Produkt-Planung mit Produkt-Roadmap und Produkt-Backlog – das sind die Unterschiede
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Auf dem Weg zu einem erfolgreichen Produkt-Release ist die richtige Planung wichtig. Dazu gehört nicht nur die Planung der künftigen Features oder des Release-Zyklus, sondern etwa auch die Zielsetzung und Organisation von Sponsoren und der Finanzierung. Erreichen lässt sich das mit verschiedenen Planungs-Tools, zum Beispiel der Produkt-Roadmap und dem Produkt-Backlog.

Doch wo besteht eigentlich der Unterschied zwischen beiden Tools und wie hängen sie miteinander zusammen? Roman Pichler ist genau der Frage in seinem Artikel The Product Roadmap and the Product Backlog nachgegangen.

Unterschied zwischen Produkt-Roadmap und Produkt-Backlog

Zwar dienen sowohl die Produkt-Roadmap, als auch das Produkt-Backlog zur Planung für einen Release, allerdings gibt es einige kleine, aber feine Unterschiede zwischen beiden Tools. So ist die Produkt-Roadmap vor allem ein strategisches Produkt-Planungstool, das die Ziele, Release-Daten und Metriken rund um das Produkt und dessen Veröffentlichung beinhaltet. Damit ist es zudem einfacher, die Entwicklung und den Launch verschiedener Produkte zu koordinieren.

Das Produkt-Backlog beinhaltet dagegen all die Informationen zur notwendigen Arbeit bis zum Release, etwa User Stories, Workflow-Diagramme und Storyboards sowie Design-Sketches und Mock-Ups. Im Vordergrund steht dabei vor allem die taktische Planung, die auch als Basis zum Überprüfen des Projektfortschritts dienen kann. Idealerweise ergänzen sich beide Tools und verbessern so die Effizienz bei der Arbeit an einem Projekt. Dazu sagt Roman Pichler:

The product roadmap provides an umbrella for the product backlog; it tells a longer-term story about the likely growth of the product whereas the product backlog contains the details necessary to create the product.

Um beide Tools erfolgreich nutzen zu können, gibt es zwei Möglichkeiten, wie man sie aufeinander aufbauen kann: entweder indem man das Produkt-Backlog aus der Produkt-Roadmap ableitet (Top-Down), oder indem die Produkt Roadmap vom Produkt-Backlog abgeleitet wird (Bottom-up).

Top-Down oder Bottom-Up?

Für eine Vielzahl von Prozessen lässt sich zwischen Top-Down und Bottom-Up unterscheiden – so auch bei der Frage, wie man bei der Entwicklung einer Produkt-Roadmap sowie des Produkt-Backlogs vorgeht. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

Top-Down: das Produkt-Backlog wird von der Produkt-Roadmap abgeleitet

Geht man davon aus, dass in der Roadmap die langfristigen Ziele für das Produkt definiert werden, ist es wenig überraschend, dass der Top-Down-Ansatz vor allem für Projekte geeignet ist, die sich noch ganz in der Anfangsphase der Entwicklung befinden oder die gerade erst in der ersten Version veröffentlicht wurden. Dabei wird zunächst die Roadmap erstellt und das Backlog anschließend davon abgeleitet.

Der Vorteil ist, dass so im Backlog der Fokus auf die nächste Produktversion gelegt und es so möglichst kurz gehalten werden kann. Dadurch lässt es sich deutlich einfacher erstellen und im Laufe der Entwicklung leichter auf dem aktuellen Stand halten; zudem kann es gegebenenfalls auch ohne viel Aufwand angepasst werden.

Bottom-Up: die Roadmap wird vom Backlog abgeleitet

Viele Produkte, die bereits seit längerer Zeit in einer Stable Version vorliegen, verfügen meist über ein langes Produkt-Backlog, das mehr als nur das nächste Release abdeckt. In dem Fall kann es sich anbieten, die Roadmap vom bestehenden Backlog abzuleiten, indem man gemeinsame Themen – etwa voneinander abhängige Features – identifiziert und künftigen Releases zuordnet. Zusätzlich sollten auch einige Ziele für die jeweiligen Releases definiert werden, um die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmensbereichen wie Marketing oder Sales zu vereinfachen.

Eine eindeutige Antwort, welcher Ansatz erfolgreicher und effizienter ist, gibt es jedoch  leider nicht. Ob ein Top-Down- oder Bottom-Up-Ansatz gewählt wird, hängt in erster Linie vom Produkt und dessen Release-Zyklus ab. Hat man Zweifel, welcher Ansatz besser für das eigene Produkt geeignet ist, empfiehlt Roman Pichler, das Produkt-Backlog von der Roadmap abzuleiten – nicht zuletzt, weil sich der Markt schnell unerwartet ändern kann und so Verluste durch eine einfachere Neuausrichtung besser vermieden werden können.

Aufmacherbild: Project plan von Shutterstock / Urheberrecht: leungchopan

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