„Was hast du gelernt?“ – so funktioniert die Retrospektiven-Technik
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Retrospektiven spielen für die Verbesserung der Zusammenarbeit von agil arbeitenden Teams eine wichtige Rolle. Dabei gibt es unterschiedliche Techniken, die bei der Durchführung der Retrospektive angewandt und an die Bedürfnisse des Teams angepasst werden können.

Eine solche Retrospektiven-Technik ist beispielsweise die „What did you learn?“-Technik, die Mishkin Berteig in einem Blogpost vorgestellt hat.

Aufbau der „What did you learn?“-Retrospektive-Technik

Der Lernprozess ist auch bei agil arbeitenden Teams ein wichtiger Bestandteil der Arbeit und die Prozesse in vielen agilen Methoden helfen beim Fokussieren auf das Lernen. Darum lässt sich die an sich sehr allgemeine Frage „Was hast du gelernt?“ auch leicht in eine Retrospektiven-Technik übertragen, indem vier Lern-Kategorien erstellt werden, die den Teammitgliedern Anreize zum Nachdenken und der Diskussion bieten sollen.

Auch das übrige Setup dieser Retrospektiven-Technik ist simpel, man benötigt einfach nur ein Flip-Chart oder Whiteboard, das in vier Bereiche aufgeteilt wird, sowie für jedes Teammitglied ein Stück Papier mit der gleichen Aufteilung. Idealerweise wird die Retrospektive natürlich durchgeführt, wenn alle Teammitglieder anwesend sind, allerdings eignet sich die „What did you learn?“-Technik auch für Video- oder Telefonkonferenzen.

Die Lern-Kategorien

Sowohl das Flip-Chart als auch die ausgehändigten Zettel werden bei der „What did you learn?“-Technik in die folgenden vier Lern-Kategorien aufgeteilt:

1. Fragen Hier werden Fragen, die während des Arbeitsprozess aufgetreten sind, formuliert und so festgehalten, wo das Team Lernbedarf sieht.

2. Informationen, Daten und Fakten Diese Lernkategorie fasst spezifische Details zu einzelnen Wissensbereichen oder Fähigkeiten zusammen und bietet so eine gute allgemeine Informationsübersicht.

3. Einblicke, Konzepte, Aha-Momente Hat man eine Sammlung an Fakten oder Erfahrungen, ergeben sich oft Pattern und mögliche Verbindungen zwischen den einzelnen Punkten. Gleichzeitig bringen solche Einblicke auch eine emotionale Komponente mit sich, die Einfluss auf das Team haben kann.

4. Aktions-Items Hier werden die Zukunftsentscheidungen festgehalten – sowohl Kurzzeit- als auch Langzeitentscheidungen.

Drei Hauptprozessschritte der Retrospektive

Die Retrospektive lässt sich in drei Prozessschritte einteilen, die dabei nicht fehlen sollten. Dazu gehört sowohl Zeit für die individuelle Reflektion der einzelnen Teammitglieder, in der sie zu jeder Kategorie Notizen verfassen sollten, als auch der Austausch mit dem gesamten Team. In dieser Phase kommt es vor allem darauf an, jedem Teammitglied die Chance zu geben, seine Notizen vorzustellen, ohne in eine Diskussion der einzelnen Punkte abzudriften.

Abschließend erhält die gesamte Gruppe die Möglichkeit zur Diskussion, in der entschieden werden sollte, welche Lernerfolge besonders wichtig für die weitere Arbeit sind. Diese Faktoren sind es auch, die den Weg auf das Flip-Chart finden und als Referenz aufbewahrt werden sollten.

Es zeigt sich damit also, dass sich der Einsatz der „What did you learn?“-Technik für die Retrospektive lohnen kann. Gerade Teams, die sich in einer Übergangsphase wie dem Start eines neuen Projekts oder dem Ändern der Business-Ausrichtung eines Projekts befinden, kann die Technik viele Vorteile bringen – insbesondere, weil sie sich leicht umsetzen lässt. Damit dürfte dem erfolgreichen Durchführen von Retrospektiven ja nichts mehr im Wege stehen. Mit diesen Tipps lassen sie sich zudem auch noch zusätzlich produktiver gestalten.

Aufmacherbild: What Have You Learned? road sign with sun background von Shutterstock / Urheberrecht: Gustavo Frazao

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