ASP.NET vNext – alive and kicking
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Microsoft ist auf dem Weg in eine neue Ära – das hat sich auf der diesjährigen BASTA! mehr als deutlich gezeigt. Aktuell herrscht Aufbruchsstimmung in Redmond, man will hinaus auf alle Plattformen, sogar in den Open-Source-Bereich, und sich mit der kommenden Windows-Version selbst neu erfinden. Auch .NET auf dem Server befindet sich derzeit im Wandel.

Wohin sich ASP.NET vNext entwickeln wird und welchen Herausforderungen sich die Entwickler schon in naher Zukunft stellen müssen, erklärten Dr. Holger Schwichtenberg (www.IT-Visions.de / 5Minds IT Solutions) und Manfred Steyer (www.IT-Visions.de / CAMPUS 02) in der dritten und abschließenden Keynote der BASTA! 2014.

Doch bevor man überhaupt in die Zukunft blicken kann, muss man erst einmal wissen, wo man herkommt. So präsentierten die beiden Speaker die Geschichte von ASP.NET im Zeitraffer – von Webforms und .NET 1.0 über AJAX, .NET 2.0, Dynamic Data, .NET 3.5 bis hin zur Einführung von ASP.NET MVC 2009 und ASP.NET Web Pages 2011. Aktuell ist ASP.NET ein Technologie-Quartett aus den Bestandteilen MVC, Web Pages, Web API und SignalR.

In seiner aktuellen Form behauptet sich ASP.NET gegenüber der Konkurrenz durch eine ganze Reihe an Stärken: Das Framework beinhaltet vielfältige Optionen, stellt etablierte typsichere Sprachen und gute Werkzeuge zur Verfügung. Doch auch Konkurrenten wie Node.js haben in den vergangenen Jahren nicht geschlafen. Sie überzeugen vor allem durch ihre Leichtgewichtigkeit, Asynchronität und Plattformunabhängigkeit.

Bei der Suche nach einer zukunftsweisenden Strategie für ASP.NET vNext, im produkteigenen Quellcode derzeit übrigens als ASP.NET 5.0 bezeichnet, hat Microsoft sich an eben diesen Stärken der Konkurrenz orientiert. Aber auch an Trends wie dem Thema Cloud (Stichwort „Mobile-first, Cloud-first“), dem Internet of Things und der wachsenden Bedeutung von JavaScript auf den Endgeräten. Aus all diesen Einflüssen heraus ist ein neues ASP.NET entstanden, das einen revolutionären Schritt darstellt und, Schwichtenberg und Steyer zufolge, mit der gesamten Palette der Konkurrenz mehr als nur mithalten kann.

Dr. Holger Schwichtenberg und Manfred Steyer sprachen auf der BASTA! 2014 über ASP.NET vNext / © Software & Support Media

ASP.NET vNext: Neue Herausforderungen für Entwickler

Eines der herausragenden Merkmale der nächsten .NET-Generation wird die zukünftige starke Modularisierung des Frameworks sein. So soll es demnächst ein minimales Core Framework geben, das nur noch 11 anstelle 200 MB groß ist und anhand von NuGet-Paketen erweitert werden kann. Allerdings soll es auch weiterhin von Microsoft offiziell zertifizierte Pakete inklusive Support geben, beispielsweise solche mit allen zur Webentwicklung notwendigen Werkzeugen.

Darüber hinaus soll mit ASP.NET vNext eine ganze Reihe von Mehrgleisigkeiten zwischen den verschiedenen Frameworks beseitigt werden. Besonders zwischen MVC und Web API gibt es zum aktuellen Zeitpunkt nämlich viele Überschneidungen – um das zu erkennen, müssen wir uns nur das Controller-Konzept, das Filter-Konzept oder das Mobile Binding anschauen. Mit ASP.NET vNext sollen Web API, MVC und Web Pages schließlich zu MVC 6 zusammengefasst werden. Dann soll es unter anderem keine Überschneidung zwischen dem MVC-Controller und dem ApiController mehr geben und eine einheitliche Schnittstelle für Dependency Injection soll eingeführt werden.

Dazu sollen verschiedene weitere Änderungen an der ASP.NET vNext Runtime kommen. Das Framework soll schlanker werden und ein neues Projektsystem bekommen. NuGet-Pakete sollen direkt erzeugt werden, es soll kein Strong Naming mehr geben, die Dependency Injection soll an jeder Stelle vollständig integriert werden und vieles, vieles mehr.

Selbstverständlich ergeben sich aus all diesen Neuerungen in ASP.NET vNext auch umfangreiche Herausforderungen für die Entwickler. So bedeutet es etwa einen zuvor nicht dagewesenen Aufwand, sich sein Framework selbst zusammenbauen zu müssen und wie jede neue Version, die mit umfangreichen Änderungen aufwartet, zieht ASP.NET auch sicher einen nicht zu vernachlässigenden Umstiegsaufwand nach sich.

Doch sind all diese Veränderungen und Überarbeitungen notwendig, um ASP.NET konkurrenzfähig zu halten – Microsoft hat das erkannt und handelt nun dementsprechend. Aus diesem Grund haben die beiden Keynote-Speaker den BASTA!-Besuchern auch empfohlen, sich intensiv mit ASP.NET vNext zu beschäftigen. Diese Empfehlung möchten wir hiermit auch an Sie weitergeben: Folgen Sie Microsoft in seine neue Ära – Sie werden es nicht bereuen.

Aufmacherbild: SLOW SPEED LIGHT PAINTING BACKGROUND von Shutterstock / Urheberrecht: HTU

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