Aus Fehlern lernen: Drei typische UX-Fauxpas regionsbeschränkter Websites
Kommentare

Schnitzer passieren jedem Mal, und UX-Designer sind dabei keine Ausnahme. Gerade, wenn eine Website (noch) nicht auf die Nutzung durch User aus dem Ausland ausgelegt ist, kommt es bei vielen Websites zu UX-Design-Fehlern, die für den User ziemlich nervig sein können – insbesondere, wenn es für sie keinen Rückschluss auf die tatsächliche Fehlerursache gibt.

Bruno Skvorc beschreibt anhand einer Case-Study drei typische UX-Mängel und zeigt, wie sie sich leicht beheben lassen.

Drei typische UX-Fauxpas und ihre Lösungen

Ist eine Website nur für Nutzer aus einer bestimmten Region gedacht, sollten andere User das direkt auf der Landingpage angezeigt bekommen. So lassen sich meist typische UX-Probleme direkt vermeiden. Genauso ist das immer verbreitetere Social-Login eine Fehlerquelle, bei der sich die typischerweise auftretenden Probleme allerdings meist schnell lösen lassen. Bruno Skvorc nennt drei typische UX-Fauxpas und bietet entsprechende Problemlösungen an.

Problem 1: Der Social-Login mit erforderlichem Passwort

Immer mehr Websites ermöglichen den Login mit Facebook, anstatt sie zum Erstellen eines neuen Accounts aufzufordern. Eigentlich sollte das auch kein Problem sein und in der Regel genügt ein Klick auf den „Sign up with Facebook“-Button und die anschließende Authentifizierung mit den Facebook-Login-Daten. Problematisch wird es erst, wenn die Seite anschließend dennoch einen manuellen Anmeldeprozess erfordert, bei dem ein neues Passwort erstellt wird.

Die Lösung dieses UX-Fauxpas ist allerdings einfach: kommt ein User über den Facebook-Login auf die Seite, wird der Schritt „Passwort erstellen“ übersprungen. Erlaubt die Architektur der Seite keine leeren Passwort-Felder, kann ein zufälliges Passwort generiert werden, da später nur das Facebook-Access-Token genutzt wird.

Problem 2: Fehler-Reporter

Die Telefonnummer bei der Anmeldung anzugeben, stellt User dank Fehlermeldungen oftmals vor ein Problem. Gerade, wenn eine Seite nur für Nutzer einer bestimmten Region ausgelegt ist, wird auch eine Telefonnummer der entsprechenden Region erfordert. Gibt man eine Nummer außerhalb dieses Bereichs an, kommt es bei vielen Seiten zu einem Problem. Während die Nummer nicht angenommen wird, passiert außer einem Ladevorgang nichts; der User erhält keine Fehlermeldung – und zwar selbst dann, wenn die Fehlermeldung im Backend richtig zurückgegeben wird.

Auch hier ist die Lösung denkbar einfach: im JavaScript wird festgelegt, dass bei bestehenden Fehlermeldungen diese auch dem User angezeigt werden.

Problem 3: Die stillschweigende Ländersperre

Wie eingangs bereits erwähnt, sollte bereits auf der Landingpage einer Seite ausgewiesen werden, wenn die angebotenen Services nur für Nutzer in einer bestimmten Region zugänglich sind. Müssen User sich das erst mithilfe der Hilfeseite selbst erschließen, führt das meist zu einer schlechten User Experience.

Als Lösung bietet es sich an, die IP-Adresse des Besuchers bereits beim ersten Öffnen der Seite zu überprüfen. Besucht er die Seite von einer Region außerhalb der derzeit von der Website unterstützten, kann ihm ein Header mit dem entsprechenden Hinweis angezeigt werden. Solche Informationen sind nicht nur userfreundlich und informativ, sie sorgen im besten Fall auch dafür, dass User später wiederkommen, anstatt durch einen solchen UX-Fauxpas verprellt zu werden.

Die User Experience sollte bei einer Website immer eine wichtige Rolle spielen. Gerade, wenn eine Website nicht für alle Nutzer verfügbar ist, sollten UX-Fehler, die keinen Rückschluss auf die Fehlerursache geben, so gut es geht vermieden werden – immerhin wünscht man sich, Besucher in Kunden zu konvertieren. Zudem gilt, wie Bruno Skvorc sagt:

the customers you don’t serve yet are customers, too.

Aufmacherbild: Oops von Shutterstock / Urheberrecht: Tang Yan Song

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -