Mit dem Cynefin-Framework die passende Projektmethode bestimmen

Scheiternde Projekte aus dem Disorder holen
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Agile Projektmethoden werden als das Heilmittel für scheiternde und ausufernde Projekte angepriesen – während der Gebrauch der unreflektierten Projektmethode „So wie beim letzten Mal“ mit dem Wasserfallverfahren verwechselt wird. Dabei findet oft nicht einmal eine bewusste Auseinandersetzung mit der genutzten Projektmethode und den zugehörigen Methodenbausteinen statt. Die Frage, die wir uns im Projektgeschäft stellen müssen, lautet: „Welcher Prozess passt zu den Anforderungen des Projekts?“ und nicht „Wie bekomme ich dieses Projekt in unseren Prozess?“

Die Antwort auf diese Frage liefert das Cynefin-Framework des Waliser Wissenschaftlers für Wissensmanagement Dave Snowden.

„So wie beim letzten Mal“ ist nicht Wasserfall

Wenn Projekte scheitern, wird meist die bisher im Unternehmen als Wasserfallverfahren bekannte und genutzte Projektmethode in Gänze als gescheitert angesehen. Agiles Projektmanagement, häufig in Form von SCRUM, soll nun alles besser machen. Viele verwechseln dabei allerdings die im Unternehmen herangereifte und gewachsene Methode mit dem Wasserfallverfahren. Kick-off-Meetings zum Projektstart, in dem alle vermeintlich offenen Fragen geklärt werden, lange Aufgabenlisten und Einigkeit darüber, dass geplante Aufgaben und Aufwände vom Projektmanagement verwaltet und kontrolliert werden. Nach bestem Wissen und Gewissen werden To-do- und Checklisten erstellt, Tickets in ein Ticketsystem wie z. B. Jira eingearbeitet und möglicherweise sogar ein Meilensteinplan erarbeitet.

Wir kennen diese Methodenbausteine. Sie haben in der Vergangenheit gute Dienste geleistet, und mit diesen waren wir in etlichen Projekten erfolgreich. Diese Erfolge nehmen wir zum Anlass, die etablierte Projektmethode „So wie beim letzten Mal“ unreflektiert zu kopieren. Es wird keine bewusste Entscheidung getroffen, ob die kopierten Methodenbausteine im aktuellen Projekt ein sinnvolles Hilfsmittel sind. Meist fehlt die Zeit, über im Unternehmen gewachsene Methodenbausteine zu reflektieren. Die Projektmethode „So wie beim letzten Mal“ etabliert sich. So unauffällig, wie sich die Projektmethode „SWBLM“ etabliert hat, kopieren sich auch gemachte Fehler unreflektiert von Projekt zu Projekt.

Die bewusste Entscheidung für oder gegen eingesetzte Methodenbausteine kann dabei helfen, fehlerhafte Pattern zu erkennen. Nur so ist es möglich, die gewachsene Projektmethode „SWBLM“ bewusst zu betrachten und in Frage zu stellen. Nur, weil die ausführliche Checkliste bei Projekt A ein nützliches Hilfsmittel war, bedeutet dies nicht, dass sie auch bei Projekt B zum Erfolg beiträgt. Erst recht dann nicht, wenn sich die Projekte grundlegend unterscheiden.

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