Caché 5.2: Anwendungsentwicklung per Datenbank
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Administration und Dokumentation
Zur Verwaltung des Datenbankservers dient seit Version 5.1 das plattformunabhängige Management-Portal (Abb. 2). Es löst eine Reihe von GUI-Tools ab, die vorher nur

Administration und Dokumentation

Zur Verwaltung des Datenbankservers dient seit Version 5.1 das plattformunabhängige Management-Portal (Abb. 2). Es löst eine Reihe von GUI-Tools ab, die vorher nur unter MS Windows zur Verfügung standen. Die Alternative, das kommandozeilenorientierte Caché-Terminal, steht nach wie vor zur Verfügung, ist jedoch durch das Management-Portal nahezu überflüssig geworden.

Abb. 2: Alle Aspekte des Systemverhaltens lassen sich mit dem Management-Portal betriebssystemunabhängig steuern

Die Startseite des Portals ruft der Administrator im Browser mit 127. 0.0.1:8972/csp/sys/UtilHome.csp auf. Bei Remote-Aufrufen ist die lokale Adresse durch den Rechnernamen oder die IP-Adresse des Caché-Servers zu ersetzen. Die Portangabe :8972 kann weggelassen werden, wenn bei der Installation ein vorhandener Webserver auf Port 80 entsprechend präpariert wurde.

Was den Browser betrifft, ist das System recht wählerisch. Der Benutzer tut gut daran, sich in den Release Notes über die unterstützten Versionen zu informieren. Zwar gelingt die Darstellung der Inhalte zum großen Teil auch mit anderen Browsern, jedoch treten hin und wieder seltsame Effekte auf, die das flüssige Arbeiten behindern, worauf InterSystems in der Dokumentation auch hinweist.

Das Portal ist selbst eine Caché-Anwendung auf der Basis von CSP, ebenso die Online-Dokumentation, die auf vielen Tausend Seiten alle Aspekte der Benutzung, Administration und Programmierung von Caché ausführlich und exakt beschreibt (Abb. 3). Es gibt Überblickstexte mit zahlreichen Links zu anderen Dokumenten wie auch komplette Referenzen, darüber hinaus Tutorials, die den Neuling Schritt für Schritt in Einzelaspekte der Anwendungsentwicklung mit Caché einführen.

Abb. 3: Die Caché-Dokumentation basiert auf dem DocBook-Standard und nutzt ein mehrstufiges Navigationssystem

Da diese Dokumente aus XML-Objekten in der Datenbank „on the fly“ generiert werden, stehen sie vor und während der Installation noch nicht zur Verfügung. Deshalb hat der Hersteller die wichtigsten Dokumente in Form von statischen HTML-Dokumenten auf dem Installationsmedium untergebracht. Der Anwender findet sie im Unterverzeichnis dist/Objects/docs. Außerdem ist ein Download der gesamten Dokumentation als PDF möglich.

Leider ist die gesamte Dokumentation ausschließlich in englischer Sprache verfügbar. Eine Einführung in grundlegende Techniken im Umgang mit Caché erhält der Leser in „Objektorientierte Anwendungsentwicklung mit der postrelationalen Datenbank Caché“ (Kirsten, W./Ihringer, M./Kühn, M./Röhrig, B.: Objektorientierte Anwendungsentwicklung mit der postrelationalen Datenbank Caché. 2., überarbeitete und erweiterte Aufl. Springer Verlag, 2002.), das sich aufgrund seines Erscheinungsdatums allerdings auf die Caché-Version 5.0 bezieht und somit neueste Features nicht berücksichtigt.

Entwicklungsumgebung

Als postrelationale Datenbank bietet Caché die Möglichkeit, komplette Anwendungen bis hin zur Oberflächengestaltung serverseitig zu integrieren. Daneben werden auch externe Client-Applikationen unterstützt. Den Kern der Anwendungsentwicklung bilden die Definition von Klassen und die Formulierung von Methodencode. Für beides steht eine integrierte Entwicklungsumgebung, das Caché Studio, zur Verfügung, mit der obendrein auch CSP-Seiten entworfen werden können (Abb. 4). Studio ist eine waschechte Caché-Anwendung, die bei ihrer Benutzung ebenso wie das Management-Portal und Caché DocBook die Leistungsfähigkeit des Systems demonstriert. Sie ist in C++ für Windows geschrieben und nutzt die Objekt-Technologien der Datenbank weidlich aus.

Auch die Unix-basierten Versionen des Caché-Servers verwenden das Studio als Entwicklungsumgebung. Hierzu genügt eine Windows-Client-Installation von Caché auf einem Arbeitsplatz-PC oder in einer virtuellen Maschine. Wer nur über den Ins-tallations-Datenträger für Unix verfügt, lädt sich eine kostenlose Ein-Benutzer-Version für Windows herunter.

Abb. 4: Die integrierte Entwicklungsumgebung Studio unterstützt die schnelle Entwicklung von Caché-Anwendungen

Der Editor von Studio verfügt über Syntaxprüfungen und Highlighting für SQL, XML, HTML, CSS, Java, JavaScript sowie die Caché-eigenen CDL, Object Script und Basic. Ein Klassenbrowser, ein grafischer Debugger und ein Class Inspector zur Anzeige von Klasseneigenschaften vervollständigen die Entwicklungsumgebung. Sie bietet eine eingeschränkte Unterstützung für Multi-Developer-Umgebungen ohne CVS. Studio Templates erlauben die Anpassung der Toolsammlung an verschiedene Einsatzszenarien.

Caché-Klassen werden in der proprietären Class Definition Language (CDL) definiert. Entwickler brauchen diese Sprache aber nicht zu erlernen, da sich die Klassen im Studio mithilfe eines Assistenten per Mausklick und Ausfüllen von Formularfeldern intuitiv generieren lassen. Verfeinerungen und Aktualisierungen können jederzeit über den Class Inspector (rechtes Teilfenster in Abb. 4) vorgenommen werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Klassendefinitionen in XML zu verfassen, mit entsprechenden Tools zu bearbeiten und in die Datenbank zu importieren.

Methodencode verfasst der Programmierer in einem Caché-spezifischen Basic-Dialekt oder in dem werkseigenen Object Script. Die Sprache ist etwas gewöhnungsbedürftig, seit der Caché-Version 5 aber stärker an andere bekannte Sprachen angelehnt. Schon nach kurzer Einarbeitungszeit lassen sich beachtliche Erfolge erzielen. Sowohl zu Object Script als auch zu Caché Basic werden neben einer Art Lehrbuch und der Sprachreferenz auch anschauliche Tutorials mitgeliefert, die dem Neuling den Einstieg in die Materie erleichtern.

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