6 Tipps mit denen man Usability Testing zur Gewohnheit macht

Usability Testing und die Macht der Gewohnheit
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Eines dürfte den meisten Entwicklern klar sein: den perfekten Usability-Test gibt es nicht. Überraschend ist das nicht – immerhin gibt es zahlreiche Tools und Methoden, die oft als das Wundermittel für besonders effektive Tests angepriesen und von vielen Entwicklern gerne in den abenteuerlichsten Kombinationen angewandt werden. Dazu kommt, dass jede Methode ihre Vor- und Nachteile hat und ihre Nützlichkeit vom jeweiligen Projekt abhängt.

Kein Wunder also, dass vielen der Einstieg in ein effektives Usability Testing oft schwerfällt. Darum wird meist nur einmal eine großangelegte Usability-Studie durchgeführt, etwa wenn das eigene Projekt gerade mit umfangreichen Updates versehen wurde und im Zuge dessen die Usability der Website für den User überprüft werden soll. Doch das ist meist nur wenig nutzbringend, immerhin sind solche Ergebnisse nur eine Momentaufnahme. Stattdessen gilt es, Usability Testing regelmäßig in den eigenen Workflow einzubinden – und so zu einer Gewohnheit zu machen.

Warum Usability Testing als Gewohnheit so wichtig ist

Warum ist es so wichtig, Usability Testing zu einer Gewohnheit zu machen und so unumstößlich in den eigenen Workflow zu integrieren? Stefan Rössler erklärt es folgendermaßen:

One big effort can never substitute for all the many efforts you need to make on a regular basis, to get the results you desire.

Es mag darum verlockend sein, eine großangelegte Usability-Studie durchzuführen, um mögliche Usability-Probleme aufzudecken; um die Usability einer Website aber nachhaltig zu steigern, bedarf es jedoch deutlich mehr Einsatz. Rössler vergleicht Usability Testing dabei mit einem Workout – nur wer regelmäßig trainiert, sieht irgendwann auch Ergebnisse.

Genauso verhält es sich mit Usability Tests. Erst wenn sie regelmäßig Teil des Workflows sind, lassen sich Verbesserungen der Usability der eigenen Seite erkennen. Meist ist dabei der Start weniger das Problem, als das Aufrechterhalten der Motivation zur regelmäßigen Durchführung der Usability Tests. Dazu kommt dann die Frustration, wenn es nicht innerhalb möglichst kurzer Zeit entsprechende Ergebnisse gibt. Darum gilt:

The key to success is, to slowly but surely make usability testing a habit.

6 Tipps wie Usability Testing zur Gewohnheit wird

Dass Usability Testing zu einer Gewohnheit werden sollte, um für mehr Effizienz bei selbigem zu sorgen, steht also eigentlich außer Frage. Wie aber lässt sich Usability Testing zu einer Gewohnheit machen? Auch darauf hat Rössler eine Antwort und stellt verschiedene Möglichkeiten dafür vor:
1.

Akzeptieren, dass man Fehler macht


Wenn man neu in eine Sache einsteigt – sei es das Lernen einer Sprache oder eines Instruments, ein regelmäßiges Workout oder eben das Usability Testing – ist es kaum verwunderlich, wenn man anfangs Fehler macht. Es ist eben fast unmöglich, wirklich gut in etwas zu sein, das man gerade erst angefangen hat. Peinlich muss das Entwicklern nicht sein und schon gar nicht sollte es sie davon abhalten, Usability Tests durchzuführen, denn, so erinnert uns Rössler:

you need to make mistakes in order to learn something new.

2.

Misserfolge annehmen und daraus lernen


Wäre die in der eigenen Website oder Software gewählte Lösung bereits perfekt, bräuchte man keine Usability Tests. Allerdings hat jedes Produkt seine eigenen – mehr oder weniger gravierenden – Usability-Probleme, die mithilfe von entsprechenden Tests aufgedeckt werden müssen. Vielen Entwicklern fällt es jedoch schwer, zu akzeptieren, dass von ihnen entwickelte Seiten oder Produkte Fehler beinhalten. Tatsächlich ist es aber wichtig, genau das zu akzeptieren, um Usability Testing zu einer Gewohnheit zu machen. Denn nur wenn man weiß, dass man dank der eigenen Fehleranfälligkeit solche Tests braucht, sind sie für das Ausmerzen bestehender Probleme besonders effektiv.
3.

Nicht zu viele Tests auf einmal durchführen


Ein weiteres großes Problem bei Usability Testing ist das Durchführen von zu vielen Tests auf einmal. Genau das mindert jedoch ihre Effektivität, weil zu viel Zeit darauf aufgewandt werden muss, die Ergebnisse zu analysieren. Das tatsächliche Beheben der Probleme bleibt dabei dann oft auf der Strecke. Es ist darum deutlich effektiver, jede Woche einige wenige Tests durchzuführen als unzählige Tests alle paar Monate. Dazu sagt Rössler:

The secret is to get into the feedback loop (test, improve, test, improve …), not to check off usability from your todo list.

4.

Mit Freunden/Bekannten testen


Webdesigner arbeiten eigentlich immer an etwas. Grund genug also, Freunde, Familie und Bekannte in den Testprozess miteinzubeziehen – etwa indem eine Aufgabe erstellt und von den Bekannten gelöst werden muss. Natürlich sollte man sich nicht nur auf die Ergebnisse solcher Tests verlassen, allerdings können sie für durchaus nützliche Resultate sorgen – und sei es nur, dass sie zeigen, dass ein richtiger Usability-Testing-Prototyp benötigt wird.
5.

Usability-Probleme direkt nach deren Identifikation beheben


Oben wurde er bereits genannt: der Feedback-Loop. Er spielt eine wichtige Rolle dabei, Usability Testing zu einer Gewohnheit zu machen. Darum ist es ebenfalls wichtig, dass gefundene Probleme so schnell wie möglich behoben werden. Die neue Lösung muss dabei nicht perfekt sein, immerhin wird sie sowieso nochmal getestet; sie kann aber trotzdem bereits früh zu einer besseren User Experience der Nutzer beitragen.
6.

Testing-Pläne anlegen – und sie auch einhalten


Der Anfang ist meist einfach gemacht, das Beibehalten von regelmäßigen Usability Tests ist es dagegen nicht. Wer Usability Testing zu einer Gewohnheit machen will, braucht einen festen Plan – und an den muss man sich halten. Das heißt zum Beispiel auch, regelmäßige Meetings mit entsprechenden Testpersonen zu vereinbaren, denn die Wahrscheinlichkeit, dass man in alte Muster zurückfällt, wenn es keine neuen Termine gibt, ist groß.

Die Macht der Gewohnheit

Usability-Testing-Methoden gibt es viele, und nicht alle passen zu jedem Projekt. Für Entwickler heißt das oft erstmal ein wenig Ausprobieren, bis man die richtige Arbeitsweise für sich gefunden hat. Usability Testing spielt aber für den Erfolg eines Produkts oder einer Website eine große Rolle. Es ist also durchaus sinnvoll, solche Tests regelmäßig in den eigenen Workflow zu integrieren und sie zu einer Gewohnheit zu machen. Und dann dürften auch die Erfolge – und vor allem eine bessere User Experience für den Nutzer – nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Aufmacherbild: Notepad with word usability concept and marker. von Shutterstock / Urheberrecht: designer491

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