BASTA! Spring 2014 Countdown

Architektur ist Ansichtssache
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Wie so oft, kommt es auch bei Fragen der Softwarearchitektur auf die Perspektive an. Welche unterschiedlichen Sichtweisen es gibt und wie diese das fertige Produkt beeinflussen, erklären Oliver Sturm (DevExpress), Scott Hanselman (Microsoft Corp.) und Hadi Hariri (JetBrains) in ihrem Workshop „Perspectives on Architecture“ auf der BASTA! Spring 2014. Zu diesem Thema haben wir Oliver Sturm bereits im Vorfeld einige Fragen gestellt.

Windows Developer: Die Produkte der IT-Industrie werden für den Anwender immer einfacher, doch für den Architekten und Entwickler gilt das nicht. Euer Architektur-Workshop auf der BASTA! am 24. Februar ist mit dir, Hadi und Scott hochkarätig besetzt, das allein sagt schon viel über die Bedeutung des Themas aus – wie wichtig ist Architektur in der Microsoft-Welt heute?

Oliver Sturm: Architektur ist immer wichtig. In mancher Hinsicht ist sie vielleicht heute wichtiger als in der Vergangenheit, weil gute Architektur letztlich Wartungsarbeit reduzieren hilft und in der schnelllebigen und offenen modernen IT-Landschaft ist das wichtiger denn je. Gleichzeitig ist Architektur aber auch komplex, und während manche spezifischen Lösungen oft einfach sind, muss der Architekt zunächst auf solche Lösungen hin arbeiten und dabei viele andere mögliche Wege ausschließen. Microsoft bietet längst nicht mehr die „Plattform der einen Lösung“, die es in der Vergangenheit einmal gab, und so ist hier die Aufgabe für einen Architekten insgesamt schwieriger geworden.

Windows Developer: Der Workshop ist in drei Teile bzw. Perspektiven eingeteilt. Dabei ist deine Perspektive die Enterprise-Sicht, die von Scott Hanselman die Sicht des Anwendungsarchitekten und die von Hadi Hariri die Sicht des Projektleiters und Entwicklers. Warum diese drei Perspektiven?

Oliver Sturm: Die drei Sichtweisen, die für den Workshop geplant sind, bieten interessante Unterschiede in der Interpretation des Begriffs „Architektur“. Ich habe bei Workshops zu Architekturthemen in der Vergangenheit festgestellt, dass die Besucher der BASTA! sehr unterschiedliche Auffassungen mitbringen, was Architektur eigentlich ist. Das ist natürlich völlig legitim und hängt einfach mit den Erfahrungen der Teilnehmer zusammen. Darüber habe ich nachgedacht und schließlich die drei Perspektiven als eindeutig verschieden heraus gearbeitet. So können wir im Workshop etwas Licht auf die für den Einzelnen weniger geläufigen Punkte werfen und die Themen der Deutlichkeit halber von verschiedenen Speakern behandeln lassen, ohne dass die Gefahr weitreichender Überlappung besteht.

Windows Developer: Bedeuten diese drei Perspektiven auch, dass die Aufgaben im „echten Projekt“ von drei Leuten übernommen werden oder zeigen Sie eher die Facetten auf, die man als Architekt/Entwickler beachten sollte?

Oliver Sturm: Das hängt etwas vom Projekt ab. Es gibt Projekte, deren Umfang groß genug ist, dass alle drei Perspektiven bedacht sein müssen und sogar von unterschiedlichen Personen oder gar ganzen Teams bearbeitet werden. Andererseits gibt es auch Projekte, in denen Teile besonders der „weiteren“ Perspektiven, also etwa die Enterprise-Sicht, nur am Rande eine Rolle spielen oder zumindest in andere Bereiche mit einfließen und nicht gesondert betrachtet werden. Irrelevant sind die Überlegungen sicherlich nie, sondern zumindest als aktuelle „Best Practices“ zu beachten.

Windows Developer: An wen richtet sich dann genau der Workshop, was können die Teilnehmer mitnehmen bzw. was sollten Sie mitbringen (an Fragen, Erfahrungen, Ideen)?

Oliver Sturm: Der Workshop richtet sich gleichermaßen an alle BASTA!-Teilnehmer. Durch die Aufteilung der beschriebenen Perspektiven soll erreicht werden, dass jeder sich und die eigene Rolle wiederfindet, aber gleichzeitig viel mitnehmen kann, um das Verständnis des allgemeinen Architekturprozesses zu verbessern. Jeder einzelne Entwickler wird besser mit seiner eigenen Tätigkeit zurechtkommen, wenn er auch die Gedankengänge nachvollziehen kann, die bereits vor der Programmierarbeit standen und umgekehrt. Abgesehen von der modernen aktuellen Sicht und praktischen Details, die im Laufe des Tages zur Sprache kommen, wird jeder Teilnehmer seine eigene Sicht als Ergebnis dieses Tages etwas ausweiten. In der Diskussionsrunde am Ende des Tages können eigene Fragen und Vorschläge besprochen werden jeder ist gern eingeladen, möglichst viel Gesprächsstoff mitzubringen!

Windows Developer: Vielen Dank für das Gespräch, Oliver. Wir sehen uns auf der BASTA! Ein Tipp für die Leser: Heute endet übrigens der letzte Frühbucherrabatt…

© Oliver Sturm

Oliver Sturm ist der Training Director bei DevExpress. Seit über 20 Jahren sammelt er Erfahrungen als Softwareentwickler und -architekt, Consultant, Trainer, Speaker und Autor. Außerdem ist er langjähriger Microsoft C# MVP.

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