AJAX-Tools im Einsatz
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Sajax
Mit Sajax ist es sehr einfach, mittels JavaScript aus einer Webseite heraus serverseitige Funktionen aufzurufen. Interessant ist dabei vor allem, dass man bei der Wahl der eingesetzten Programmiersprache

Sajax

Mit Sajax ist es sehr einfach, mittels JavaScript aus einer Webseite heraus serverseitige Funktionen aufzurufen. Interessant ist dabei vor allem, dass man bei der Wahl der eingesetzten Programmiersprache relativ freie Hand hat. Aktuell stehen ASP, ColdFusion, Io, Lua, PHP, Perl, Python und Ruby zur Auswahl. Für jede dieser Sprachen wird eine eigene Bibliothek bereitgestellt, über die sich die jeweiligen Funktionen der Sprache in die entsprechende AJAX-Anwendung einfügen lassen. Die Integration der jeweiligen Bibliotheken unterscheidet sich zwar von Sprache zu Sprache, das Vorgehen ist aber immer gleich. Normalerweise liegt auf dem Server eine Datei (beispielsweise eine HTML-Datei mit integriertem PHP-Code), die entweder Anfragen via AJAX beantwortet oder die entsprechende Webseite an den Client liefert. Das bei HTTP-Anfragen entstandene HTML-Dokument ist eine Webseite, in der AJAX-Elemente für den weiteren Datenaustausch mit dem Server enthalten sind. Werden aus der Webseite heraus serverseitige Aufrufe ausgeführt, entstehen HTTP-Anfragen für die gleiche Ressource, die in diesem Fall allerdings mit weiteren Parametern versehen wird. Die Sajax-Bibliothek (zumindest ein Teil) ist nun dafür da, die benötigten Funktionen aufzurufen und das Ergebnis an den Client zu senden. Wie einfach sich Sajax einsetzen lässt, zeigt Listing 1, das über die PHP-Variante von Sajax umgesetzt wird. Als Ergebnis erhält man ein HTML-Formular, über das man zwei Werte mittels einer serverseitigen Funktion multiplizieren kann. Einziger Wehrmutstropfen: Sajax ist sehr spärlich dokumentiert, sodass man nur mit einer gehörigen Portion Eigeninitiative ansprechende Ergebnisse erzielen kann.

Listing 1
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   //Binde die Sajax-Bibliothek ein
   require("Sajax.php");
   //Eine Funktion zum Mulitiplizieren zweier Werte	
   function multiply($x, $y) {
      return $x * $y;
   }
   //Die Sajax-Bibliothek wird initialisiert
   sajax_init();
   //Die selbst definierte Funktion wird bekanntgemacht
   sajax_export("multiply");
   //Die Ajax-Anfragen werden verarbeitet
   //Die Funktion multiply() wird aufgerufen und das
   //Ergebnis wird an die Client gesendet
   sajax_handle_client_request();
?>


   Multiplier *
   =
   
Atlas

Auch an Microsoft geht der AJAX-Hype nicht spurlos vorüber. Mit Atlas präsentieren die Redmonder eine eigene Entwicklungsumgebung. (Atlas ist eigentlich beides: eine IDE und ein Framework.) Bei nüchterner Betrachtungsweise handelt es sich bei Atlas um nichts anderes als eine JavaScript-Bibliothek, über die benutzerdefinierte Komponenten verwaltet und serverbasierte Komponenten aufgerufen werden können. Vergleichbar ist Atlas auf den ersten Blick mit den in ASP.NET 2.0 enthaltenen Client-Rückrufen, stellt allerdings eine weitaus mächtigere Lösung dar. Durch die Steuerelemente, die zur Laufzeit in JavaScript konvertiert werden, wird ein ähnliches Abstraktionsniveau erreicht, wie es bei ASP.NET im Zusammenhang mit Webservern der Fall ist. Auf der bereits erwähnten Atlas-Website werden neben der Dokumentation auch einige anschauliche Beispiele angeboten, die den Einstieg in die Atlas-Entwicklung erleichtern. ASP.NET-Entwickler werden, wenn ihr Ziel denn die Entwicklung von AJAX-Applikationen ist, nicht um den Einsatz von Atlas herumkommen. Für die rein clientseitige Entwicklung wird eine mehrschichtige Bibliothek von JavaScript-Anwendungen zur Verfügung gestellt. Dabei sorgt die unterste Schicht für die Kompatibilität der unterschiedlichen Browser. Denn die mit Atlas entwickelten AJAX-Anwendungen sind durchaus browserübergreifend. (Dazu müssen die Browser eben „nur“ die Schlüsselelemente von AJAX unterstützen.) In den CTP-­Builds sind das derzeit die aktuellen Versionen von Internet Explorer, Firefox und Apple Safari. Laut Microsoft sind in Zukunft auch weitere Browser „denkbar“. Welche das sein könnten und wann entsprechende Implementierungen einsatzfähig sind, ist noch offen. Die unterste Schicht ist dabei nichts anderes als ein Abstraktionslayer, durch den sich die verschiedenen Browserimplementierungen übergehen lassen. Oberhalb der Browser-Kompatibilitätsschicht befindet sich das Kerntypsystem. Dabei handelt es sich um die Schicht, in der die Core-Dienste von Atlas implementiert sind. Durch dieses Typsystem wird ein objektorientierter Ansatz bei der JavaScript-Entwicklung möglich. Ferner gehören zu dieser Schicht JavaScript-Erweiterungen wie Datentypen, Event-Handling, Namespace und die Vererbung.

Neben den Client- verfügt Atlas auch über einen Satz von Server-Komponenten, für die allerdings ASP.NET 2.0 benötigt wird. Atlas enthält zudem eine Reihe von Web Services, die unter anderem Personalisierung, Globalisierung und Membership/Roles zur Verfügung stellen. Durch die in Atlas enthaltenen Server-Steuerelemente können die bei der Seitenrückgabe normalerweise auftretenden Verzögerungen vermieden werden. Wer Atlas testen möchte, kann sich das Paket von der Download-Seite herunterladen. Durch die Installation führt ein Assistent. Wenn Sie den IIS laufen haben, sollten Sie auf jeden Fall während der Installation das Dateisuffix .asbx registrieren. Dazu aktivieren Sie im betreffenden Dialogfenster die Option REGISTER THE .ASPX FILE EXTENSION IN IIS. Nach der Installation von Atlas und den dazugehörenden Projekt-Templates kann über Visual Studio eine neue Seite erzeugt werden, die dann bereits AJAX-Funktionalitäten enthält. Dazu wird in Visual Studio aus dem File-Menü New Web Site gewählt. Unter MY TEMPLATES markiert man ASP.NET ATLAS WEB SITE, wählt Sprache und Speicherort und legt die neue Seite mit OK an. Sie können nun die erste AJAX-Anwendung auf Atlas-Basis erstellen. Ausführliche Informationen mit (wirklich anschaulichen) Tutorials finden Sie auf den Dokumentationsseiten.

Abb. 3: Eine neue Art der Abstimmung
Opera Platform

Der norwegische Browser-Hersteller Opera hat mit der Opera Platform eine Entwicklungsumgebung geschaffen, durch die man AJAX-Anwendungen auf Mobilgeräte bringen kann. Der auf Smartphones mit den Betriebssystemen Symbian Series 60 und Windows Mobile 2003 Second Edition verfügbare Opera-Browser unterstützt die für AJAX benötigten Techniken XHTML, XML, CSS, JavaScript/DOM und XMLHttpRequest. Das Framework setzt sich aus insgesamt drei Teilen zusammen:

  • Applications: Die Anwendungen selbst bestehen aus einer Kombination von HTML, CSS und JavaScript. Sie greifen für die Interaktion mit dem Benutzer auf das Application Framework zurück und sorgen für den Datenaustausch mit dem Server mittels des XMLHttpRequest-Objekts.
  • Application Player: Dabei handelt es sich um einen erweiterten Opera-Browser, der den Aufruf von Systemfunktionen wie zum Beispiel Kalender und Messaging via JavaScript erlaubt.
  • Application Framework: Das Framework setzt auf dem Player auf und stellt GUI-Elemente wie Buttons und Dialogboxen zur Verfügung.

Der Einsatz von AJAX auf mobilen Geräten ist natürlich sinnvoll, betrachtet man allein die Tatsache, dass dadurch bedeutend weniger Daten zwischen Handy und Server als bei herkömmlichen WAP-Anwendungen ausgetauscht werden. Für den Download der Entwicklungsumgebung muss man sich registrieren. Anschließend lässt sich die Entwicklungsumgebung kostenlos herunterladen. Es stehen jeweils Entwickler- und Demo-Versionen für den Desktop-Browser und Symbian Series 6 bereit. Eine Lösung für Windows Mobile 2003 Second Edition ist in Arbeit und soll bald verfügbar sein. Über den Application Generator kann man sich direkt online seine erste Anwendung für die Opera-Plattform erstellen.

Ajax Toolbox

Die Ajax Toolbox soll zukünftig eine Anlaufstelle für AJAX-Entwickler werden. Geplant sind Links, Artikel und diverse Bibliotheken. Von alldem ist derzeit allerdings noch nichts zu sehen. Ein Projekt, das es dafür aber in sich hat, wird von den Webseitenbetreibern allerdings bereits jetzt zur Verfügung gestellt. Die AjaxRequest-Bibliothek soll die Kommunikation zwischen JavaScript und Server für Entwickler einfacher machen. AjaxRequest erweitert die Möglichkeiten, die von XMLHttpRequest standardmäßig geboten werden. Interessant ist hier vor allem der sprachunabhängige Ansatz. Es gibt keine spezielle Implementierung für PHP, ASP.NET oder ColdFusion. Auf der Webseite werden neben dem Quellcode auch einige Beispielanwendungen gezeigt. Die Formularanwendungen lassen sich fast unverändert in die eigenen Projekte integrieren.

JSEclipse

JSEclipse ist ein Plug-in für die Entwicklungsumgebung Eclipse. Das von InterAkt entwickelte Plug-in bietet unter anderem die folgenden Funktionen:

  • Code-Vervollständigung für JavaScript-Funktionen und Klassen.
  • Code-Vervollständigung für JavaDoc.
  • Fehler und Warnungen werden angezeigt.
  • Die JavaScript-Bibliotheken Dojo und Prototype werden unterstützt.
  • Code-Templates werden mitgeliefert.
  • Syntax-Highlighting wird unterstützt.

Das sind nur einige Features, die JSEclipse zu bieten hat. Die Installation verläuft unkompliziert und wird über HELP | SOFTWARE UPDATES | FIND AND INSTALL eingeleitet. Anschließend führt der altbekannte Assistent durch die weiteren Schritte. Nach der Installation muss die Entwicklungsumgebung neu gestartet werden. Auf der InterAkt-Webseite wird neben einem Flash-Film, der in JSEclipse einführt, auch eine umfangreiche Dokumentation bereitgestellt.

XI-Community und XI-Factory Web Tool

Die XI-Community richtet sich an Kunden aus dem Business-Bereich und will diesen dabei helfen, AJAX.NET-Applikationen zu entwickeln, zu dokumentieren und zu validieren. Es handelt sich eigentlich um nichts anderes als einen losen Zusammenschluss von Kunden, Analysten und Entwicklern. Durch das online zu Verfügung stehende Tool XI-Factory können Applikationen erstellt und getestet werden. Nach einer Registrierung kann man XI-Factory kostenlos zum Entwickeln seiner Applikationen verwenden. Dabei werden einige interessante Funktionen geboten:

  • Die von der XI-Coomunity bereitgestellten .NET-Applikationen können importiert werden.
  • AJAX-Anwendungen lassen sich direkt online erstellen.
  • Die fertigen Anwendungen können mit den Geschäftspartnern online abgestimmt werden.

Erst wenn es an die Generierung der eigentlichen .NET-Applikation geht, wird man zur Kasse gebeten. Die gesamte Entwicklungsumgebung wird dafür aber zunächst kostenlos zur Verfügung gestellt.

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