Cloud Gaming mit Fluxkompensator – DeLorean sagt die Zukunft voraus
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Die Zukunft liegt in der Cloud – das gilt nicht nur für klassische Enterprise-Software, sondern auch im Gaming-Bereich. In Cloud-Gaming-Modellen führen Remote Server das Spiel aus und rendern es, leichtgewichtige

Die Zukunft liegt in der Cloud – das gilt nicht nur für klassische Enterprise-Software, sondern auch im Gaming-Bereich. In Cloud-Gaming-Modellen führen Remote Server das Spiel aus und rendern es, leichtgewichtige Clients senden lediglich den User Input an die Cloud und stellen Output Frames dar.

Dadurch wird es möglich, dass jedes Gerät zu jeder Zeit jedes Spiel abspielen kann, wobei ein weiterer Vorteil auf der Hand liegt: Es muss nicht mehr in regelmäßigen Abständen teure neue Hardware gekauft werden. Das wiederum zieht schnellere Verbesserungen in der Grafik nach sich, schließlich können Überarbeitungen in der Cloud-Architektur deutlich schneller implementiert werden, als dass man neue Konsolenhardware an den Mann bringen kann. Darüber hinaus sind die Spiele einer Cloud-Gaming-Plattform sofort spielbar und es müssen nicht erst große Dateien heruntergeladen werden, was besonders die Gamer selbst freuen dürfte.

Eines der wenigen Probleme des Cloud Gamings sind jedoch die oft mangelhaften Datenverbindungen, die dem Spielspaß hinderlich im Weg stehen. Ein Videogame kann bekanntlich nicht wie ein YouTube-Video gepuffert werden, da das Verhalten des Spielers das Geschehen maßgeblich beeinflusst.

Cloud Gaming von Microsoft Research

Mit diesem Problem hat sich Microsoft Research nun auseinandergesetzt und DeLorean entwickelt – ein spekulatives Execution-System für Mobile Cloud Gaming, das es genauso wie sei namensgebender Sportwagen mit Fluxkompensator vermag, in die Zukunft zu reisen. DeLorean produziert spekulativ gerenderte Frames von möglichen zukünftigen Ergebnissen, wobei es für seine Prognosen einen Mittelpunkt aus den wahrscheinlichsten Spieleraktionen und dem vorher erfolgten Input des Gamers errechnet. In komplexeren Situationen werden verschiedene Optionen erstellt und vor-gecacht.

Diese Zeitreisen mit dem Microsoft DeLorean sorgen dafür, dass Netzwerklatenzen von bis zu 250 Millisekunden maskiert werden können und an den Client dementsprechend keine Latenz übermittelt wird. Tests haben gezeigt, dass sich Gamer schon bei Latenzen von 60 bis 100 Millisekunden in ihrem Spielerlebnis beeinträchtigt fühlen.

Jedoch erfordern DeLorean-unterstützende Spiele das 1,5- bis 4,5-Fache der Bandbreite verglichen mit Spielen mit Standardeinstellungen. Und auch Multiplayer Games könnten zum Problem werden, schließlich bedeuten mehr am Spiel Beteiligte auch gleichzeitig mehr Gameplay-Optionen und demzufolge ein höheres Fehlerpotential.

Vermutlich arbeitet Microsoft Research derzeit daran, genau diese beiden Problemfelder in den Griff zu bekommen. Inwiefern DeLorean in eine eigene Cloud-Gaming-Plattform eingebaut werden soll und wann wir die ersten Zeitreisen antreten können, wurde nämlich noch nicht bekannt gegeben.

Aufmacherbild: Keith Bell / Shutterstock.com

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