Überstunden bei der Arbeit – Sinn oder Unsinn?
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Es ist offensichtlich, dass nicht jeder Programmierer gleich ist. In den USA zeichnet sich immer mehr der Trend ab, dass von Softwareentwicklern, IT-Fachkräften und Programmierern mehr als nur der 9-to-5-Dienst

Es ist offensichtlich, dass nicht jeder Programmierer gleich ist. In den USA zeichnet sich immer mehr der Trend ab, dass von Softwareentwicklern, IT-Fachkräften und Programmierern mehr als nur der 9-to-5-Dienst nach Vorschrift erwartet wird. Auch in Deutschland hört die Arbeit für Programmierer und Entwickler oft nicht zu einer vertraglich festgelegten Zeit auf. Doch ist man nach acht Stunden überhaupt noch produktiv oder leidet die Arbeit an der zunehmenden Erschöpfung der Mitarbeiter, die mit den Überstunden einher geht?

Die Zeiten, in denen Arbeitnehmer morgens ins Büro gingen und pünktlich um 17 Uhr den verdienten Feierabend genießen konnten, scheinen längst gezählt. Fort- und Weiterbildungen werden erwartet, und trotz gesetzlicher Regelungen hat bestimmt jeder von uns schon von zu Hause oder vom Smartphone aus E-Mails an den Chef oder Geschäftspartner geschrieben. Auch Überstunden weichen die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit immer weiter auf, sodass auch bei uns in Deutschland die Wochenarbeitszeit immer öfter die 60-Stunden-Marke überschreitet, obwohl das Arbeitszeitgesetz nur in Ausnahmefällen eine Arbeitszeit von bis zu 10 Stunden täglich in einer 6-Tage-Woche erlaubt.

Doch ist es überhaupt möglich, auf sein Recht von mindestens 11 Stunden Ruhezeit zu beharren, wenn Kunden oder Chefs Druck machen? Dies gilt natürlich umso mehr für selbständige Programmierer, die nur bei der Fertigstellung von Projekten bezahlt werden und so unter einem ungleich höheren Zeitdruck stehen als diejenigen, die ein festes Gehalt vom Arbeitgeber beziehen. Hinzu kommt, dass Arbeitszeitrebellen völlig zu Unrecht als faul oder unzuverlässig gelten, möglicherweise als Querulanten abgestempelt werden und im Falle eines Jobwechsels schlechte Bewertungen erhalten. Die Folge sind Burn-Outs und übermüdetet Angestellte, denen mit dem letzten Schlaf auch die nötige Kreativität zur Problemlösung geraubt wird.

Längere Arbeitszeiten bedeuten nicht zwingend mehr Ergebnisse

Nathan vom Blog Headhuntable hat sich einmal Gedanken über die 9-to-5-Programmierer gemacht und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Qualität der Ergebnisse nicht besser wird, wenn ein Programmierer durch längere Arbeitszeiten höheren Einsatz an den Tag legt. Natürlich lässt sich leicht behaupten, dass das Programmieren keine anstrengende Arbeit ist, wenn man Spaß daran findet und die Tätigkeit als eine Art Hobby betrachtet, doch sind auch dann physische Grenzen gesetzt. Niemand wird länger als einige Stunden ununterbrochen an einem Projekt arbeiten können, und selbst bei Marathonsitzungen versagen RedBull, Kaffee und Traubenzucker irgendwann.

Nathan empfiehlt daher, regelmäßig Pausen einzulegen und nicht länger als 6-8 Stunden am Stück zu programmieren. Dabei darf man neben einer gesunden Ernährung und Bewegung ebenso wenig außer Acht lassen, dass man auch Zeit für kurzweilige Aktivitäten zur Entspannung einräumen sollte.

Im Gegensatz zu Deutschland ist der Arbeitnehmerschutz in den USA weniger ausgeprägt und so rät Nathan, dass man immer auch mit Überstunden und Sonderschichten rechnen sollte. Ist also eine 60-Stunden-Woche vertraglich geregelt, so kann es passieren, dass man tatsächlich 80 bis 100 Stunden arbeitet, weil Deadlines eingehalten oder in letzter Minute noch Änderungen vorgenommen werden müssen.

Im C++-Forum diskutieren die deutschen Nutzer ebenfalls die maximale Arbeitszeit von Programmierern, wobei die Auffassungen der Diskutierende sich stark unterscheiden. Dies zeugt nur davon, wie unterschiedlich wir Menschen sind. Manche brauchen mehr Pausen als andere und manch Programmierer arbeitet einfach schneller als seine Kollegen. Insgesamt scheint man sich aber mit vereinzelten Ausnahmen einig, dass Überstunden auf lange Sicht keinen Sinn machen, da der Akku irgendwann schlicht und ergreifend leer ist.

Was sind Eure Erfahrungen mit langen Arbeitszeiten und nahenden Deadlines und wie haltet Ihr die Konzentration hoch?

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