All you need is love!

Was ist DevOps – und was nicht? [IPC 2014]
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DevOps – ein Schlagwort macht die Runde. Den meisten dürfte zwar die Idee dahinter klar sein, nämlich Entwicklung und Betrieb von Software näher zusammenzubringen. Wie konkret das allerdings in der Umsetzung aussehen kann, bleibt oft unklar. Nützliche Handlungsanleitungen aus der DevOps-Praxis gab deshalb Bernd Erk (NETWAYS) in seiner IPC-Session „Was ist DevOps und was nicht.“

Drei Mythen zu DevOps

Klar stellt Bernd zunächst: DevOps kann man kaum auf dem freien Arbeitsmarkt finden! Anstatt also eine detaillierte Stellenausschreibung in die Jobportale zu stellen, sollte man lieber intern nach geeigneten Personen suchen: Wo gibt es einen Entwickler, der sich auch für den Betrieb interessieren könnte? Wo ein Admin, der Lust hat, sich in PHP-Programmierung und Git einzuarbeiten?

Einen weiteren Mythos räumte Bernd mit der Bemerkung aus dem Weg: „Ein Tool für DevOps gibt es nicht!“ Auch wenn einige Anbieter in großen Lettern mit DevOps-fähigen Suiten werben, gehen diese – wohl ganz ähnlich wie die meisten der so genannten Agile-Tools – am eigentlichen Problem vorbei. Dieses liegt nämlich nicht in den Tools und Technologien selbst, sondern besteht in der Herausforderung, lange Jahre eingeübte Prozesse aufzubrechen und etablierte Unternehmenskulturen zu verändern.

Und da ist da noch der Faktor Zeit. Weder wird man eine Kulturänderung durch das einfache Zusammenlegen von Abteilungen bewältigen, noch in einem 2-3 Wochen-Workshop. Worauf es ankommt – und das war auch die Quintessenz von Bernd Erks Session – ist die Bereitschaft, das Interesse, die Lust der beteiligten Menschen, sich mit der anderen Seite zu beschäftigen.

Entscheidend ist, sich nicht blenden zu lassen.

Auf die Größe kommt es an

Große Unternehmen haben typischerweise klar definierte Abteilungsgrenzen und ritualisierte Prozesse. Hier einen Wandel der Unternehmenskultur hin zu einer echten DevOps-Kultur in Gang zu setzen, ist deshalb meist schwieriger als bei kleinen Startups. Nicht umsonst stammt die DevOps-Bewegung auch aus diesem Umfeld, aus der Start-up-Szene, in der aufgrund des überschaubaren Personals Entwicklung und Betrieb in einem erledigt werden MÜSSEN.

Will man also DevOps in seinem Unternehmen einführen, gilt es zunächst einmal kritisch zu hinterfragen, was für ein Unternehmen man eigentlich ist. Das Gute allerdings: Anfangen kann man immer im Kleinen – Erk rät explizit dazu, sich zu Beginn nicht gleich auf große Projekte zu stürzen, sondern sich einen realistischen Rahmen zu stecken: eine Mobile App, ein kleines internes Projekt, eine Webseite.

People make the difference!

Und dann kommt natürlich der Faktor Mensch ins Spiel! Ein DevOps-Projekt steht und fällt mit den Leuten, die sich daran beteiligen. Neben dem erwähnten Interesse am jeweils anderen Metier muss eine Grundoffenheit vorhanden sein, sowohl die Fähigkeit, Kritik einzustecken als auch auszuteilen. „Und dann heißt es: reden, reden, reden – der Kommunikationswillen muss zwingend da sein!“

In Bezug auf die jüngsten Diskussionen über Sinn und Unsinn von Homeoffice bezieht Erk klare Stellung: Räumliche Nähe ist wichtig! Um eine echte Veränderung einer Unternehmenskultur zu bewirken, genügen E-Mails und Issue Tracker nicht. Auch Skype, Hangouts & Co. sind suboptimal, transportieren sie doch auch nur indirekt die Stimmung der Menschen und verhindern damit das Wichtige: den Anderen als Menschen kennenzulernen!

Stimmen diese Parameter erst einmal, so fallen die nächsten Schritte leicht:

  • Vereinfachte Prozesse!
  • Vereinfachte Architekturen!
  • Deklarative Handlungen!
  • Reproduzierbarkeit!
  • Automatisierung!
  • Monitoring!
  • Performance messen!
  • Logs nicht vergessen!
  • Automatisierung!

All you need is love!

Zentral ist: Die Leute müssen sich mögen! Diese fast schon romantische Message stand am Ende Erks erhellender DevOps-Session. Und da Liebe bekanntlich nicht erzwungen werden kann, ist es wichtig, dem DevOps-Gedanken aufgeschlossene Leute zu finden und dem angestrebten Kulturwandel Zeit zu geben. Mit etwas Geschick werden dann in 1-2 Jahren die Schützengräben zwischen Entwicklern und Betrieblern endlich zugeschüttet sein, meint Bernd Erk.

Nicht mehr: „Der andere hat es verbockt“, sondern: „Wir müssen es gemeinsam schaffen!“ Eine Zukunft, für die es sich lohnt, einige Anstrengungen in Kauf zu nehmen. Denn diese Botschaft brachte Erk auch deutlich an den Mann:

Man kriegt nichts geschenkt!

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