C 2008 and 2005 Threaded Programming
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Microsoft postulierte vor einigen Jahren, dass die Zeit des kostenlosen Futters für Softwareentwickler vorbei sei („free lunch is over“). Damit bezog man sich jedoch weniger auf die Kantinenpreispolitik

Microsoft postulierte vor einigen Jahren, dass die Zeit des kostenlosen Futters für Softwareentwickler vorbei sei („free lunch is over“). Damit bezog man sich jedoch weniger auf die Kantinenpreispolitik in der Wirtschaftskrise, sondern auf die Weiterentwicklung der Computerhardware, denn die Rechenleistung eines einzelnen Prozessorkerns lässt sich, realistisch betrachtet, nicht mehr ohne Weiteres erhöhen. Die Leistungssteigerung von Computersystemen kann also nur durch die Vervielfachung der Rechenkerne erfolgen. Und daraus leitet sich der Bedarf nach parallelisierten Applikationen ab.

Packt Publishing hat mit „C# 2008 and 2005 Threaded Programming“ erstmals ein für die Allgemeinheit lesbares – das heißt, nicht exzessiv wissenschaftliches – Buch zum oben genannten Thema veröffentlicht. Das Werk befasst sich ausschließlich mit C# und setzt keinerlei Vorkenntnisse im Bereich der Parallelisierung voraus.

Der Autor entschied sich für einen relativ saloppen Schreibstil – etwa in der Art einer amerikanischen „Räubergeschichte“. Während man also von FBI- und NASA-Agenten bedrängt wird, arbeitet man sich Schritt für Schritt vom Background Worker bis zu komplexeren Applikationen mit mehreren Threads hoch. Die einzelnen Kapitel bauen nur teilweise aufeinander auf. Die didaktische Vermittlungsweise ist hingegen ident: Der Leser soll die im Buch gezeigten Schritte „step by step“ auf seiner eigenen mehrkernigen Arbeitsstation nachvollziehen. Dazu ist mindestens Visual-Studio-2005-Standard erforderlich. Mit den Express Editions lässt sich nämlich nicht alles Beschriebene realisieren. Die behandelten Themen geben eine gute Einführung in die Problematik parallelisierter Anwendungen. Während im ersten Kapitel nur auf die Theorie eingegangen wird, folgen in Kapitel 3 bereits erste eigene Gehversuche mit dem Background Worker. Die darauffolgenden Kapitel führen in die Thread-Klasse ein.

I/O und die Verwaltung des User Interfaces sind bekanntlich klassische Problemfälle für angehende Parallelisierer, ihnen ist daher je ein Kapitel gewidmet. Abschließend folgt noch eine Einführung in die neuen, zum Zeitpunkt der Edition des Buchs noch im Betastadium befindlichen .NET Paralell Extensions.

Zusammenfassend kann man das Buch jedem empfehlen, der sich mit C# befassen möchte und bereit ist, dafür auch entsprechend Zeit zu investieren. Casual Readers, die kein Interesse daran haben, das Buch quasi als Tutorial selbst durchzuarbeiten, werden natürlich weniger Freude an Gaston C. Hillars Werk haben.

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