Beschränkt Microsoft die Nutzer in ihrer Browser-Wahl – Europa sagt ja und droht mit Strafen
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Die Europäische Kommission prüft derzeit, ob Microsoft gegen ein Abkommen zum Thema freie Browser-Wahl aus dem Jahre 2009 verstoßen hat. Die sogenannte Browser Ballot Box, die Nutzer innerhalb von Windows

Die Europäische Kommission prüft derzeit, ob Microsoft gegen ein Abkommen zum Thema freie Browser-Wahl aus dem Jahre 2009 verstoßen hat. Die sogenannte Browser Ballot Box, die Nutzer innerhalb von Windows entscheiden lässt, welchen Browser sie als Default nutzen möchten, war seit dem Windows 7 Service Pack 1 im Februar 2011 nicht angezeigt worden. Das verstoße zweifelsohne gegen die Abkommensbedingungen von 2009 und werde heftige Strafen nach sich ziehen, so die Europäische Kommission.

Vor drei Jahren war Microsoft in Europa dazu verurteilt wurden, bei der Installation von Windows eine Browser Ballot Box anzuzeigen, in der sich der Nutzer zwischen dem Internet Explorer, Mozilla Firefox, Safari, Google Chrome, Opera und weiteren Browsern als Default-Anwendungen entscheiden konnte. Hält sich Microsoft nicht an diese Bedingungen, drohen Strafen von bis zu 10 Prozent des gesamten Jahreseinkommens. Das Abkommen ist gültig bis 2014.

Im Browser Ballot Screen kann man zwischen verschiedenen Browsern wählenBild:Engadget
Im Browser Ballot Screen kann man zwischen verschiedenen Browsern wählenBild:Engadget

Mit dem Windows 7 Service Pack 1 war nun jedoch dieser Browser-Auswahlbildschirm aus der Windows-Installation verschwunden. Von der Europäischen Kommission auf diesen Verstoß hingewiesen, fügte Microsoft ein Dialogfenster hinzu und beteuerte, dass es sich bei dessen Fehlen um einen technischen Fehler gehandelt habe. Als Wiedergutmachung bot man an, die Gültigkeit des Antitrust-Abkommens freiwillig um zusätzliche 15 Monate zu verlängern. Ob sich die Europäische Kommission damit zufrieden gibt oder dem Unternehmen eine höhere Strafe auferlegen wird, bleibt abzuwarten.

Doch das ist nicht die einzige Antitrust-Klage, die derzeit gegen Microsoft läuft. Das Unternehmen aus Redmond hatte nämlich ebenfalls angekündigt, im Classic Mode von Windows RT aus Sicherheits- und Energiespargründen ausschließlich den Internet Explorer zu erlauben. Sowohl Mozilla als auch Google haben sich beschwert, der US-Senat und die Europäische Kommission kündigten an, den Fall demnächst zu überprüfen.

In diesem Falle stehen die Chancen für Microsoft allerdings gar nicht so schlecht – immerhin ist Windows RT zur fast ausschließlichen Nutzung auf Tablets gedacht. Zum einen fallen die mobilen Geräte höchstwahrscheinlich nicht unter die bisher abgeschlossenen Antitrust-Abkommen. Zum anderen kann man im Tablet-Bereich wohl kaum von einer Marktdominanz Microsofts reden.

Der Browser-Krieg scheint kein Ende zu haben
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