Moderne HTML5-Echtzeitanwendungen entwickeln

Buchtipp: WebSockets
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Wer eine Webanwendung schreibt, sollte sich von den Berkeley Sockets verabschieden: Das Protokoll wird von den meisten Browsern nicht an JavaScript exponiert. Als Ersatz dafür dient ein als WebSockets bezeichneter Standard, der sich mittlerweile branchenweit durchgesetzt hat.

Nach einer eher architektural gehaltenen Einleitung beginnen die Autoren mit einer detaillierten Vorstellung des HTML-Protokolls. Im darauffolgenden Abschnitt beschäftigt sich das Lehrbuch mit Methoden zum Echtzeitdatenaustausch per HTTP: Neben Polling und Long Polling kommen auch exotischere Kommunikationsstandards zur Sprache.

Dieses Grundwissen dient als solide Basis für die darauffolgende Vorstellung des WebSockets-Protokolls. Ein komplettes Kapitel widmet sich dem physikalischen Protokoll. Die Autoren stellen den Aufbau der Frames vor, ohne dabei die Rolle der einzelnen Pakete zu vernachlässigen. Danach dreht sich alles um das in Browsern zu implementierende API.

Clients sind ohne ihre Server wertlos. Kapitel 6 stellt einige Möglichkeiten zur Erstellung von WebSockets vor – neben Klassikern wie Node.js kommen auch einige seltenere Produkte zur Sprache.

Das Who-is-Who der WebSockets-Ärgernisse

Lehrbücher sind unter anderem deshalb so wertvoll, weil sie die praktische Erfahrung des Autors wiedergeben. Dies wird in Kapitel 7 deutlich, das auf die in der Praxis auftretenden Probleme eingeht. Die besprochenen Themen lesen sich wie ein Who-is-Who der WebSockets-Ärgernisse. Neben Klassikern wie der Same-Origin Policy kommen auch exotischere Fallstricke zur Sprache.

Besonderes Lob verdient, dass die Autoren auch auf die Performance von WebSockets eingehen. Sie nutzen eine Amazon-AWS-Instanz als Basis; die Leistung der Performance unter Last wird in einer Reihe von Tabellen und Diagrammen analysiert, was bei der Dimensionierung von Deployments behilflich ist.

Darauf folgt ein Kapitel mit praktischen Beispielanwendungen. Die Autoren stellen neuralgische Punkte vor – wer die Realisierung eines ähnlichen Systems plant, sollte den diesbezüglichen Abschnitt auf jeden Fall sorgfältig durchackern. Zu guter Letzt stehen drei Anhänge zur Seite, die sich mit Entwicklungswerkzeugen, dem XHR-Objekt und einem für WebSockets ideal geeigneten JavaScript-Framework befassen.

Didaktisch sauber

Die meisten Kapitel enthalten sowohl Codebeispiele als auch Abbildungen, die die vorgestellten Informationen vertiefen. Ein am Anfang jedes Kapitels befindlicher Kasten fasst die im folgenden Text beantworteten Fragen kurz zusammen – das ist insbesondere dann hilfreich, wenn man das sehr modular aufgebaute Werk nicht zur Gänze durchackern möchte.

Fazit

Gorski, Lo Iacono und Nguyen halten, was sie versprechen: Das Werk ist eine detaillierte und umfassende Einführung in die Thematik der WebSockets. Wer schnell mal eine primitive WebSockets-App zusammenhacken möchte, kommt mit der Browserdokumentation aus – vor der Realisierung komplexerer Projekte lohnt sich die Lektüre des Werks auf jeden Fall.

Autor(en): Peter Leo Gorski, Luigi Lo Iacono, Hoai Viet Nguyen
Titel: WebSockets
Untertitel: Moderne HTML5-Echtzeitanwendungen entwickeln
Seiten: 281
Preis: 34,99 Euro
Verlag: Carl Hanser Verlag
Jahr: 2015
Sprache: Deutsch
ISBN:  978-3-446-44371-6
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