Alles neu in Microsoft Edge
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Microsofts neuer Windows-10-Browser Microsoft Edge soll schlanker und moderner werden. Statt technologische Altlasten aus dem Internet Explorer mitzunehmen, soll Edge durch neue, interoperable Lösungen zum Browser der Zukunft für Windows werden. Wie Microsoft nun bekannt gab, wird Edge beispielsweise ohne ActiveX und VBScript daher kommen.

Bei vielen Technologien, die Entwicklern aus dem Internet Explorer vertraut sind, handelte es sich um Einzellösungen, die sich nicht auf andere Browser übertragen ließen. Sie stammen aus den 90er-Jahren, als Microsoft noch Vorreiter auf dem Browser-Markt war und Standards setzen konnte. Doch diese Zeiten sind lange vorbei, inzwischen ist der IE nur noch einer von vielen Browsern und es gelten ganz andere Standards. Darauf geht Microsoft nun ein. Im Folgenden die wichtigsten Funktionen, die in Microsoft Edge gegen modernere Varianten ersetzt werden:

Active X: ActiveX war dazu gedacht, native Windows-Technologien in den Browser einbetten zu können. Allerdings war ActiveX auch dafür bekannt, den Nutzer an veraltete Technologien zu binden. HTML5 deckt inzwischen die meisten Anwendungsgebiete von ActiveX ab, sodass der Bedarf stark zurückgegangen ist. Darum wird Microsoft Edge stattdessen zukünftig integrierte Features für die PDF-Anzeige und Adobe Flash mitbringen.

Browser Helper Objects: BHO binaries, hauptsächlich genutzt um Toolbars in den IE zu integrieren, wird es in Microsoft Edge ebenfalls nicht mehr geben. Microsoft plant allerdings, ein moderneres Erweiterungs-Modell für Edge einzuführen.

Document Modes: Der Document Mode, der es dem Nutzer ermöglichte, Alt-Versionen des IE zu emulieren um Kompatibilitätsprobleme zu lösen, gehört der Vergangenheit an. Stattdessen wird es einen „live“-Modus geben, der mit der Funktion anderer Browser vergleichbar ist. Neue Features werden dabei erst dann als Standardeinstellung aktiviert, wenn sie sich als stabil erwiesen haben.

Vector Markup Language (VML): VML ist ein Format, das die Anzeige von 2D-Vektorgrafiken erlaubt. Das Format wurde exklusiv im IE verwendet und wird von Microsoft Edge nicht mehr unterstützt werden. Stattdessen setzt Microsoft nun auf das Standard-Format SVG.

VBScript: Microsoft passt sich auch hier dem Web-Standard an. Das bisher verwendete VBScript wurde aus Visual Basic entwickelt, hat sich aber nie durchgesetzt. Heute ist JavaScript de-facto die Web-Sprache. Edge wird darum über eine führende ES6-Integration verfügen.

Conditional Comments: Statt der Möglichkeit, per Conditional Comments Code spezifisch für bestimmte Versionen des IE zu schreiben, wird Edge eine Feature-Detection besitzen.

Layout Probleme: Im IE8 wurden Layouts oft anders dargestellt als in allen anderen Browsern. Microsoft Edge passt sich hier dem Webstandard an.

DirectX Filters and Transitions: Im IE ist die Einbindung visueller Effekte per DirectX möglich. Das entspricht allerdings nicht mehr dem Standard, dem sich Microsoft nun auch hier anpasst. In Edge werden darum CSS3 und SVG Verwendung finden.

Weitere Überarbeitungen

Darüber hinaus wurden folgende Funktionen überarbeitet:

  • attachEvent / removeEvent
  • currentStyle
  • Binary behaviors
  • Pluggable protocols
  • Shell Helper API
  • Active Documents
  • Custom Download Managers
  • Custom Security Managers
  • MIME filters
  • Custom Print and Print Preview Handlers
  • Explorer Bars
  • Edit Designers
  • Timers
  • Accelerators
  • Webslices

Ferner gibt Microsoft an, hunderte anderer nicht vollständig kompatibler APIs entfernt und gegen interoperable Versionen ersetzt zu haben. Microsoft macht damit einen großen Schritt in Richtung Zukunft. Diese Änderungen versprechen nicht nur einen schnelleren und stabileren Browser, sondern zeigen deutlich, dass Microsoft die Zeit der Sonderwege und eigenen Lösungen in seinen Browsern hinter sich gelassen hat.

Aufmacherbild: web browser via Shutterstock.com / Urheberrecht: ronstik

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