwas stärker strukturierter Tagesplan schon einen großen Unterschied machen.

Individualität

Was nun wirklich gegen die Prokrastination hilft, lässt sich nicht pauschal sagen. Es gibt Menschen, die gut mit Produktivitäts-Tools zurechtkommen, andere können mit Listen vielleicht gar nichts anfangen. Nicht umsonst gibt es unzählige Selbsthilfe-Bücher in den Geschäften und Tipps zum Zeitmanagement im Netz! Am wichtigsten ist es darum, sich einmal die eigenen Abläufe und Denkweisen bewusst zu machen und auszuprobieren, welche Methoden wirklich nützlich sind. Denn schlussendlich hilft eh nur eins gegen das Aufschieben: Einfach angehen. Also, auf geht’s!

Aufmacherbild: The word Now! on a used blackboard via Shutterstock.com / Urheberrecht: Thinglass

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