Cowboy-Entwickler machen Programmieren zum Rodeo
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Yeehaw! Die Cowboy-Entwickler sind los! Und wie es sich für richtige Outlaws und Frontiermen gehört, geben sie keinen „damn“ auf Konventionen.

Die Cowboy-Entwickler, wie Willie Wheeler sie nennt, reiten

Yeehaw! Die Cowboy-Entwickler sind los! Und wie es sich für richtige Outlaws und Frontiermen gehört, geben sie keinen „damn“ auf Konventionen.

Die Cowboy-Entwickler, wie Willie Wheeler sie nennt, reiten aber nicht auf Pferden herum, sondern auf den Nerven anderer Entwickler und Programmierer. Sie sind die vermeintlichen Problemkinder der Programmierwelt, die ungeplante Features zu Programmen hinzufügen, selbst nach dem Code-Freeze noch Code hinzufügen und sich generell nur selten an Regeln halten. Kurz: Sie machen das Programmieren zum Rodeo für alle anderen.

Aber sind Cowboys von Grund auf böse wie Billy the Kid oder gibt es auch vereinzelt Old Shatterhands? Es kommt auf den Zusammenhang an, sagt Wheeler, und tritt in seinem Blog „The virtues of cowboy development“ an, die Ehre der Cowboy-Coder zu verteidigen. Denn nicht per se schaden unkonventionelle Cowboy-Aktionen dem Entwicklungsprozess – mitunter sind sie sogar das Gebot der Stunde!

Regelmäßig stehen Entwickler unter dem Druck, rechtzeitig Releases zu veröffentlichen – und um Kosten zu sparen werden Deadlines gesetzt, nach deren Verstreichen der Code nicht mehr verändert werden darf. Dies ist notwendig, da ansonsten nahezu durchgehend Tests durchgeführt werden müssten, denn sobald das Ergebnis des einen Tests feststeht, müsste das verändere Programm erneut getestet werden.

Andererseits verhindern die Code Freezes und Release Tests mitunter die weitere Verbesserung eines Programmes. Was kann man also tun, damit Cowboy und Tester beide zufrieden sind? Willie Wheeler schlägt vor, dass man eine bessere Test-Disziplin entwickelt, bei denen Entwickler zusammenhängende und umfassende Einheiten programmieren. Das bedeutet auch, dass Tester ihre automatisierten und funktionalen Tests erweitern müssten.

Es kommt also auf den Zusammenhang an – und in vielen Fällen ist so ein Cowboy-Coder den Versteinerungen eines etablierten, schwerfälligen Unternehmensprozesses vorzuziehen. Wenn sich Cowboy-Coder dann noch im Sinne einer agilen Praxis an die Zügel nehmen ließen, dann wären wir gar nicht so weit vom Idealfall entfernt, oder?

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