Insights aus der Redaktion. Mehr oder weniger.

Von Cross-Plattform-Entwicklung und Landesverrat
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Der Blogpost trägt immer den Untertitel „Insights aus der Redaktion“ – einfach deswegen, weil ich euch Einblicke in den Redaktionsalltag geben möchte. Eigentlich wollte ich heute neben einem Ausblick auf ein kommendes Sonderheft etwas über eine Studie erzählen, die die Redaktion gerade beschäftigt. Doch dann kam alles ganz anders …

Die Rede ist natürlich von dem Thema, das die deutschen Medien heute am meisten bewegt: die Tatsache, dass die Bundesanwaltschaft gegen die Betreiber des Blogs netzpolitik.org, Markus Beckedahl und Andre Meister, ein Ermittlungsverfahren wegen Landesverrats eingeleitet hat. Doch dazu gleich mehr.

Entwickler-Spezial: Cross-Plattform-Entwicklung

Zunächst kurz eine Kleinigkeit zu einem kommenden Sonderheft, das gerade in der Mache ist. Es geht dabei um Cross-Plattform-Entwicklung mit HTML5 und JavaScript.

Aktuell sind wir zwar noch ein gutes Stück von der Produktion entfernt, aber viele Artikel sind bereits eingetrudelt. Es wird um AngularJS 2 gehen, um TypeScript, WebGL, nw.js, Responsive App Design, Cordova, End-to-End-Testing und vieles mehr.

Bis es so weit ist, dauert es allerdings noch etwas – Mitte September könnt ihr euch selbst einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge verschaffen. Bis dahin werde ich euch natürlich noch mehr Eindrücke „zuspielen“.

Landesverrat

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle etwas aus dem Nähkästchen plaudern: Es gibt eine Studie, die die Auswirkungen des Wegfalls von Google News auf Websites untersucht hat. Etwas, das natürlich auch uns betrifft. Aber seit gestern Abend läuft das Netz Amok. Zu recht, wie ich finde.

Es geht um das Ermittlungsverfahren wegen Verdacht auf Landesverrat gegen Andre Meister und Markus Beckedahl von netzpolitik.org sowie gegen Unbekannt – die Quelle der beiden Journalisten. Grund dafür sind die Artikel Geheimer Geldregen: Verfassungsschutz arbeitet an Massenauswertung von Internetinhalten und Geheime Referatsgruppe: Wir präsentieren die neue Verfassungsschutz-Einheit zum Ausbau der Internet-Überwachung.

Nun sind wir nicht das richtige Portal, um uns damit auseinanderzusetzen. Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, und keiner der Kollegen aus der Redaktion setzt unsere Arbeit mit der Arbeit von netzpolizik.org gleich. Trotzdem kann man nicht fassen, was da gerade geschieht; und dieses Gefühl der Fassungslosigkeit ist auch hier weit verbreitet.

Ich persönlich habe eine starke Meinung zu dem Thema, die hier allerdings nicht hergehört. Dennoch möchte ich meine Solidarität gegenüber den Kollegen ausdrücken. Saubere, journalistische Arbeit gehört zu einem der Grundpfeiler unserer Demokratie und darf nicht durch Einschüchterungsversuche seitens der Staatsgewalt in ihren Freiheiten eingeschränkt werden.

Heute ist also so ein schwarzer Tag. Und einer, an dem man schnell durch die umfangreiche Berichterstattung und die Reaktionen in den sozialen Medien von seinem eigentlichen Plan abgelenkt wird. Aber die sind schließlich nur aufgeschoben und nicht aufgehoben.

Ich persönlich hoffe, dass diese Geschichte dafür sorgt, dass mehr Bürger in Deutschland anfangen, sich über die Situation Gedanken zu machen. Viele Fragen der jüngeren Vergangenheit – allen voran jene in Bezug auf die Gründe für die Ermittlungen wegen Landesverrats – sind noch immer nicht beantwortet. Meiner Meinung nach schuldet man uns langsam aber sicher Antworten und Aufklärung.

Auf der anderen Seite stimmt mich die überwältigende Unterstützung für die netzpolitk-Journalisten auch positiv. Genauso wie die Tatsache, dass an eine tatsächliche Anklageerhebung wegen Landesverrats eher unwahrscheinlich ist, wie der ehemalige Datenschutzbeauftragte Peter Schaar im Beitrag netzpolitik.org: Abgründe des Landesverrats oder Angriff auf den Rechtsstaat? darlegt.

Nur eines noch … Wenn die Vergangenheit etwas gezeigt hat, dann, dass solche Verfahren schnell einmal dazu führen können, dass eine Regierung in die Krise gerät.

Ich hoffe, man verzeiht mir dieses Abschweifen. Und jetzt ab mit uns ins Wochenende; die Sonne scheint!

Bis nächste Woche. Dann wieder mit „richtigen“ Insights aus der Redaktion.

 

Aufmacherbild: justice – justizia (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: liveostockimages

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