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Prokrastination: 5 Tipps gegen die „Aufschieberitis“!
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Prokrastination, Trödelei, „Aufschieberitis“: Die Angewohnheit, immer alles aufzuschieben hat viele Namen. Auch Softwareentwickler sind von diesem Phänomen nicht gefeit und beschäftigen sich gerne mal mit allem anderen, da sie sich eigentlich gar nicht zur Arbeit aufraffen können. Doch damit soll jetzt Schluss sein! Anlässlich des heutigen Anti-Prokrastinations-Tags sagen wir mit 5 Tipps der Prokrastination den Kampf an.

Selbst wenn man dem extrem zielstrebigen Teil der Menschheit angehört, sah man sich mit diesem oder einem ähnlichen Szenario bestimmt schon einmal konfrontiert: Man hat eine wichtige Aufgabe zu erledigen, die bis zu einem bestimmten Datum unbedingt erledigt sein muss. Doch was passiert? Anstatt sich auf den Hosenboden zu setzen und die Arbeit in Angriff zu nehmen, fällt einem urplötzlich ein, dass man doch ganz dringend mal wieder den Keller ausmisten müsste, sich mal wieder seine Briefmarkensammlung anschauen könnte oder Großvaters Zinnfiguren polieren. Praktisch jede Tätigkeit, die einem normalerweise nicht in den Sinn kommen würde, transformiert sich urplötzlich zum Mittelpunkt des persönlichen Universums, hinter dem alles andere verblasst. Spätestens dann hat sie uns erreicht – Hallo Prokrastination!

Was ist eigentlich Prokrastination?

Bevor wir die Prokrastination in Angriff nehmen, zunächst noch eine kurze definitorische Annäherung an das Phänomen. Prokrastination, im Volksmund auch als „Aufschieberitis“ bekannt, nennt sich das Phänomen, wirklich dringliche Arbeiten immer wieder zu verschieben, anstatt sie zu erledigen. Oder wie Dennis Wilson schreibt:

Medizinisch betrachtet könnte man behaupten, Prokrastination sei der unerwünschte geistige Zustand, der sich im physikalischen Symptom einer chronisch aufgeräumten Wohnung niederschlägt. Was zwar die Lebenspartner freuen mag, ist für Arbeitgeber jedoch ein furchtbares Ärgernis.

Doch zu spaßen ist damit wirklich nicht – können doch Schul- und Hochschulabschlüsse dadurch ebenso gefährdet werden wie wichtige Projekte des Berufslebens. Obwohl die Prokrastination also teils massive negative Auswirkungen auf das Leben eines Menschen haben kann, wird sie nicht den psychischen Erkrankungen zugeordnet, weshalb auch nur wenig systematische Ansätze für Gegenstrategien existieren. Wir haben 5 Tipps für Sie zusammengefasst.

Der Prokrastination den Kampf ansagen: 5 Tipps!

1. Selbstreflexion

Zunächst einmal sollte man sich um Selbstreflexion bemühen: Versuchen herauszufinden, ob die Ursachen für die Aufschieberei auf einen einzelnen Grund zurückzuführen oder multikausal sind. Gelingt es einem, die Gründe zu identifizieren, verfügt man logischerweise über Stellschrauben, die man direkt angehen kann.

2. Kleine Schritte machen

Ein relativ gängiges und in entsprechenden Trainings auch häufig empfohlenes Mittel, der Prokrastination direkt zu Leibe zu rücken, ist das Aufspalten eines großen Projekts in mehrere „Etappenziele“, die man wiederum anhand von Wochen- und Tagesplänen minutiös durchplant. Durch diese Art der Projektplanung ist es recht leicht, einen Fluss von Erfolgserlebnissen in Gang zu setzen, der Motivationsfördernd wirkt. Wilson schreibt dazu:

Das ist im Übrigen einer der Gründe, warum einem in Scrum- oder Kanban-Projekten dazu geraten wird, kleinteilige Aufgaben zu definieren: Man sieht wesentlich schneller, was man erledigt hat; außerdem wird bei erledigten Aufgaben, die weggeräumt werden können, unser innerer Belohnungsmechanismus aktiv.

3. Einen Ansprechpartner finden/ Tagebuch führen

Eine weitere Möglichkeit in der Spur zu bleiben besteht darin, sich einen Freund oder Kollegen zu suchen, der die Rolle eines Ansprechpartners übernimmt, dem gegenüber man ehrliche Rechenschaft über die eigenen Fortschritte ablegt. Sollte kein Ansprechpartner zur Verfügung stehen, können die Arbeitsschritte auch in einem Tagebuch festgehalten werden und so das eigene Arbeitstempo besser überblickt werden.

4. Zeit einteilen

Gegenüber anders lautenden Selbsteinschätzungen arbeiten die meisten Menschen nicht besser, wenn sie unter Druck stehen. Ein hoher Druck kann beispielsweise schnell dazu führen, sich bis über beide Ohren in Details zu verlieren und somit andere Teile des Projekts zu vernachlässigen. Darum ganz wichtig: Auf jeden Fall den Arbeitsfluss erhalten!

Eine Lösungsmöglichkeit hierfür ist beispielsweise, jedem Teil des Projekts eine ganz bestimmte Zeitspanne zuzuweisen und nach deren Ablauf automatisch zum nächsten Teil überzugehen – denn Feinarbeit kann immer auch noch dann erledigt werden, wenn das technische Grundgerüst steht.

5. Ziele nicht zu hochstecken

Auch Erfolg kann Angst machen und Prokrastination verursachen. Hat man ein Projekt erfolgreich abgeschlossen kann es passieren, dass man die Erwartungen an sich selbst für das nächste Projekt zu hoch ansetzt. Der daraus resultierende, selbstgeschaffene Druck kann auch zu mentalen Blockaden führen.

So, jetzt ist der Kaffee leer. Ich besorge mal Nachschub. Dann schreibe ich weiter. Später. Vielleicht…

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