BASTA! Spring 2014 Countdown

ASP.NET und JavaScript – das Beste aus beiden Welten
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Wenn man eine App für mehrere Plattformen entwickeln möchten, ist JavaScript mittlerweile häufig die Technologie der Wahl. Doch auch im Zusammenspiel mit ASP.NET bringt die Skriptsprache so einige Vorteile mit sich. Auf der BASTA! Spring 2014 hält Manfred Steyer (www.IT-Visions.de/FH Campus 02) Sessions zu JavaScript und ASP.NET – wir haben ihm bereits im Vorfeld einige Fragen gestellt.

Windows Developer: Auf der BASTA! hältst du eine Session mit dem Titel „Zehn Dinge, die Sie beim Erstellen moderner JavaScript-getriebener Webanwendungen wissen sollten“. Nun sind ja die meisten BASTA!-Besucher .NET-Entwickler. Welche Aspekte der Skriptsprache dürften gerade ihnen besonders befremdlich vorkommen?

Manfred Steyer: Ich denke, am meisten schreckt .NET-Entwickler die dynamische Typisierung ab sowie die Tatsache, dass Objektorientierung unter JavaScript anders als in den Mainstream-Sprachen funktioniert. JavaScript ist semantisch schwächer als C#. Das bedeutet, dass man z. B. aus C# bekannte Konzepte mit einem geringeren Sprachumfang nachstellen muss. Dazu kommt häufig funktionale Programmierung zum Einsatz. Da .NET-Entwickler damit bereits seit .NET 3 konfrontiert sind, wirkt dieser letzte Aspekt zum Glück nicht ganz so befremdlich auf die .NET-Gemeinde wie die zuvor genannten.

Windows Developer: Gibt es auch Aspekte in JavaScript, die im Vergleich zur .NET-Entwicklung deutlich leichter von der Hand gehen, ja vielleicht sogar Erleichterung verschaffen?

Manfred Steyer: JavaScript ist derzeit sehr gefragt, weil es die einzige wirkliche Möglichkeit darstellt, Code zu schreiben, der auf sämtlichen klassischen und mobilen Plattformen sowie im Web läuft. Ich denke, dass JavaScript jetzt und auf absehbare Zeit in diesem Bereich konkurrenzlos ist.

Windows Developer: In einer weiteren Session stellst du die Änderungen in der aktuellen Version von ASP.NET vor. Hat sich hier auch im Bereich JavaScript etwas getan?

Manfred Steyer: Microsoft setzt hier die begonnene Strategie fort und liefert gemeinsam mit Visual Studio beliebte JavaScript-Bibliotheken aus, anstatt eigene zu schreiben. Die aktuellen Projektvorlagen für ASP.NET basieren z. B. ab Visual Studio 2013 auf Bootstrap, was zur Folge hat, dass wir ohne großen Aufwand Web-Anwendungen bekommen, die mehr oder weniger „responsive“ sind. Was mir auch sehr gut gefällt, ist, dass der Editor nun auch AngularJS-Direktiven kennt und vorschlägt.

Windows Developer: Welchen Vorteil bietet die Kombination der beiden Technologien ASP.NET und JavaScript?

Manfred Steyer: Ich denke, man kriegt durch diese Kombination das Beste aus beiden Welten: Serverseitig kann man das mächtige und mittlerweile ausgereifte .NET-Framework nutzen und clientseitig kommt mit JavaScript eine Technologie zum Einsatz, die wirklich überall läuft.

Windows Developer: Welche weiteren Neuerungen bringt die neuste Version von ASP.NET?

Manfred Steyer: Man hat hier in erster Linie in Sachen Web-Security und Hosting viel getan. Für das Hosting kommt nun OWIN zum Einsatz. Das hat den Vorteil, dass man Services nicht zwangsweise in IIS hosten muss, sondern dass man hierzu auch einen Self-Host verwenden kann. Das ist jetzt nichts Außergewöhnliches, allerdings ist es dank der OWIN-Unterstützung erstmals so, dass sich die Frameworks im Self-Hosting-Betrieb exakt so wie beim Hosting in IIS verhalten. Was Web-Security betrifft, bringt uns Microsofts OWIN-Implementierung Katana auch sehr viele Möglichkeiten, die u.a. Single-Sign-On-Szenarien mit OAuth 2.0 und OpenId Connect sowie JWTs unterstützen. Damit wird einerseits der Login mit Google, Facebook, Twitter und Co. möglich, aber auch unternehmensintern wird dadurch die Implementierung von Single-Sign-On drastisch erleichtert. Daneben gibt es in den einzelnen Frameworks ein paar nette Abrundungen, wie z. B. Attribut-basiertes Routing.

Windows Developer: Vielen Dank für das Gespräch, Manfred. Wir sehen uns auf der BASTA!

© Manfred Steyer

Manfred Steyer ist verantwortlich für den Fachbereich Software Engineering der Studienrichtung IT und Wirtschaftsinformatik an der FH CAMPUS 02 in Graz (www.campus02.at) sowie Trainer und Berater bei IT-Visions (www.it-visions.de). Manfred schreibt für das windows.developer-Magazin (vormals dot.net-magazin), Heise Developer und iX sowie für O’Reilly, Microsoft Press und Hanser. Auf Konferenzen gibt er regelmäßig sein Wissen weiter.

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