.NET-Softwareentwicklung

Businesssprachen Das richtige DSL-Werkzeug finden
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Heimwerker wissen, dass erst mit dem richtigen Werkzeug die Arbeit effektiv und erfolgreich ist und auch Spaß macht. Natürlich kann man 20 Kreuzschlitzschrauben mit einem Handschraubenzieher in das neue Möbelstück drehen. Mit einem Akkuschrauber geht das ganze viel schneller und ohne Blasen an den Händen. Genauso ist es in der Softwareentwicklung, das richtige Werkzeug kann viel Zeit und Frust ersparen.

Mit der Einführung von .NET im Jahr 2002 hat Microsoft den Grundstein für ein heute sehr umfangreiches Ökosystem der Softwareentwicklung gelegt. Der heutige Erfolg von .NET liegt in der grundlegenden Architektur, die es Microsoft, vielen anderen Herstellern und Open-Source-Projekten ermöglicht, auf Basis des .NET Frameworks eigene Programmiersprachen anzubieten. Zuerst waren es C# und Visual Basic.NET, die die Vorteile der Common Language Runtime (CLR) von .NET nutzten. Heute sind es unzählige Entwicklungswerkzeuge, die auf der CLR aufsetzen und so hervorragende Integration mit anderen .NET-Sprachen und -Produkten anbieten.

Heute können Entwickler auf über 50 verschiedene .NET-Programmiersprachen zugreifen und die beste Sprache für ihre Aufgabe auswählen. Das .NET-Ökosystem bietet für jeden mehr als genug. Angefangen bei wissenschaftlichen Programmiersprachen wie Fortran.NET über Open-Source-Programmiersprachen wie IronPhyton bis hin zu einer großen Menge an kommerziellen .NET-Entwicklungswerkzeugen. Zu den kommerziellen .NET-Sprachen gehören C# und VB.NET von Microsoft und andere Tools wie Delphi.NET, COBOL.NET und Team Developer .NET.

Wichtig für die Auswahl des richtigen Werkzeugs ist die angeforderte Zielumgebung: Soll die fertige Anwendung als „HTML“-Webanwendung in beliebigen Browsern laufen? Oder soll die Anwendung vor allem schnell Massendaten verarbeiten und braucht keine tolle Benutzerschnittstelle? In vielen Fällen sind Desktopanwendungen für die Anwender gefordert. .NET stellt für Desktopanwendungen die Windows Presentation Foundation (WPF) zur Verfügung. Anwendungen, die auf WPF basieren, haben grafische Möglichkeiten, um besonders intuitive Benutzerschnittstellen zu erzeugen. Und sie bieten ein besonderes Goodie: Sie können als WPF-Browseranwendung über den Internet Information Server (IIS) an Anwender verteilt werden und im Browser ablaufen (Kasten: „.NET-WPF-Anwendungen“).

.NET-WPF-Anwendungen

.NET-WPF-Anwendungen bieten umfangreiche grafische Möglichkeiten. Sie basieren auf XAML und unterliegen einer strikten Trennung von Benutzerschnittstelle und Programmiercode. Das ermöglicht es, Anwendungen von grafischen Designern entwerfen zu lassen und den Entwicklern die Programmierung zu überlassen, ähnlich wie das bei Webanwendungen häufig geschieht. WPF-Anwendungen können WPF Controls einbinden, das sind Objekte für spezielle Aufgaben, die von den Standard-.NET-Controls nicht abgedeckt werden, zum Beispiel ein Google Maps Control (Abb. 1), das für interaktive geografische Systeme verwendet werden kann. Es gibt einen großen Markt für kommerzielle WPF Controls und auch jede Menge freie Open Source WPF Controls.

Abb. 1: Google Maps Control in .NET-WPF-Anwendungen
Abb. 1: Google Maps Control in .NET-WPF-Anwendungen

.NET-Interoperabilität: von Konkurrenten zu Partnern

Bevor .NET das Licht der Welt erblickte, hat jeder sein eigenes Süppchen gekocht, und man konnte alles nur von einem Hersteller oder einer Programmiersprache verwenden. Unter .NET wird Interoperabilität nun groß geschrieben. In der Praxis bedeutet das, eine Sprache kann Code verwenden, die eine andere Sprache erzeugt hat und andersherum. Für die Anwender ergeben sich daraus Vorteile, weil Investitionen in eine Sprache nicht nur isoliert verwendet werden können. Damit ist das alte Problem von existierendem Code, der in einer anderen Sprache neu geschrieben werden muss, Vergangenheit. Entwicklerteams, die .NET verwenden, können ihre Assemblies untereinander austauschen und in ihren Tools direkt verwenden. Das geht nicht nur zwischen den Microsoft-Sprachen wie C# und VB.NET, man kann auch Klassen, die mit C# erstellt wurden, in Team Developer .NET aufrufen und natürlich auch andersherum. Diese Interoperabilität macht Programmiersprachen unter .NET zu echten Partnern und erlaubt es, das beste Tool für eine bestimmte Aufgabe auszuwählen. Systementwickler können mit C# Integrationscode für unterschiedliche Systeme erstellen, Wissenschaftler können ihre endlosen Zahlenreihen mit Fortran.NET auswerten und Mitarbeiter in Fachabteilungen können 4GL-Tools verwenden, um schnell Geschäftsanwendungen zu schreiben.

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