Die Microsoft Partnerconference 2010

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Vergangene Woche endete die Microsoft-Partnerkonferenz in Washington. Wir haben die Neuigkeiten von der Konferenz noch einmal für Sie zusammengefasst.

Wollte man Microsofts Partnerkonferenz 2010 in einem Wort zusammenfassen, wäre das wohl nicht schwer: Cloud. So unmissverständlich und offensiv vertrat Microsoft seine Strategie auf der Konferenz. Mehr noch: alle Zweifel an Microsofts Verhältnis zur Cloud dürften mit der Konferenz beseitigt worden sein. Eines nämlich ist klar – Microsoft will auf diesem Gebiet die unangefochtene Spitze erreichen.

Bereits die symptomatische Aufforderung „Please welcome Mr. Ballmer with a cloud applause“ anlässlich der Eröffnungs-Keynote mit Steve Ballmer zeigte, was das Publikum von Microsoft erwarten durfte. Ballmer enttäuschte die Erwartungen nicht. Was er in der Keynote sagte, zeigte, dass es für Microsoft in Zukunft kein Leben mehr jenseits der Cloud geben soll.

So will Microsoft In den kommenden zwölf Monaten in die Vollen gehen und prüfen, wie sich für den Redmonder Riesen die Investitionen in die Cloud auszahlen. Ein Schritt, der notwendigerweise erfolgen muss, denn obschon Ballmer zufolge der Wandel nicht über Nacht passiert – aufzuhalten ist auch nicht mehr.

Der Erfolg scheint Microsofts Strategie recht zu geben. Während es im vergangenen Jahr praktisch keine Azure- Nutzer gegeben hat, nutzen nach Angaben von Microsoft mittlerweile rund 10.000 Kunden und Partner die Cloud-Plattform.

Wie profitabel für Microsoft diese Ausrichtung sein wird, muss sich freilich erst noch zeigen. Doch immerhin: die nötigen Bausteine für die Umsetzung der Strategie wurden auf der Konferenz auch gleich mit veröffentlicht oder angekündigt.

Bausteine für Microsofts Cloud-Strategie

Die Grundlage für Microsofts Cloud-Strategie bildet die Windows Azure Platform Appliance , mit der Unternehmen, öffentliche Institutionen sowie Microsoft-Partner und Service Provider eigene Clouds in ihren Rechenzentren einrichten und betreiben können. Wurde Windows Azure bisher ausschließlich in den internationalen Microsoft-Rechenzentren betrieben, so ermöglicht es also diesen Organisationen den Einsatz von Azure auch in ihren eigenen Rechenzentren.

Doch warum sollten Kunden Microsofts Service-Platform eigentlich überhaupt einsetzen? Weil Microsoft erhebliche Vorteile für die Nutzer verspricht. Dazu gehören signifikante Kosteneinsparungen durch Skaleneffekte, hohe Effizienz und Verfügbarkeit, freie Wahl über den Standort der Cloud und mehr Eigenverantwortung im Datenschutz. Sogar neue Geschäftsmodelle sollen sich Microsoft-Partnern und -Service-Providern sollen sich dadurch eröffnen. Werbekräftige Partner hat Microsoft auch schon gefunden, denn eBay, Dell, HP und Fujitsu wollen die Azure-Anwendung in Zukunft ebenfalls einsetzen.

Server-Platform goes Cloud

Ein weiterer Baustein der Strategie ist der Ausbau auch der Server-Plattform in Richtung Cloud. So gab Microsoft auf der Partner Conference die Beta Releases des Windows Server 2008 R2 Service Pack 1 und des Windows 7 Service Pack 1 sowie das System Center Virtual Machine Manager Self Service Portal bekannt. Partner und Kunden erhalten mit diesen Service Packs Funktionen wie Dynamic Memory und RemoteFX, die sie bei der Virtualisierung unterstützen und eine Grundlage für individuelle Cloud-Lösungen bieten sollen.

Das neue System Center Virtual Machine Manager Self Service Portal liefert wiederum Tipps, um Cloud Services auf der Windows Server Infrastruktur optimal bereitzustellen. Im Rahmen eines Spezialprogramms bietet Microsoft seinen Gold-Partnern zudem zahlreiche Sonderkonditionen wie Rabatte, Trainings und Support an, um die neuen Cloud-Angebote schnell im Markt zu etablieren.

„Dallas“ – der Marktplatz für Cloud-Entwickler

Auch weitere Details zu seinem Informationsmarktplatz mit dem Codenamen „Dallas“ Microsoft bekannt. Auf dem Informationsmarktplatz können Inhalteanbieter Daten, Bilder und Echtzeitinformationen an zentraler Stelle zur Verfügung stellen. Cloud-Entwickler und Anwender können diese Inhalte über den Marktplatz schnell finden, in Anwendungen integrieren oder – beispielsweise mit Microsoft Excel – auswerten. Zu den Content Providern gehören derzeit Associated Press, NASA, NAVTEQ, National Geographic und die Vereinten Nationen. Der kommerzielle Betrieb des Marktplatzes ist für das vierte Quartal 2010 geplant.

Windows Intune

Die Ankündigung der zweiten Beta-Phase für die Desktop-Management-Software „Windows Intune“ stand ebenfalls im Zeichen der Cloud-Ausrichtung. Intune ist eine Cloud-Anwendung in Abonnementform, die es IT-Verantwortlichen erlauben soll, PCs eines Unternehmens über eine einfache, webbasierte Konsole von jedem Ort aus zu verwalten und zu sichern, neue Software aufzuspielen oder bestehende Anwendungen zu ergänzen.

Intune geht dabei über die bisherigen Möglichkeiten des Microsoft System Center hinaus. So erlaubt die neue Software die Festlegung unternehmensweiter Update-Regeln für installierte Software. Service Packs können zentral gesteuert und eingespielt werden. Zum Angebot gehört darüber hinaus die Option, von Windows XP oder Windows Vista auf Windows 7 Enterprise ohne weitere Lizenzkosten upzugraden.

Im April 2010 hatte Microsoft Windows Intune bereits einem kleinen Kreis von Firmen zur Verfügung gestellt. Die Markteinführung der Software ist für Anfang 2011 vorgesehen.

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