Wie Teamwork gelingt
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Teamwork. Man liebt es oder man hasst es. Wenn es gut läuft, kann die Arbeit in Gruppen bereichernd für jedes Projekt sein. Das ist aber nicht immer der Fall – zu oft verläuft die Teamarbeit unbefriedigend für alle Beteiligten. Erst wird gestritten, dann mangelt es an Absprachen und am Ende ist das Ergebnis alles andere als gut.

Wichtig für die Zusammenarbeit sind dabei vor allem Soft Skills – doch gerade Programmierer gelten gemeinhin nicht als Kommunikationstalente. Viele Schwierigkeiten lassen sich jedoch auch durch eine gute Organisation aus der Welt schaffen. Für Daria Bastanzhieva ist die Teamgröße dabei ein entscheidender Faktor dafür, ob die Arbeit gelingt oder von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist.

Psychologische Grundlagen

Immer wenn Menschen aufeinander treffen, laufen psychologische und soziale Prozesse ab. Wer sie versteht, kann beim Aufbau eines neuen Teams viele Probleme vermeiden. So muss zum Beispiel klar sein, dass ein neu entstehendes Team niemals von Anfang an produktiver sein wird, als seine einzelnen Mitglieder für sich genommen. Das ist zwar das Ziel – vorher muss das Team aber seine Spielregeln und soziale Ordnung festlegen. Die erste Phase der Teamarbeit ist darum eher von Konflikten als von effizienter Arbeit geprägt. Wer hier zu früh aufgibt, verschenkt viel Potential.

Auch die Auswahl der Teammitglieder ist wichtig für die Frage, wie gut ein Team am Ende zusammenarbeiten wird. Durch die Integration schwächerer Mitarbeiter in Teams verbessert sich häufig deren Arbeitsleistung. Die Angst vor Bewertung sowie das gemeinsame Streben nach dem bestmöglichen Gruppenergebnis motivieren sowohl starke als auch schwache Mitglieder zu Bestleistungen. An dieser Stelle ist allerdings Vorsicht geboten: Ist die Leistungsdifferenz zwischen den einzelnen Teammitgliedern zu groß, verschlechtert sich die Gruppenleistung wieder.

Motivationslöcher

Die soziale Faulheit stellt ein weiteres Problem in der Teamarbeit dar. Sobald die Leistung des Einzelnen nicht mehr sichtbar ist, sondern nur das Teamergebnis bewertet wird, sinkt die Motivation. Der eigene Anteil wirkt nicht mehr so wichtig auf die Beteiligten, sodass sie ihre Anstrengungen verringern. Um dem vorzubeugen kann es sinnvoll sein, das Verantwortungsgefühl der einzelnen Mitglieder zu stärken oder die Teamarbeit zu einer Art Wettbewerb zu machen. Das Prinzip der Gamification funktioniert auch für Teamwork!

Wenn die Teamgröße nicht gut gewählt ist, hilft aber auch das nicht. Der Ringelmann-Effekt besagt, dass die Leistung des Einzelnen schlechter wird, je größer das Team ist. Die Ursache dafür ist vermutlich, dass die Kommunikation miteinander durch eine wachsende Zahl Teammitglieder immer schwieriger wird. Wer seine Aufgaben aber gar nicht so genau kennt, kann auch nichts zum Ergebnis beitragen. Hier lohnt sich ein Blick auf Sportmannschaften: Nur selten sind mehr als 15 Spieler pro Mannschaft zugleich an einem Spiel beteiligt. Das sollten sich Teams im beruflichen Kontext zum Vorbild nehmen.

Kleingruppen statt Truppenstärke

Die Arbeit in Kleingruppen schafft in verschiedener Hinsicht Abhilfe. Teams mit nur wenigen Mitgliedern können einerseits gut den jeweiligen Leistungsniveaus entsprechend zusammengestellt werden, andererseits aber auch besser zusammen arbeiten als große Mannschaften. Zwar erfordert eine solche Unterteilung mehr Koordination von außen, dafür steigt allerdings auch die Effizienz der Mitarbeiter.

Eine ideale Teamgröße lässt sich aber leider nicht so einfach bestimmen. Ob ein Team mit 15 Personen noch gut arbeiten kann oder die Kommunikation schon ab dem siebten Mitglied schwierig wird, hängt von den Teammitgliedern und ihren Aufgaben ab. Die optimale Größe eines Teams für das eigene Projekt kann schlussendlich nur durch Beobachtung und regelmäßige Korrektur gefunden werden.

Wer diese Tipps befolgt, kann viele Probleme in der Teamarbeit vermeiden. Teamwork muss nicht zwangsläufig ein weiterer Stressfaktor im Arbeitsalltag sein – das gilt auch für Entwickler-Teams. Die Schwierigkeiten sind am Ende nämlich in allen Berufszweigen gleich: Kommunikative Probleme und eine schlechte Personalplanung erschweren die Zusammenarbeit und die Motivation ist nie so groß, wie sie sein sollte. Wenn diese Faktoren allerdings bedacht werden, kann das angenehme und produktive Arbeiten im Team schon viel leichter gelingen.

Aufmacherbild: People with their hands together. team work concept via Shutterstock.com / Urheberrecht: hxdbzxy

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