Produkt-Feature-Sets: so schreibt man sie richtig
Kommentare

Auf dem Weg zur erfolgreichen Erstellung eines Produkts fallen viele unterschiedliche Schritte an. Bereits in der Anfangsphase der Entwicklung ist es wichtig, den richtigen Fokus zu setzen. Ein Produkt-Feature-Set ist daher eine nützliche Dokumentation der Produkt-Vision, die sich so leichter an das Team weitergeben und den Investoren vorstellen lässt.

Doch was gehört eigentlich in ein solches Produkt-Feature-Set und wie wird es richtig aufgebaut? Sven Lenaerts beschreibt, welchen Wert ein Produkt-Feature-Set haben kann und wie man sich am besten daran macht, es zu verfassen.

Produkt-Feature-Sets dokumentieren Produktvision

Idealerweise weiß man bereits, wie das Produkt am Ende aussehen soll, wenn man mit dessen Entwicklung beginnt und hat diese Produktvision auch dokumentiert. Ein Produkt-Feature-Set sorgt dafür, dass diese anfängliche Vision so genau wie möglich beschrieben wird und listet dafür alle Spezifikationen – sei es Features oder eingesetzte Technologien – des Produkts auf.

Es gibt verschiedene Use Cases für ein Produkt-Feature-Set: für sich selbst, für das Team, für die Investoren und für die Auftraggeber. Dabei gehen diese meist Hand in Hand ineinander über. So soll das Produkt-Feature-Set für eine einfachere Kommunikation zwischen den einzelnen beteiligten Parteien sorgen und die Ausrichtung des Produkts angeben, bevor überhaupt mit dessen Entwicklung begonnen wird.

Bestandteile des Produkt-Feature-Sets

Es gibt kein Patenrezept für das Aussehen eines Produkt-Feature-Sets, da dessen Umfang und Inhalt insbesondere auch vom Produkt und dessen künftigen Einsatzbereich und der entsprechenden Target Audience abhängig ist. Allerdings gibt es einige Bereiche, die in einem guten Produkt-Feature-Set abgedeckt werden sollten:

1. Einleitung

Die Einleitung eines Produkt-Feature-Sets fasst das Produkt kurz zusammen – drei bis vier Absätze sind vollkommen ausreichend. Jemand, der diese Einleitung nur überfliegt, sollte daraus den Wert des künftigen Produkts erkennen und verstehen können.

2. Vision

Im nächsten Abschnitt des Produkt-Feature-Sets, der Vision, wird sich vor allem auf die einzelnen Aspekte des Produkts konzentriert. Darum lässt sich dieser Punkt weiter unterteilen.

Der Abschnitt Produkt Vision soll das endgültige Ziel des Produkts beschreiben – also den Gesamtprozess des Produkts. Im Bereich Design Vision wird die Design-Ausrichtung des Produkts beschrieben und die angestrebte User Experience mit dem geplanten UI in Einklang gebracht. Der letzte Abschnitt umfasst die Business-Vision. Darin sollte sowohl definiert werden, wann das Produkt als erfolgreich gilt, als auch, welche Monetarisierungsschritte dafür nötig sind.

3. Produkt

Nach der Beschreibung der Vision für das Produkt geht es im Abschnitt Produkt ans Eingemachte – also an die Beschreibung der einzelnen Produktbestandteile und Features. Dazu gehören die Informationsarchitektur, die technische Architektur, die Features und eine Produkt-Roadmap.

Die Übersicht der Informationsarchitektur sorgt für ein grundsätzliches Verständnis der Usability-Struktur sowie der Navigation. Unter der technischen Architektur sollte beschrieben werden, welche APIs genutzt werden sollen, welche Funktionalität das Backend bieten soll und die möglichen technischen Herausforderungen notiert werden. Dazu kommt eine Übersicht der zugrundeliegenden Technologien des Produkts.

Der Features-Abschnitt ist einer der wichtigen Bereiche des Produkt-Feature-Sets. Hier werden die einzelnen Features und dessen Elemente so detailliert wie möglich beschrieben. In der Produkt-Roadmap geht es abschließend um die zukünftige Ausrichtung des Produkts, welche Features für die nächsten Versionen geplant sind und in welchen Abständen ein Release stattfinden soll.

Den Überblick behalten

Es zeigt sich also, dass das Schreiben eines Produkt-Features-Sets keine große Schwierigkeit sein muss und ein hilfreiches Dokument auf dem Weg zu einem erfolgreichen Produktrelease darstellt. Damit behält man nicht nur den Überblick über die aktuell anstehenden Features und die Gesamtvision des Produkts, sondern kann bereits die zukünftige Ausrichtung in die Planung für das erste Release miteinbeziehen.

Übrigens: wer noch weitere Anregungen für das eigene Produkt-Feature-Set braucht, findet in Sven Lenaerts Artikel zum Thema einige Beispiele sowie ein Feature-Set-Template.

Aufmacherbild: Notebook with an action plan and sticker today on wooden desk with cup of coffee and muffin von Shutterstock / Urheberrecht: Roobcio

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -