Cloud Computing als die größte Chance – Steve Ballmer im Gespräch
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Am Dienstag fand die jährliche Gesellschafterversammlung von Microsoft statt. Direkt im Anschluss daran stellte sich Steve Ballmer der Seattle Times einem Interview. Er sprach dabei über die Bedeutung

Am Dienstag fand die jährliche Gesellschafterversammlung von Microsoft statt. Direkt im Anschluss daran stellte sich Steve Ballmer der Seattle Times einem Interview. Er sprach dabei über die Bedeutung der Cloud, die Rivalität zwischen Google und Bing sowie Windows Phone 7.

Viele Aktionäre dürften sich gefragt haben, wohin Microsofts Weg führen wird. Wie es aussieht, dann geht es weiter Richtung Cloud Computing, denn Ballmer bezeichnete es als „die größte Profit-Möglichkeit, die sich vor uns ausbreitet“. Das Unternehmen hofft auf mehr Erträge aus diesem Bereich, um sich damit stärker gegenüber Oracle oder IBM positionieren zu können.

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft will Microsoft die mobile Software-Plattform Windows Phone 7 herausbringen. „Auf welche Weise wird Microsoft daraus ein Milliardengeschäft machen?“, fagte die Seattle Times. Ballmer lenkte davon ab, indem er die Gegenfrage stellte: „Wird es dieses Jahr an den Feiertagen coole Mobiltelefone mit unserer Software geben?“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass dies der Fall sein wird und fügte an, dass der kurzfristige kommerzielle Erfolg weniger wichtig sei. Wichtiger sei es, die Leute mit den neuen Smartphones begeistern zu können, um mit Windows Phone 7 langfristig Erfolg zu haben. Auf die Frage, wann mit einem Windows-7-Tablet gerechnet werden kann, antwortete Ballmer nur knapp: „Sobald es fertig ist!“

Erst kürzlich erklärte Googles Boss Eric Schmidt, dass Microsoft Bing und nicht Facebook oder Apple zu den größten Konkurrenten Googles gehört. Ballmer stimmte dem zu: „Willkommen in unserer Welt, Mann. Es ist eine vom Wettbewerb geprägte Welt da draußen.“ Ballmer unterstrich zudem, dass sich bei Bing alles um das Produkt und die Qualität der Innovation drehe.

Microsoft unterscheide drei Dinge dabei: Erstens müsse Microsoft Maßnahmen ergreifen, die auch die Konkurrenz trifft. Im Falle einer Suchmaschine heißt das, weiterhin das wachsende Web erschließen. Darüber hinaus gibt es aber Felder, in denen Bing sich von der Konkurrenz unterscheiden muss, wie beispielsweise die Karten und Abbildungen. Zuletzt müsse Microsoft insbesondere innovative Business-Modelle entwickeln, welche das „Spiel verändern“. Ballmer sieht einen Vorteil darin, dass Bing nicht so viele Marktanteile im Suchmaschinengeschäft hat wie der Konkurrent aus Mountain View. Während Google konservativer agieren müsse, da die Suchmaschine zu seinem Kerngeschäft gehört, könne Microsoft mit Bing experimentierfreudiger handeln.

Auf die Frage, wann Steve Ballmer seinen Stuhl bei Microsoft räumen wolle, betonte er, dass er das Unternehmen als sein „Baby“ betrachte. Sollte er eines Tagen gehen, möchte er vorher sicherstellen, dass dieses Kind sich bester Gesundheit erfreut. Derzeit sei Microsoft bereits ein „Teenager“ und Ballmer möchte weiter dafür sorgen, dass das Unternehmen sich positiv entwickelt. Das lässt den Schluss zu, dass Ballmer Microsoft wohl noch eine Weile erhalten bleiben dürfte, um mit der Cloud, Bing und Windows Phone 7 die Konkurrenz zu ärgern.

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